Hermine POV
Mein Magen drehte sich um, nur wenige Sekunden nachdem die grünen Flammen mich verschlungen haben, und ich fand mich in meiner Unterkunft Widerwillen wieder.
Irgendwie war das Flohen eben eigenartig gewesen, das muss an meinem geschwächten Zustand gelegen haben. Stolpernd kam ich vor dem Kamin zum Stehen und hielt mir die pochende Schulter. Mein Arm lag in einer Dreiecksschlinge nah an meinem Körper gepresst, in absoluter Schonhaltung.
Mein Mitbewohner auf Zeit saß in einer vermeintlich entspannten Haltung, auf seinem Sofa und las im Tagespropheten. Was Rita Kimmkorn wohl wieder für einen Krötermist geschrieben hatte, ihre Artikel waren einfach nur Schmutz, jeder einzelne von ihnen. Mein nicht gerade leises Ankommen hatte nicht nur die Kniesel aufgescheucht, Malfoy blickte von der Zeitung auf und senkte diese.
„Hey."
„Hey."
In diesen zwei Worten lag so viel mehr als nur die bloße Begrüßung. Es war nicht einfach nur ein "Hey"
Es war die Frage dahinter, geht es dir gut, ist alles okay?, wir beide hörte sie deutlich heraus schwingen. Und für einen Moment waren alle Streitigkeiten beiseite gelegt, alle Feindseligkeit vergessen.
Unsere Augen verfingen sich ineinander und unser Blick verhakte sich, nur einen Wimpernschlag lang.
Seine grauen Augen, in denen gerade mal wieder ein unergründlicher Sturm aufbrauste, mit diesem silbernen Ring außen drum, mit meinen Haselnussbraunen.
„Ich habe nicht so früh mit dir gerechnet."
Fand Malfoy als erster die Sprache wieder.
„Das sehe ich."
Von meinem obligatorischen Bett auf seiner Couch war keine Spur mehr zu finden. So viel dazu.
„Es tut mir ja Leid, dass ich dich schon wieder mit meiner Anwesenheit beehren darf. Aber uns bleibt wohl keine andere Wahl, wenn du nicht ins Manor ziehen willst, um mich hier alleine zu lassen." Schneller als mir lieb gewesen ist, wir hatten unsere Grundstimmung wiedergefunden. Das war schnell.
„Niemals!"
Zischte er mir feindselig entgegen und ich wich erschrocken einen Schritt zurück. Von der einen auf die andere Sekunde war der Sturm in seinen Augen explodiert und zu einer grausam kalten Maske gefroren. Ebenso wie sein Gesicht, sein Anblick war zum fürchten und mein Körper war bereit eine Gänsehaut der Angst auszuschicken. Als er weitersprach.
„Granger, du missverstehst mich."
Er schloss die Augen und ich stellte mir vor, wie der große Draco Malfoy bis zehn zählte um sich zu beruhigen, um nicht gänzlich zu implodieren bei der schlichten Anwesenheit einer Muggelgeborenen. Komisch diese Gedanken. Waren sie doch eigentlich in weite Ferne gerutscht.
„Ich verbinde absolut nichts, aber auch gar nichts positives mit dem Manor. Für keinen Preis der Welt, gehe ich dorthin zurück."
Das ist der Punkt gewesen, an dem ich gerne nachgehakt hätte, aber was dort alles geschehen war, wollte ich sicher gar nicht wissen. Ich brauchte kein weiteres Futter für meine Träume. Hatten wir selbst dort doch genug Grausamkeit erlebt.
Trotzdem interessierte mich Malfoy. War es schon als kleiner Junge für ihn so unaushaltbar dort gewesen?
Meine Angst alte Kriegsverletzungen wieder aufzureißen war allerdings zu groß, also unterband ich meine Neugierde und verbot mir diese Frage.
Ich stellte keine Fragen. Keine von ihnen, die in meinem Kopf herumgeisterte und sich in meine Seele brannte. Allerdings verstand ich nun seine harsche Reaktion auf meinen Vorschlag.
„Ich würde gerne duschen gehen und mich dann hinlegen."
Teilte ich ihm stattdessen meine Pläne mit, doch er hatte sich schon wieder dem Tagespropheten zugewandt.
In der Dusche prasselte das warme Wasser auf meinen geschundenen Körper und meine Gedanken fanden wieder die Zeit zu kreisen.
Wie viele Tierwesen hatten wir retten können, alle? Oder nur einen Teil?
Was war passiert als ich mein Bewusstsein verlor. Was war mit den Schmugglern und mit den Rebellen?
Ich würde mir keine Antwort auf all meine Fragen geben können, also beende ich meine Dusche zügig, zog mich an und trat zurück in das ruhige Wohnzimmer.
Ehrlich gesagt hatte ich die Hoffnung gehegt, dass Malfoy vielleicht mein Bett wieder hergerichtet hatte. Aber nichts war davon zu sehen. Wie gerne hätte ich mich einfach nur in den Decken vergraben und für einen Moment meine rasenden Gedanken unter dem schutzbietenden Federbett verschlossen.
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das Wunder der magischen Tierwesen
Fanfiction+++Zu hören jetzt auch auf Spotify+++ https://open.spotify.com/episode/21sK1Mo4Y6k5cb4RaHm7n2?si=2s1Y6o22Q6iTOC_3v48O8A Contentwarnung: Folter von Hexen /Zauberern und Tierwesen, Tod Bitte beachtet, das diese Fanfiktion düstere Elemente beinhaltet...
