Ich grummelte und schloss die Augen. Ich rührte mich nicht und machte keine Anstalten, mein Handy aus meiner Hosentasche zu nehmen. Dazu hätte ich mich eh zu sehr verrenken müssen.
Wer auch immer es war, sollte mich in Ruhe lassen.
„Dein Handy hat gebimmelt", bemerkte Mom und gab dem Satz einen fragenden Unterton, denn normalerweise schaute ich zu 95 Prozent der Fälle sofort drauf und las die Nachricht.
Jetzt war halt einer der 5-Prozent-Fälle.
„Mir egal...", murmelte ich und bewegte mich immer noch keinen Millimeter.
„Sam, es kann so insgesamt nicht weitergehen", sagte Mama und ich öffnete wieder die Augen. „Du musst irgendetwas ändern. Und zwar dringend. Mehr als dringend. Ich kann das nicht mehr mit ansehen, wie du vor dich hinleidest."
„Bis Freitag bleibt es aber erstmal so...", antwortete ich kaum verständlich, weil ich meine Lippen beim Reden kaum bewegte, „dann kann ich mit ihm reden und dann sieht die Welt hoffentlich schon gleich wieder besser aus..."
Wenn ich mit ihm zusammenbleiben würde und wenn wir nicht entscheiden würden, dass getrennte Wege nicht vielleicht doch besser waren.
Wenn nicht das Gegenteil eintrat...
Inzwischen war ich mir bei gar nichts mehr sicher, was mein Leben betraf. Es kam eh immer anders, als ich damit rechnete. Deswegen machte ich mir schon gar nicht mehr die Mühe und grübelte. Brachte ja eh nichts.
Okay, das war auch irgendwie gelogen, denn mein Hirn grübelte immer, egal ob ich das wollte oder nicht.
Ich zog mein Handy aus meiner Tasche und drehte es gedankenverloren zwischen meinen Fingern hin und her.
„Willst du, dass der Nachricht schwindelig wird?"
„Hm?"
Ich sah auf.
„Die Nachricht", wiederholte Mama. „Schon mal drangedacht, dass sie wichtig sein könnte?"
„Das war eh nur eine Email. So klingen Emails bei mir", informierte ich sie lahm, aber als ich ihren Blick sah, gab ich nach und drückte auf den Home-Button. Gegen Mom hatte ich keine Chance. Aber das war auch gut so. Schließlich war sie meine Mom.
Ich sah auf mein Handy und runzelte die Stirn.
Ich sah zu Mom auf und dann wieder auf mein Handy.
Und nochmal.
„Was denn?", fragte Mom und bekam einen langen Hals, damit sie sehen konnte, wieso ich so komisch guckte. „Was steht da?"
„AMCK Management", las ich vor.
„Hm?"
„Das steht da als Absender."
„Mach halt auf?!"
Mom sah mich an, als hätte ich nicht mehr alle Latten am Zaun.
Langsam fuhr ich mit dem Finger über mein Handy. Ich hatte mit allem gerechnet – einer Email von der Uni, einer Email von Amazon mit den neuesten Schnäppchen, eine Email von Facebook, ... – aber nicht von einem Management, von dem ich noch nie gehört hatte?!
„AMCKDance. Management. Ray Johnson", las ich vor und das Fragezeichen in meinem Kopf wurde immer größer.
Jetzt las ich den Text (der natürlich auf Englisch war):
„Sehr geehrte Frau Ferroni,
mein Name ist Ray Johnson, ich bin vom AMCK Management und bin gestern auf Ihren Youtube-Channel durch Ihr Video mit der Choreographie zu Radioactive gestoßen."
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Heartdance
Hayran Kurgu~ ღ Das 3. Buch der Hearts-Trilogie. ღ ~ Er war es, der meinem Leben wieder einen Sinn gegeben hatte. Er hatte mir gezeigt, dass es sich lohnte, dass man für etwas kämpfte. Für etwas kämpfte, das einen beinahe umbrachte, aber es war es wert. Er war...
