Wieder einmal ist fast eine ganze Woche vergangen, es ist Freitag und ich bin schon Stunden am arbeiten.
,,Dr.Will, Dr.Crave Sie übernehmen heute die Visite auf der Neuro und Allgemein. Wunden versorgen, Nähen und Tests - dürfen Sie heute alles machen!",verkünde ich und lächel einmal. Ich möchte meine Anfänger innerhalb von zwei Wochen besser machen, als die von der Navy, die in der nächsten Woche in mein Krankenhaus kommen.
,,Summers, Finnes Sie folgen mir.",bestimme ich dann und eile über die Flure. Es verlangt den beiden einiges ab, mir zu folgen, denn ich habe mir einen schnellen Schritt angewöhnt.
Mit Schwung öffne ich die Türe zum nächsten Zimmer und fange schon an zu reden, bevor ich einen Blick auf die Personen im Zimmer werfe.
,,Pietro Maximoff, Blutungen im Thoraxbereich und langsam wieder auf den Beinen.",grinsend blicke ich zu ihm und bemerke erst dann,wer alles hier drin steht.
,,Und Hallo Nat, Ms.Maximoff und Mr.Rogers.",begrüße ich die drei dann.
Als nächstes trete ich näher an das Bett von Pietro heran und kontrolliere die Werte. Schließlich nehme ich eine Spritze und als nächstes packe ich vorsichtig seinen Arm.
,,Das hier ist noch etwas Schmerzmittel.",erkläre ich dann meinen Anfängern.
,,Normalerweise bekommen die Patienten das Intravenös, aber durch seinen schnellen Stoffwechsel spritze ich es ihm direkt in die Hauptschlagader."
Die beiden nicken und Pietro kommentiert:,,Ich hab nämlich Superspeed."
Ich lächel:,,Ja, das hast du."
Als letztes fülle ich noch ein Formular aus und dann öffnet sich die Türe nochmal und Dr.Crave steckt seinen Kopf herein:,,Dr.Hill? Ich habe alle Patienten abgearbeitet, Tests absolviert und würde ihnen jetzt gerne assistieren."
Sobald er das ausgesprochen hat, drehe ich mich um und verdrehe kaum merkbar die Augen. Seit meiner Operation bei Pietro auf dem Helicarrier, hängt er an meinen Lippen und will mir alles recht machen. Das ist mehr als nur ein wenig nervig und ehrlich gesagt weiß ich nicht, wie ich damit umgehen soll.
,,Wie wärs wenn sie alle in die Notaufnahme gehen? Dort gibts immer was zu tun.",lächel ich überfreundlich und verabschiede meine Anfänger in die Notaufnahme.
Dann wende ich mich wieder meinem Patienten zu:,,Es geht dir zwar vermeintlich gut, aber ich würde dich gerne noch ein paar Wochen hier behalten.",informiere ich ihn und blicke vielsagend zu Wanda und den anderen:,,Ich hoffe ihr alle werdet dafür sorgen, dass er im Bett bleibt."
Alle nicken brav lächelnd, nur bei Nat fällt mir etwas auf, was mich sofort in Alarmbereitschaft versetzt.
Ich gehe einmal näher an sie heran und mustere ihr Gesicht, so wird mir direkt noch klarer, was mit ihr nicht stimmt.
,,Nat, lächel einmal.",bitte ich sie und sobald sie wieder lächelt, sticht es wieder hervor.
Ihre linke Gesichtshälfte bewegt sich kaum, als sie mich anlächelt.
Unauffällig bedeute ich ihr zu folgen und dann geleitet ich sie geschickt in das nächste Behandlungszimmer.
Dann Piepe ich Summers an, sie muss mir so einiges erklären.
,,Also Nat.",fange ich zögerlich an.
,,Ich brauche unbedingt ein CT von deinem Kopf, ich habe die Vermutung, dass du eine Hirnblutung hast.",sage ich. Bei ihr spiele ich direkt mit offenen Karten, alles andere würde sie nur unnötig nerven.
,,Gefährlich?",will sie wissen.
,,Wirst du mich umbringen?",lächelt sie dann. Als ich mit einem ernsten Blick anschaue, vergeht ihr das Lächeln, aber ich beruhige sie sogleich:,,Ich kann dir nichts versprechen, aber meine Erfolgsquote ist ziemlich hoch und ich bin die beste, die du hier kriegen wirst.",seufze ich.
Ich gebe ihr eines der Krankenhaushemden und dann zieht sie sich um.
Ich verfrachte sie auf ein Bett und fahre dann durch den Flur. Alles geht ziemlich schnell, doch genau das brauche ich in diesem Moment. Jegliche Verzögerung könnte die Operation schwieriger gestalten oder sogar unmöglich machen. Und beim besten Willen kann ich Nat nicht verlieren.
