~ Harrys Sicht ~
Ihre Nachricht schlug eine wie eine Bombe. Und der Screenshot.
Ich wusste überhaupt nicht, was ich im allerersten Moment davon halten sollte. Ich war eigentlich nur baff.
Ich setzte mich in meinem Hotelbett auf und strich mir die Haare aus dem Gesicht. Ohne irgendeine Vorahnung war ich gerade aus meinen wirren Träumen und dem schlechten Schlaf aufgewacht, die mich beide seit einigen Nächten verfolgten. Wie jeden Morgen hatte ich als erstes mein Handy gecheckt und sofort ihren Namen auf dem Bildschirm gelesen. Alles Andere war daneben verblasst, ich konnte nur diese drei Buchstaben sehen.
Mein Herz hatte sich zu einer kleinen Kugel zusammengezogen, nur um danach auf die vierfache Größe anzuschwillen und zehnmal so schnell weiterzuschlagen.
Als ich dann allerdings die Nachricht geöffnet und gesehen hatte, wieso sie mir geschrieben hatte, war mir der Magen in meine Boxershorts gesunken. Ich schluckte schwer und zog die Oberlippe zwischen die Zähne.
Momentan war alles ein wenig viel. Ich hatte keine Ahnung mehr, wo mir der Kopf stand.
Ich lebte eigentlich nicht einmal mehr. Ich versuchte, mich so sehr in die Arbeit zu stürzen, wie es nur ging, damit ich abends einfach nur müde ins Bett fiel und einschlief und somit keine Zeit zum Grübeln und Nachdenken fand.
Zumindest hatte ich mir diesen perfekten Plan zurechtgelegt. Klappen wollte er natürlich nicht, wer hätte es gedacht...
Kaum dass ich abends im Bett lag, dachte ich an sie. An ihr Lächeln, an ihre warmen Augen, an ihren Atem auf meiner Haut, wenn sie in meinen Armen schlief und ich sie dabei beobachtete. An ihren wunderbaren Charakter, ihr übersprudelndes Temperament, das mich auf Trab hielt, und ihre Stärke, die ich so bewunderte.
Sie war so stark.
Ich wusste, was sie gerade durchmachte und wie schlecht es ihr ging. Sie wurde von hier nach da geschickt, musste dort tanzen und hier tanzen, und eigentlich war sie aber total fertig mit den Nerven. Ich wollte nur noch zu ihr, sie in den Arm nehmen, sie ganz festhalten und ihr ins Ohr flüstern, dass ich immer für sie da war und wir das zusammen schaffen würden. Dass wir alles zusammen schaffen würden.
Aber dafür war es jetzt zu spät.
Aber ihr ging es so schlecht und das brachte mich schier um.
Wir wurden von Jana per Nachricht auf dem Laufenden gehalten. Niall hatte sie ein wenig – ...gut, nennen wir das Kind doch einfach beim Namen: Niall hatte Jana erpresst, dass sie eine Backstage-Karte für das nächste Stars4Hope-Konzert bekäme, wenn sie uns erzählen würde, wie es Sam ging und was gerade bei ihr loswar.
Himmel, ich hätte niemals gedacht, dass die Kleine so hartnäckig sein konnte! Aber irgendwie war ich auch stolz auf sie. Sie hatte sich quer gestellt und gesagt, dass das Verrat an ihrer Cousine wäre und dass sie das nicht machen konnte. Dafür zollte ich ihr wirklich Respekt. Sie hatte sich ebenso geweigert, meine Erklärung für das Bild mit Cara anzuhören. (Dafür eher weniger.) Irgendwann war sie aber doch weich geworden und hatte erzählt, was gerade bei Sam abging. (Die Erklärung wollte sie trotzdem nicht hören. Die Sturheit schien wohl in den Genen zu liegen...)
Als ich gehört hatte, dass sie zweimal mit Justin ausgegangen ist, war mir ganz rot vor Augen geworden. Auch wenn ich mir nicht sicher war, ob Jana da nicht vielleicht geflunkert hatte, schließlich waren nirgends Fotos von den beiden gemeinsam aufgetaucht. (Na gut, aber bisher waren auch nie Fotos von uns gemeinsam aufgetaucht.)
Dafür aber ein neues Video von ihr. Liam und viele andere Stars hatten es geteilt und ihr Feedback dazu abgegeben. Ich hatte dazu keine Zeit gehabt. Ich hatte mir das Video keine Ahnung wie oft angeschaut, nur um die Sekunden, in denen sie zu sehen war, anzuschauen. Immer und immer und immer wieder.
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Heartdance
Fanfiction~ ღ Das 3. Buch der Hearts-Trilogie. ღ ~ Er war es, der meinem Leben wieder einen Sinn gegeben hatte. Er hatte mir gezeigt, dass es sich lohnte, dass man für etwas kämpfte. Für etwas kämpfte, das einen beinahe umbrachte, aber es war es wert. Er war...
