,,Guten Morgen Allerseits!", begrüße ich Mama, Papa und Tyler, die bereits am Frühstückstisch sitzen. Papa schaut mich verwirrt an, als ich glücklich zu ihnen stoße. Jonas und ich haben uns schon oft getroffen und ich habe immer mehr das Gefühl, dass er der Richtige ist. Oh man, ich fühle mich echt gut. Wenn ich gewusst hätte, dass sich eine Beziehung so anfühlt, hätte ich eher eine gehabt.
,,Jess, weißt du wo unsere Tochter geblieben ist? Ich sehe sie nicht", macht Papa sich lustig, aber ich schüttle nur lachend meinen Kopf.
,,Man Papa. Deine Tochter ist einfach nur glücklich", erkläre ich. Tyler sieht mich schief an.
,,Äh, sie ist ein Alien", mutmaßt nun auch er. Oh man, Tyler ist genau wie Papa. Aus einem Holz geschnitzt.
,,Ich hoffe Chris hat damit nichts zu tun", warnt Papa mich. Als ob...
,,Nun hört ihr beide mal auf", rügt Mama Tyler und Papa. ,,Lasst sie in Ruhe ihr Essen genießen." Papa zieht Mama lachend an sich und gibt ihr einen Kuss auf die Wange, bevor er aufsteht.
,,Ich fahre ins Büro. Viel Spaß in der Schule", wünscht Papa Tyler und mir. Sobald ich mit dem Frühstück fertig bin, mache ich mich auf den Weg zur Schule. Unterwegs fängt Alex mich ab.
,,Ey, warte!", ruft sie mir zu. ,, Hey Chrisi", begrüßt sie nun auch Chris, der natürlich nicht fehlen darf. Seit neuestem hat er normale Straßenklamotten an und geht neben uns her. Es soll so wirken, als wären wir ganz normale Freunde. Dass es dämlich aussieht, muss ich wohl nicht erwähnen. Ein Typ, der dauernd die Gegend checkt, ein hibbeliges Mädchen, dass von mir zu ihm schwappt und ich... Ein Mädchen, das nicht weiß wohin mit sich. Ganz ehrlich, seine Klamotten sehen seinem Typ einfach nicht gerecht aus. Ein wenig Streber mäßig. Als ob der das privat trägt. Aber nur zur Schule. Wenn wir bei meinen Eltern zu Hause sind, muss er wieder diesen dämlichen Anzug tragen. Es sind schon einige Wochen vergangen, seit ich Chris an der Backe habe und mir fallen immer mehr Dinge an ihm auf. Er hebt seine Augenbraue schon sehr oft einfach an, wenn ich etwas Dummes sage. Wenn er schmunzelt, dann nur kaum sichtbar und mit einer Seite der Lippe. Es ist wirklich nur ein Zucken, was ein wenig süß aussieht. Wie gesagt, ich kann es mir natürlich nur einbilden. Chris mustert mich manchmal... Ich dachte, er starrt nur in die Luft. Immerhin macht er das, sobald ich ihn ansehe und nicht direkt mit ihm spreche. Manchmal erwische ich ihn aber doch dabei, wie er mich mit einem tiefen Blick ansieht. Außerdem steht in der Nacht manchmal ein anderer Typ da. Das ist mir aufgefallen, als ich einmal in der Nacht aufs Klo musste. Aber irgendwie logisch. Er muss ja auch mal schlafen. Ob er das bei uns macht?
Wie auch immer, er hat eisblaue Augen. Wirklich Krass. Es strahlt eine gewisse Kälte aus, die ihn geheimnisvoll aussehen lässt... oder einfach Angst einflößend. Ich verstehe schon, wieso Papa ihn ausgewählt hat. Er ist wirklich immer da. Von nichts lässt er sich ablenken.
Das wichtigste aber, er hat eine Narbe an seiner Schläfe. Sie ist wirklich groß und ich wundere mich, wieso ich sie erst vor einer Woche bemerkt habe. Hm, ob er eigentlich Familie hat? ,,Gina! Hörst du mir eigentlich zu?", fragt mich Alex und ich reiße mich von dem Gedanken los. Ich schaue sie an und merke, dass auch Chris merkt, wie ich ihn anstarre.
,,Äh, Ja. Ja klar. Man, ist es spät. Wir sollten einen Zahn zulegen", versuche ich die Situation zu Ent-Peinlichen. Ist das eigentlich ein Wort? Nein, natürlich nicht. Alex sieht mich irritiert an, könnte damit auch fragen: Äh, was ist mit dir falsch gelaufen?
Das macht sie aber nicht und dafür bin ich ihr dankbar. Gut, jetzt darf ich Chris nicht mehr angucken. Wieso ist mir das so peinlich? Er starrt mich doch auch dauernd an. Es ist ja auch irgendwie sein Job. Man.
Ich sitze nicht einmal eine Sekunde auf meinem Platz und Alex dreht sich zu mir. Sie sitzt eine Reihe vor mir. ,,Ey, was ist heute los mit dir?", fragt sie mich. Ich zucke meine Schultern.
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Ich will Dich!
RomanceIch hoffe, Chris gesteht sich seine Gefühle ein. Ich glaube nämlich, ich habe mich verliebt. In Chris. Meinen Leibwächter. Leseprobe: „Ist dir kalt?" Mein Mut sinkt und das urplötzlich. Ob mir kalt ist? Das kann nicht sein Ernst sein. Ich sehe doch...
