Wir sind angekommen und ein wenig konnte auch ich schlafen. Sieben Stunden sind wir gefahren und kein einziges Mal konnte ich an Chris wirklich ran. Er ist so ein Starrkopf. Wenn man Gefühle für einen Menschen hat, dann kann man doch nicht so sehr beherrscht bleiben oder? Ich auf jeden Fall nicht. Mano, kann es nicht wie bei Mama und Papa sein? Die sind sicher sofort zusammen gekommen.
Wir sind am Straßenrand angehalten. Das sieht nicht so ungefährlich aus. Aber na gut, dann gehen wir mal raus. Alex hält meine Schultern und geht träge hinter mir her. Nicht, weil sie nicht mehr laufen könnte, nein. Sie findet es einfach netter, wenn sie mich spüren lässt, dass sie hinter mir lauert.
Um Chris kümmere ich mich nicht mehr. Dann kann er doch sehen, in welche Gefahr ich da renne, so inmitten der Stadt, wo die Autofahrer irre fahren. Der Busfahrer ist schon bei den Koffern und schiebt sie uns entgegen. Meiner ist ganz hinten, denn ich war als erste vor Ort, damit Papa noch mit allen reden konnte. Deshalb stehe ich weiter hinten und schreibe Mama, dass ich angekommen bin. Papa wird sicher von Chris auf dem Laufenden gehalten.
,,Ey, Gina!", ruft Alex und da lege ich das Handy in meinen Rucksack, um zum Koffer zu eilen. Alex steht vor ihrem und meinem. ,,Ich kann nicht beide tragen", meint sie, als ich bei ihr bin.
,,Muss du ja auch nicht", entgegne ich und packe schon die Griffel, als sie mir weggenommen werden. Mit einem Ruck hebt Chris meinen und Alex Koffer und bringt sie in Sicherheit auf den Bürgersteig. Oh man, wie er einfach aussieht... Seine Muskeln zeichnen sich so schön unter seinem Pullover ab.
Die kurzzeitige Nähe hat mir eine Gänsehaut verschafft und ich bin noch immer verzaubert. ,,Oh danke Chris!", ruft Alex aus. ,,Du bist unser Held."
,,Danke", bedanke ich mich einfach leise. Chris sieht mich nur kurz an und hilft dann den anderen Mädels oder eher dem Busfahrer, der damit viel schneller vorankommt. Viel Zeit zum Bewundern bleibt mir aber nicht, denn wir werden schon von unseren Lehrern in unser Hotel zitiert. Schön sieht es jetzt nicht aus, aber zumutbar.
An der Rezeption bekommen wir unsere Zimmernummern und wenn wir möchten, können wir uns Wlan kaufen. Das brauche ich nicht. Papa hat für alles gesorgt. Seine Tochter muss ja erreichbar sein. Es gibt keinen Aufzug und daher fürchte ich, dass ich den Koffer so hochtragen muss. Toll, wir haben auch noch den dritten Stock. Mega.
Ich sehe bereits Chris, der hinter der Meute steht und mich betrachtet, aber eigentlich will ich gar nicht, dass er sich verpflichtet fühlt mir zu helfen. Hier sind Mädchen, die sicher mehr Hilfe brauchen. Daher bleibe ich mit meinem Koffer stehen und lasse alle anderen vor. ,,Komm doch", fordert mich Alex auf.
,,Ich warte bis Chris den Zicken hilft. Dann muss er nicht meinen Koffer tragen. Ich bin doch nicht so schwach, wie er vielleicht denkt", stelle ich ihr mein Vorhaben vor. Sie sieht mich genervt an.
,,Hast du dabei auch an deine wundervolle, schwache Freundin gedacht? Chris kann gerne meinen Koffer tragen", wirft sie ein. Ich wedle mit meinem einen Arm herum.
,,Dann geh doch. Ich komme dann mit der Zimmerkarte nach", halte ich sie nicht auf. Es ist ja nur meine Meinung. Alex ist aber nicht so und bleibt trotzdem noch genervt bei mir. Sie holt sich solange eine Wlan Karte und wechselt ihr Geld. Das habe ich schon in Deutschland gemacht... Naja, eher Papa. Es musste der beste Kurs sein, denn Geld fällt nicht von den Bäumen.
Die meisten sind schon oben, daher gehe ich auch los. ,,Ich hasse dich, Stark", schimpft Alex erst nach ein paar Stufen und ich muss einfach lachen. Das vergeht mir aber, als Chris uns entgegen kommt. Da bin ich echt nicht so weit gekommen. ,,Warum?", fragt mich Chris einfach und nimmt mir im selben Atemzug meinen Koffer weg. Der Treppenabsatz ist nicht so breit, daher ist er relativ nah an mir dran.
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Ich will Dich!
RomanceIch hoffe, Chris gesteht sich seine Gefühle ein. Ich glaube nämlich, ich habe mich verliebt. In Chris. Meinen Leibwächter. Leseprobe: „Ist dir kalt?" Mein Mut sinkt und das urplötzlich. Ob mir kalt ist? Das kann nicht sein Ernst sein. Ich sehe doch...
