#68 - Geht doch eh nicht

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Grün traf Braun.

Ich starrte in seine Augen, ohne irgendetwas anderes wahrzunehmen.

Wir atmeten beide schwer vom Tanzen. Und wir starrten uns an. Wir starrten uns einfach nur an, währen die Welt um uns herum ausflippte, jubelte, klatschte und schrie.

Das erreichte uns nicht. Wir sahen uns einfach in die Augen.

Braun traf grün.

Seine Hände lagen auf meinen Hüften und ich hatte eine Hand um seinen Nacken geschlungen, weil er mir kurz vor Schluss noch herumgewirbelt hatte.

Ich spürte seine Haut deutlich unter meinen Fingern.

Mein Herz klopfte wie verrückt.

Und sein Blick hielt mich so fest, dass ich mich gar nicht losreißen konnte. Es ging einfach nicht.

Millimeter für Millimeter kam er mit seinem Gesicht näher. Ich musste es zugeben: Justin Bieber hatte für einen Kerl wunderschöne Lippen, mal rein objektiv betrachtet. Sie waren wirklich wie von einem Maler geschwungen gezeichnet.

Kurz bevor sie auf meine trafen, wachte ich endlich aus der Starre auf.

Woah, halt!?!

Ich drehte im letzten Moment den Kopf weg und seine Lippen landeten an meiner Wange. Ich schlang jetzt beide Arme um seinen Nacken und er umarmte mich auch fest. Wie man es eben nach einer Performance tat, die man gerade gemeinsam mit Bravour gemeistert hatte.

Das Licht ging aus, aber das Publikum tobte weiter. Sie waren alle vollkommen aus dem Häuschen.

Wir gingen von der Bühne und wurden dort erst einmal von allen beglückwünscht. Jeder umarmte mich und rief mir irgendetwas zu – ich bekam überhaupt nichts mehr mit. Ich lächelte nur, bedankte mich mechanisch und mehr nicht.

Das Einzige, was ich merkte, war, dass niemand von den fünf zu mir kam. Niemand.

Als ich Luke umarmte, dachte ich sofort an Jana und mir fiel mit Schrecken auf, dass ich überhaupt nicht wusste, was jetzt eigentlich mit ihr und Luke war!! Oh Gott, was war ich für eine schlechte Cousine!!!

Naja, aber ich hatte ja ehrlich gesagt schon ein wenig viel um die Ohren gehabt...

Trotzdem, sobald ich bei Niall war und WLAN hatte, musste ich ihr dringend schreiben, das nahm ich mir fest vor.

Tiffany sammelte mich irgendwann wieder ein und wir gingen in Richtung Gang, der zu unserer Garderobe führte (in der wir noch nicht einmal gewesen sind).

„Was war denn das am Ende?!", fragte Danielle ein wenig entsetzt und vorwurfsvoll zugleich.

„Das frage ich mich auch...", gab ich lahm zurück und schlurfte neben ihr her. Ich war echt ziemlich fertig.

Aber... als ob ich Justin küssen würde! Hallo?! Ich sicher nicht! Mein Motto war weiterhin: Tue niemandem etwas an, was du nicht selber angetan bekommen möchtest. Ich brauchte keine „Rache" an Harry oder so. Aus dem Alter war ich raus. Wenn man so etwas tat, dann sollte man eindeutig an sich selber arbeiten.

Ich war die Letzte, die so etwas tun würde.

Bevor Danielle noch etwas erwidern oder mir eine Standpauke halten konnte (für etwas, das ich ja nicht einmal getan hatte!!!), tauchten sie vor uns im Gang auf. Sie kamen uns entgegen. Alle fünf.

Niall strahlte sofort bis zu beiden Ohren und sprintete auf mich zu. Er umarmte mich, hob mich hoch und beglückwünschte mich zu dieser unglaublichen Leistung, die ich abgeliefert hatte. Ich wurde ein wenig rot, weil er so begeistert war. Auch die anderen drei umarmten mich und lächelten. Unauffällig sah ich mich um, aber Harry war schon verschwunden.

HeartdanceWo Geschichten leben. Entdecke jetzt