Das konnte nicht sein Ernst sein!
Aber das war sein Ernst.
...oder doch nicht?
Ich konnte nicht mehr atmen.
Das geht dich rein gar nichts an.
Im Bruchteil einer Sekunde sah ich, wie ein verletzter Ausdruck über sein Gesicht wanderte. Ich kannte ihn. Diesen Ausdruck. Er schaute immer so, wenn jemand, den er liebte, verletzt wurde.
Aber dann war er schon wieder verschwunden und sein steinhartes Pokerface war wieder da.
Hatte ich mich nur getäuscht?
Wahrscheinlich hatte ich mir nur eingebildet, dass er mich so angesehen hatte. Es war Wunschdenken. Er hatte das sicher nicht getan. Nicht dieser Harry. Dieser, der hier vor mir im strömenden Regen stand.
Die dunklen Locken, die unter seiner hellgrauen Mütze hervorschauten, klebten ihm im Gesicht und am Hals.
Er sah aus wie ein gefährlicher Obdachloser, der nachts Leute überfiel.
Unwillkürlich wich ich noch einen Schritt zurück. Er merkte es und rückte wieder nach. Wollte er mir Angst einjagen? Wollte er, dass ich mich fürchtete? Wenn das sein Ziel war, dann konnte ich ihm getrost sagen, dass er es erreicht hatte.
Ich hatte Angst.
Ich konnte es nicht glauben, als ich das dachte, aber: Ich hatte Angst vor Harry. In dem Zustand, in dem er war, traute ich ihm alles zu. Ich hatte so Angst.
Aber ich hatte nicht Angst vor ihm. Ich hatte Angst davor, dass er mich noch mehr verletzen würde. Noch mehr Sachen sagen würde, die mir ins Herz und in meine Seele schneiden würden.
Das geht dich rein gar nichts an.
Das geht dich rein gar nichts an.
Das geht dich rein gar nichts an.
Es erinnerte mich an einen anderen Satz.
Ja, Single durch und durch, absolut immer noch zu haben.
Egal welchen Satz ich in meinem Kopf mit lautem Echo hörte, er zerriss mich innerlich noch mehr.
„Meinst du das ernst?", flüsterte ich.
Er sah mich nur an und gab mir keine Antwort.
„Denkst du wirklich, zwischen Niall und mir läuft was?!", hakte ich nach und meine Stimme wurde bei jedem Wort lauter. „Denkst du das allen Ernstes? Zwischen ihm und mir? Dass da etwas wäre?! Ich-"
„Nein, das denke ich nicht, Herrgott nochmal!", unterbrach er mich vehement und unglaublich laut und warf dabei die Hände in die Luft.
„Was?"
Perplex starrte ich ihn an.
Was hatte er gerade gesagt.
„Was hast du gerade gesagt?"
„Dass ich das nicht denke."
Ich raffte gar nichts mehr.
„Ich weiß, dass da nichts zwischen euch läuft. Niall würde niemals etwas mit dir anfangen."
„Na, herzlichen Glückwunsch, dass du das weißt", fuhr ich ihn an. „Wieso hast du uns dann erst so angeschrien?!"
Wieso änderte er jetzt plötzlich seine Meinung?
„Und du würdest auch niemals etwas mit ihm anfangen, weil du mich viel zu sehr liebst." Seine Stimme hatte einen leicht genervten Unterton – oder bildete ich mir das nur ein?
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Heartdance
Fanfiction~ ღ Das 3. Buch der Hearts-Trilogie. ღ ~ Er war es, der meinem Leben wieder einen Sinn gegeben hatte. Er hatte mir gezeigt, dass es sich lohnte, dass man für etwas kämpfte. Für etwas kämpfte, das einen beinahe umbrachte, aber es war es wert. Er war...
