Und dann war er da, der Morgen danach. Viel schneller als gedacht und doch sehr lange herausgezögert. Kaum bin ich wach, setze ich mich panisch auf, doch das hätte ich lieber nicht getan. Die Drinks von gestern Abend haben wohl doch ganz schön reingehauen, denn es fühlt sich an, als hätte ich den Kater meines Lebens. Von dem gleichmäßigen Atem neben mir, vernehme ich, dass Steve zum Glück noch schläft. Mit zusammen gekniffen Augen suche ich das Hotelzimmer nach meinen Klamotten ab. Diese sind über den ganzen Boden verteilt, also sammle ich diese so leise wie möglich ein.
Nachdem ich mich wieder angezogen habe, setze ich den Weg zur Zimmertür fort. An alles von gestern Abend kann ich mich nicht erinnern, nur dass ich wirklich guten Sex hatte. Das an sich wäre auch kein Problem, wenn es nur nicht Steve gewesen wäre. Wie soll ich damit schon umgehen?
Natürlich ist mir jetzt klar, dass es mehr als nur Sex war. Sogar ein Blinder könnte die Verbindung zwischen uns beiden sehen, und vermutlich kann sie jeder spüren. Allerdings wird es dauern, bis ich mich darauf einlassen kann - falls ich das irgendwann überhaupt wieder kann.
Ein wenig ringe ich mit mir, bevor ich schlussendlich doch das Zimmer verlasse. Es musste einfach das richtige sein, wie sonst würde man mit einem One Night Stand abschließen? Sogar Steve müsste wissen, dass diese Nacht nichts zu bedeuten hat. Jedenfalls versuche ich kläglich, mir das einzureden.
Kaum habe ich so vorsichtig wie möglich die Türe geschlossen, schalte ich mein Handy an und werde prompt mit Nachrichten von Hailey bombardiert. Ein wenig beschleichen mich Schuldgefühle, dass ich sie alleine gelassen habe, aber ihren Nachrichten zu Folge hat sie das gar nicht gestört. Das einzige was ich daraus entnehmen kann, ist ihre Sorge um mich und das wir uns nun endlich wieder mit den anderen Organisationen zusammen setzen müssen. Denn auch heute noch geht es um die Leute, die die Zukunft von Trust werden sollen.
,,April?! Oh man, du glaubst nicht, was mir passiert ist...",fängt Hailey an, als ich tatsächlich einen Anruf wagte. Mittlerweile bin ich in der großen Lobby des Hotels angekommen und bin mir nicht sicher, ob ich meine Entscheidung bezüglich Steve bereuen sollte.
,,Das kannst du mir alles auch noch gleich erzählen..",unterbreche ich sie und frage dann:,,Wo bist du gerade? Ich komme dahin."
Nachdem sie mir ihren Standort verrät, rufe ich ein Taxi und fahre damit zu einem anderen Hotel. Denn im Gegensatz zu mir, hat meine Partnerin es geschafft, sich ein ordentliches Hotel zu suchen.
Ein paar Minuten im Taxi und ich bin bei dem besagten Hotel angekommen. Ehrlich gesagt schaue ich ziemlich blöd rein, als mir auffällt wie kompetent die jüngere Agentin doch gehandelt hat, trotz das sie so betrunken war. Ihr Zimmer finde ich mit Leichtigkeit und als ich klopfe, öffnet Hailey mir übermotiviert die Türe.
,,Hallo, du Schlafmütze. Wir haben noch zwei Stunden, bis zur Sammlung.",erklärt sie sofort. Eine Art Geistesblitz durchzuckt mich hierbei; stimmt, die Sammlung. Je nachdem, wie viele der Studenten sich für uns entscheiden, werden sie mit einem Bus ins Hauptquartier gefahren. Dort beginnt nochmal ein Haufen Arbeit, denn sie müssen gecheckt und ihren Schlaf, sowie Arbeitsplätzen zugeteilt werden. Im Quartier jedoch sind zum Glück noch die Zwillinge, die uns dabei eine Unterstützung sein können.
,,Ich hab was schlimmes gemacht...",murmel ich ihr schließlich zu. Ihr Blick hellt sich, aber das Gefühl, dass ich es ihr nicht sagen kann, werde ich einfach nicht los.
,,Aber ich kann es dir nicht sagen... noch nicht.",so halte ich sie hin und gehe dann ins Bad, nachdem Hailey mir eine Trust-Uniform hingehalten hat. Dort Dusche ich kalt, was zumindest ein paar der Symptome von meinem Kater unterdrückt. Meine Haare lassen sich nach dem Föhnen wieder besser bändigen und ich mache diese zu einem strengen Dutt. Ein Blick in den Spiegel; und ich sehe wieder akzeptabel aus.
,,Ich brauche einen Tabletten Cocktail.",eröffne ich mein Anliegen, beim verlassen des Badezimmers.
,,Schon erledigt...",säuselt meine Partnerin und deutet auf das Glas, neben dem ein paar Tabletten liegen. Darunter Ibuprofen und Magnesium. Auch das Glas Wasser trinke ich in einem Zug, weil es langsam für uns Zeit wird, uns zur Sammlung zu begeben.
Auf dem Weg nach draußen hält Hailey mir eine Sonnenbrille hin, die soll meine Augenringe kaschieren.
,,Also doch so schlimm,hm?",seufze ich und setze das Teil auf. Schließlich sollen die neuen nicht gleich denken, dass ihre Chefin unfähig oder eine Säuferin ist.
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𝑭𝒐𝒈 𝒊𝒏 𝒉𝒆𝒓 𝑯𝒆𝒂𝒓𝒕 // 𝐌𝐚𝐫𝐯𝐞𝐥
FanfictionDie junge April ist Einsatzärztin bei Shield. Bei verschiedenen Katastrophen kommt es immer wieder zu verletzten Bürgern und Shield verpflichtet sich dazu, die Betroffenen zu schützen. Obwohl April so jung ist, weiß sie mehr, als so mancher älterer...
