Es entstand eine kurz unangenehme Stille, die ich versuchte damit aufzulösen, indem ich fragte, ob wir zum Motorhome gehen sollten. Charles nickte und wir gingen los. Währenddessen legte er seinen Arm um meine Schulter und zog mich näher zu sich. Ich war mir nicht ganz sicher, ob das Kribbeln in meinem Buch von Charles kam oder von den Folgen meines Alkoholkonsums am Abend zuvor. Egal, es fühlte sich nicht schlecht an. Plötzlich erkannte ich Max in der Menge, der uns beiden entgegen kam. Er erwiderte meinen Blick und zwinkerte mir anzüglich zu, woraufhin ich auf meine Schuhe starrte, um die glühenden Wangen zu verstecken. Wahrscheinlich hatte ich mir das alles nur eingebildet. Ich ignorierte es einfach und genoss weiter Charles arm auf meiner Schulter.
Beim Motorhome angekommen führte er mich zu einem Raum und nahm ein Glas Wasser vom Tisch und reichte es mir. Ich sah ihn verwirrt an und fragte was ich damit solle. „Da ist eine Aspirin drin. Ich habe mir gedacht, dass du heute ein wenig verkatert bist, was mir auch deine Sonnenbrille verrät. Also hier eine Aspirin, damit du den Tag überstehst." Ich hätte in Tränen ausbrechen können. Diese kleine Geste rettete mir ehrlich meinen Tag und war die Definition von aufmerksam. Dankend nahm ich das Glas entgegen und leerte es in einem Zug. „Du hast mir damit wahrscheinlich mein Leben gerettet", sagte ich und lächelte ihn dankend an. „Warum sitzen wir jetzt hier im Raum?" Ich sah mich etwas um und erkannte seinen Rennanzug und die Unterwäsche, die die Fahrer darunter anziehen. In einer Vitrine standen Pokale und Bilder, die die Siegerehrung von verschiedenen Fahrern abbildeten. Ansonsten stand hier lediglich ein Tisch mit drei Stühlen und eine Couch, auf der ich Platz genommen hatte. „Eigentlich sind wir nur hier, damit du in Ruhe das Glas trinken kannst, aber ich wäre mich vielleicht gerne schon mal umziehen, wenn das für dich okay ist." Sofort sprang ich vom Sofa auf und entschuldigte mich. Ich würde draußen auf ihn warten. Doch bevor ich rausgehen konnte, hielt er mich am Handgelenk fest. „So war das nicht gemeint. Du kannst hier ruhig kurz warten. Das dauert nicht lange und du musst dich nur kurz umdrehen." Langsam nickte ich. Ich sollte im Raum bleiben, während sich Charles Leclerc umzog. In welchem Roman bin ich hier gelandet?
Bevor ich mich umdrehen kannte, begann Charles bereits sein Shirt auszuziehen. Blitzschnell starrte ich auf eine Wand neben mir, aber kam nicht umhin einen Blick zu riskieren und Halleluja. Er war genauso gut gebaut wie Max, wenn nicht sogar noch besser. Ich dachte nicht, dass das möglich war. „Alana, umdrehen!" Da war sie wieder. Die bekannte Röte in meinem Gesicht. Nach fünf Minuten wurde ich etwas nervös, denn eigentlich sollte das doch nicht so lange dauern. „Bin fertig", murmelte er und war gefährlich nah an meinem Ohr. Mein ganzer Körper versteifte sich auf einem Schlag und ich hatte mindestens 150 Schläge pro Minute. Würde mich nicht überraschen, wenn er meinen Puls hören würde. „S-sehr g-gut." Er schien nicht weggehen zu wollen, was mich noch nervöser machte, weil ich nicht erahnen konnte, was als Nächstes passieren soll. Sein Atem streifte weiterhin meinen Nacken, wo sich auch eine Gänsehaut ausbreitete. Er legte meinen Zopf ein wenig zur Seite und dann spürte ich seine Lippen auf meinem Nacken. Er setzte kleine kurze Küsse auf meine Haut, wo es danach kribbelte, als hätte ich dort Ameisen rumkrabbeln. „Charles", stöhnte ich leise, was ihn zum schmunzeln brachte. „Ich tue dir das an, was du mir gestern Abend angetan hast." Mit einem Mal war meine Trance überwunden und ich drehte mich ruckartig um. „Was habe ich dir angetan?", fragte ich erschrocken, denn ich hatte keine Ahnung darüber, dass ich Charles Hals angeknutscht hatte. Das Model vor mir, lächelte überlegen und verschränkte die Arme vor der Brust. Ich Zwerg hingegen stand mit den Händen in der Hüfte vor ihm und wartete mit immer noch kribbelndem Nacken auf seine Antwort. „Soso, du weißt also nicht mehr, was du getan hast." „Gut erkannt, Herr Leclerc", gab ich patzig zurück, weil ich langsam ungeduldig wurde. „Du hast erst Max beim Flaschendrehen geküsst, nachdem Lando ihm eine gelangt hatte, dann hast du noch mehr getrunken und irgendwann hast du, vor deinem Bruder wohlgemerkt, meinen Hals angefangen zu küssen." Oh Gott, ich gehe mich begraben. „Das ist nicht dein Ernst", gab ich kleinlaut zurück und beschloss nie wieder einen Tropfen Alkohol zu trinken. Das mit Max wusste ich, aber nicht, dass ich vor Lando Charles abgeknutscht hatte. Ich sackte auf der Couch zusammen und legte mein Gesicht in meine Hände.
Charles nahm neben mir Platz und schien das ganze nicht so schlimm zu finden. „Ich wollte dir zeigen, was du mir gestern angetan hast und das vor deinem Bruder. Wir sind hier wenigstens alleine, aber meinetwegen kannst du das gerne nochmal machen." Als ich mein Gesicht hob, blickte ich ein grinsendes Gesicht und konnte nicht anders als ein wenig zu lachen. „Du bist doof", sagte ich lachend und boxte ihm auf den Arm. Er hielt mein Handgelenk fest und sah mich plötzlich ernst an. „Alana, ich meine das ernst. Ich fand das schön gestern Abend. Leider warst du betrunken, aber mein Hals steht dir in jedem Zustand zur Verfügung." Ich schluckte schwer. Verarscht er mich gerade? „Nur dein Hals?" Mein Hals war staubtrocken und ich hätte mich für diese Frage wieder Ohrfeigen können. Ich vergraule ihn gerade. Doch statt aufzustehen und zu gehen, rutschte er noch dichter an mich heran und nahm mir die Sonnebrille ab, die ich schon gar nicht mehr bemerkt hatte. „Alles steht dir zur Verfügung", flüsterte er und kam mir sehr nahe. Ich spürte mein Herz gar nicht mehr, weil es bereits si schnell schlug. Er riecht immer noch so gut wie gestern. Wie gerne würde ich diesen Mann jetzt küssen. Ich schloss meine Augen. Gleich passiert es.
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Between Good And Bad
FanfictionAlana ist frech, aufmüpfig, redet, bevor sie denkt und sie will das Leben leben. Als Schwester eines Formel 1-Stars ist es nicht immer leicht, aber sie liebt ihren Bruder trotz so mancher Kabbeleien (bei welchen Geschwistern ist es nicht so?). Ihr L...