Als ich sie ins CT gebracht habe und auf die Ergebnisse warte, stürmt Steve hinein.
Mit großen Augen schaue ich ihn an, bis er aufgeregt anfängt zu sprechen:,,Was ist mit ihr?! Wird sie wieder gesund? Du kriegst das doch wieder hin, oder?"
,,Beruhig dich erstmal.",murmel ich und drücke ihn vorsichtig auf einen Stuhl. Im nächsten Moment erscheinen die Bilder auf dem Bildschirm vor mir.
Sofort blicke ich es an und verbiete es mir, eine Miene zu verziehen.
,,Hier erkennt man die Hypophyse.",erkläre ich und zeige mit meinem Finger auf den vorderen Stirnlappen ,,Und daraus blutet sie in das Großhirn. Ich werde das Blut absaugen und dann hoffentlich die Blutung ausmachen, um sie zu stoppen.",beende ich meine Ansprache und spreche dann in das Mikrofon zu Nat:,,Hey, ich muss dich in den Op bringen. Das wirst du erst noch genehmigen, ich bringe dir die Papiere."
Mein Ton lässt keinen Widerstand zu.
Mein Herz fängt mit jeder Sekunde an heftiger zu schlagen und so aufgeregt wie ich bin, kann ich nichtmal mehr schlucken.
Dann stehe ich auf bevor ich mir noch mehr Gedanken machen kann und drücke einmal aufmunternd Steves Schulter.
Überraschenderweise greift er nach meiner Hand und schaut mir direkt in die Augen. Dort wo seine Hand meine berührt, kribbelt es angenehm, was mich verwundern lässt.
,,Geb dein bestes.",bittet er mich ,,Ich kann sie nicht verlieren."
Ich lege meinen Kopf schief. Denkt er etwa Nat ist mir nicht wichtig?
Vermutlich ist sie mir sogar wichtiger, als ihm. Schließlich ist sie meine beste Freundin und mehr noch sowas wie meine Schwester. Früher mehr als heute, aber trotzdem hat sie einen Platz in meinem Herzen, den niemand je einnehmen könnte.
,,Glaubst du ich kann sie verlieren?",zische ich dann und verlasse den Raum. Seine vage Anschuldigung hat mich doch mehr mitgenommen, als ich erwartet hätte.
Kurze Zeit später liegt Nat nakotisiert auf dem Operationstisch. Ich wasche mich viel gründlicher als sonst und atme vielmals durch.
Was würde ich bloß ohne sie tun?
Sie hat mir durch meine schwerste Zeit geholfen und weiß mehr über mich, als ich über mich selber. Wir waren einmal ein Team und haben Mission über Mission hinter uns gebracht, dort ist sie mir ans Herz gewachsen wie kein anderer neben meiner Mutter je zuvor.
Sie ist meine Person.
Wenn ich jemanden ermordet hätte, wäre sie diejenige, die ich anrufen würde.
Sie wäre diejenige, die mir beim verstecken der Leiche helfen würde und sie würde nichtmal Fragen stellen.
Für mich ist sie alles wert, niemals also könnte ich sie je verlieren.
Genau das macht den Umstand, dass ihr Leben in meinen Händen liegt nur noch härter.
Ein leichtes Mal atme ich durch, bevor ich in den Operationssaal trete. Zwei Schwestern legen mir einen Kittel sowie Handschuhe an und zuletzt meine Lupenbrille. Meine Haube trage ich schon und in Gedanken schicke ich Stoßgebete gegen Himmel, dass hier alles gut wird.
,,Ich möchte eine Nasensonde, wir werden die Schädeldecke nicht öffnen.",weise ich das Personal an und stelle mich an das Gesicht von meiner besten Freundin.
Ich schalte alle schlechten Gedanken aus und konzentriere mich alleine auf meine Operation.
Nicht auf die Tatsache, dass Nat hier vor mir liegt, sondern auf das Leben, welches ich retten will.
Im großen und ganzen mache ich einfach nur meinen Job.
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𝑭𝒐𝒈 𝒊𝒏 𝒉𝒆𝒓 𝑯𝒆𝒂𝒓𝒕 // 𝐌𝐚𝐫𝐯𝐞𝐥
FanfictionDie junge April ist Einsatzärztin bei Shield. Bei verschiedenen Katastrophen kommt es immer wieder zu verletzten Bürgern und Shield verpflichtet sich dazu, die Betroffenen zu schützen. Obwohl April so jung ist, weiß sie mehr, als so mancher älterer...
