13. The Alpha

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Dieses Heulen. Es klang weiblich und doch sehr bedrohlich. Alle schreckten kurz zurück, gingen dann zur Seite.

"Wer bist du?" Fragte mich die Hündin. "Er ist 'weißer Stern'!" Sagte die Katze, welche mich eben erwischt hatte. "Sei leise, Saphira!" Knurrte die Braun-weiße Border-Collie Hündin und wandte sich wieder mir zu.

"Ich heiße mit Sicherheit nicht weißer Stern!" Knurrte ich. Die Hündin schaute mich verwirrt an. "Wie heißt du?" Fragte sie erneut. "Ich heiße Sky!" Knurrte ich. Die Hündin erschrak. "S-sky?" Sie sah glücklich aus, ihre Augen funkelten.

"Ein weißer Rüde, welcher aus dem Himmel kommt um uns vor dem Bösen zu beschützen... Sky - Himmel" Flüsterte die Hündin vor sich her.

"Was laberst du?" Meinte ich genervt und verdrehte die Augen. "Pass auf, junger Rüde. Seit Jahren werden auf diesem Hof Hunde gequält und unter die Kontrolle der Menschen gebracht. Hier sind schon so viele Hunde ums Leben gekommen..." Sie schaute zu Boden, eine Träne lief ihr die Wange herunter. "Mein Bruder Askett damals auch." Mit einem festen Blick schaute sie mir in die Augen. "Eines Nachts hatte ich einen Traum, eine Prophezeiung in der ein weißer Hund uns hier rausholen würde. Noch hast du vielleicht nichts bemerkt, aber überall sind Kameras und vesuchst du zu fliehen..." Sie schaute auf meine Pfote und sah die Narbe von der Peitsche. "Dann wirst du mit der Peitsche geschlagen." Vollendete ich ihren Satz. Sie nickte. "In meinem Traum hieß es: Es wird jemand kommen. Ein weißer Rüde, welcher aus dem Himmel kommt um uns vor dem Bösen zu beschützen und die Freundschaft zwischen Mensch und Hund wieder herzustellen. Er kommt wie aus dem nichts, wie ein weißer Stern, welcher aus dem Weltall auf die Erde gelangt." Ich schüttelte den Kopf. "Du irrst dich. Das ist, wie du schon gesagt hast, nur ein Traum. Mein Motto ist: Wenn du einen Wunsch hast musst du ihn dir selbst erfüllen und nicht darauf warten, dass es ein anderer tut. Denn dir wird niemand anderes helfen, weil alle anderen genausolche Angst haben. Hör zu, ich bin nicht 'weißer Stern', aber ich bin mir sicher, dass ich auch ohne Begabung hier raus komme und wenn ich tausend Peitschenschläge abkriege" Sagte ich ernst und schaute auf meine Pfoten. "Wenn ihr euch zusammen gegen die Menschen auflehnen würdet, wärt ihr deutlich in der Überzahl und sie hätten keine Chance. Stattdessen vergrabt ihr euch in dieser Höhle und sucht nach einer Lösung in der niemand zu Schaden kommt. Es wird immer Verletzte oder sogar Tote geben, das Risiko bleibt nicht aus. Ihr könnt euch selbst aussuchen ob ihr euch weiter hier verschanzt oder ob ihr um eure Freiheit kämpft!" Ich seufzte.

"Man, was bin ich nur für ein Moralprädiger geworden?!"meinte ich und schmunzelte. Ich lief in Richtung Ausgang. "Warte Sky. Wir gehen mit dir. Wir lassen uns unsere Freiheit nicht nehmen!" Rief sie und ein lautes Geheul erschallte von allen Hunden durch den Raum. "Morgen Mittag hauen wir ab." Meinte sie zu mir. "Abends wäre besser." Meinte ich. Sie schüttelte den Kopf. "Um raus zu kommen müssen wir durch den Zaun. Abends ist da Strom drauf." Sagte sie. "Dann schalten wir den Strom ab." Sagte ich und setzte mich. "Dazu müssen wir an Joey vorbei. Er sitzt im Hauptzimmer und bewacht die Kameras und die Stromschalter für den Zaun und andere Anlagen."

"Eine einzige Person? Das kriegen wir hin." Meinte ich. Die Hündin heulte einmal laut auf und alle waren ruhig. "Hier ist der Plan. Sky, Mona und ich werden den Schichtwechsel von morgen Nachmittag auf morgen Abend abwarten. Wenn Joey den Strom anstellt und aus dem Raum geht um Julian zu holen, machen wir den Strom wieder aus und schließen den Raum ab. Alle müssen sich draußen befinden, keiner darf zu der Zeit im Haus sein! Sobald wir aus dem Haus kommen verschwinden wir durch das Tor in die Freiheit." Alle jaulten auf. Der Kriegsschrei schallte ziemlich laut durch den riesigen Raum.

"Mal so nebenbei, hast du mir immer noch nicht deinen Namen verraten." Lachte ich. "Mein Name ist Josy." Antwortete die Hündin und lächelte. "Danke, dass du versuchst dieses Rudel von seinem Elend zu befreien." Sagte sie. Sie schmiegte sich an mich und vergrub ihren Kopf in meinem seidigweichen Fell. "Keine Ursache." Lächelte ich. "Wir sehen uns dann morgen."

Ich lief aus dem Raum in Richtung Schlafzimmer und legte mich in mein Körbchen. Wenig später kam auch Mona. "Hey... Danke, dass du das machst." Sagte sie mit strahlenden Augen. Ich nickte. "Kein Thema. Ich will doch selbst wieder zurück in die Freiheit." Sagte ich. "Das ist echt mutig von dir."

Ich schüttelte den Kopf. "Ihr macht da genauso mit. Aber eine Frage habe ich noch: weiß jetzt jeder bescheid oder gibt es noch mehr, die von dem Plan nichts wissen?" Ich schaute sie mit schief gestelltem Kopf an. "Ansonsten nur Lucy..." sagte Mona. "Sie hat sich vor langer Zeit auf die Seite der Menschen geschlagen um selbst nicht von ihnen verletzt zu werden." Sagte Mona traurig. "Naja... Gute Nacht, Sky." Sagte Mona und legte sich in ihr Körbchen. Die Tür ging auf und Filou kam auf das Körbchen zugerannt. "Papa wo warst du?! Ich bin aufgewacht und du warst weg..." ich schluckte. "Tut mir leid ich war nochmal kurz draußen aber ich hab dich irgendwie nicht gesehen. Naja, jetzt bin ich ja wieder da." Filou nickte und legte sich zu mir. "Gute Nacht, Papa." Ich legte meinen Kopf auf die Pfoten. "Gute Nacht, Filou."

Ich wusste morgen würde ein anstrengender Tag werden. Noch wusste ich nicht wie ich Filou beibringen sollte, dass wir für immer 'auf Reise' gehen würden.

Sky - Hunde an die MachtWo Geschichten leben. Entdecke jetzt