Ich schlief wie ein Murmeltier, was ich ehrlich gesagt niemals erwartet hätte.
„Sam."
Ich reagierte nicht.
„Sam, wann musst du bei den Proben sein?"
Niall rüttelte an meiner Schulter.
„Neun...", seufzte ich und drehte mich auf die andere Seite.
„Es ist zwanzig nach acht."
„WAS?!?!"
Okay, und schon saß ich senkrecht in meinem Bett und starrte ihn entgeistert an. Verschlafen erwiderte er meinen Blick aus halb geschlossenen Augen.
„Ich wollte dich nur wecken, ich gehe jetzt wieder in mein Bett, denn ich war erst vor zweieinhalb Stunden hier..."
Mit diesen Worten tapste er wieder hinaus, aber das bekam ich nicht mit. Ich war schon an ihm vorbei ins Badezimmer gestürzt.
Verdammt, verdammt, verdammt, wieso zur Hölle musste ich auch verschlafen!! Hatte ich mir überhaupt einen Wecker gestellt?! Ich konnte mich nicht mehr erinnern.
Ach, war ja jetzt auch schon zu spät!
~~~
Eine Minute vor neun kam ich in den Probenraum gehetzt. Ray hatte mir die Adresse per Email zugeschickt und ich war mit einem Taxi dorthin gefahren.
Heiliger, das war wirklich ein knappes Höschen gewesen!
„Hey Brooo!", rief Perrie und kam strahlend auf mich zu. Sie drückte mich fest an sich. „Es freut mich so, dich wiederzusehen! Wir hatten gestern gar keine Möglichkeit, miteinander zu plaudern!"
„Dafür haben wir heute umso mehr", gab ich lächelnd zurück und umarmte Jade, Leigh-Anne und Jesy ebenfalls.
„Oh, das wird sich herausstellen", gab Jade zurück und zog eine Grimasse, „ich denke, wir müssen heute ziemlich hart arbeiten...!"
Na gut, da hatte sie wohl Recht.
Ich stellte meine Sachen am Rand ab und fing an, mich aufzuwärmen.
Mir ging es heute erstaunlich gut. Ich hatte mein Herz fest verschlossen, sodass ich keine Emotionen spürte. Ich fühlte mich gut. Ich war einigermaßen ausgeschlafen (naja, okay, das war eine gewaltige Lüge) und ich sah eindeutig nicht mehr so fertig aus wie gestern (das wiederum war die pure Wahrheit).
Der Choreograph — Chace — erschien um halb zehn und wir begannen mit dem Training. Es war anstrengend, aber das war gut so. So hatte ich keine Möglichkeit, nachzudenken. Ich war so auf die Choreographie und das Training fokussiert, dass nichts Anderes in meinem Kopf Platz hatte.
Als wir eine etwas längere Pause machte, legte ich mich flach auf den Boden und schloss die Augen. Ich atmete langsam und tief. Ich spürte meine Körper überdeutlich. Jeden Muskel, jede Sehne. Meinen Herzschlag. Meine Wimpern, die ein wenig zuckten. Mein Hinterkopf, der auf dem harten Boden lag.
Ich empfand eine solche innere Ruhe, wie ich es seit einer Ewigkeit nicht mehr gefühlt hatte. Ich konnte schon beinahe in mein Herz hineinsehen. Als wäre es ein Gewässer, dass jetzt still dalag. Ein See, den niemand seit geraumer Zeit berührt oder gestört hatte.
Ich konnte genau sehen, wie sehr ich ihn liebte. Egal, was er mir an den Kopf geworfen hatte, das Herz war dumm und es liebte trotzdem weiter. Das war einfach so. Man konnte sich nicht aussuchen, wen man liebte. Es hieß nicht umsonst: Wo die Liebe hinfällt. To fall in love. Man fällt, ohne etwas dagegen machen zu können.
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Heartdance
Fanfiction~ ღ Das 3. Buch der Hearts-Trilogie. ღ ~ Er war es, der meinem Leben wieder einen Sinn gegeben hatte. Er hatte mir gezeigt, dass es sich lohnte, dass man für etwas kämpfte. Für etwas kämpfte, das einen beinahe umbrachte, aber es war es wert. Er war...
