Kaffee im Bett

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Hermine POV

Ich weis nicht was ich erwartet habe, aber einen Draco Malfoy der mit zwei Tassen Kaffee und einem nackten Oberkörper lässig im Türrahmen steht, als wäre es das Normalste der Welt,  bestimmt nicht.

Unaufgefordert hielt er mir einen der beiden dampfenden Pötte entgegen.
Dankend umschloss ich ihn fest zwischen meine beiden Hände und pustete ein wenig auf den heißen Kaffee, noch während ich das tat sank ich zurück in die Kissen am Kopfteil des Bettes.
Bei mir hatte die Diptam Essenz sofort wahre Wunder an meiner Schulter gewirkt und ich spürte kaum noch etwas von der Verletzung, die der Fluch dort hinterlassen hatte. Natürlich würde ich sie trotzdem noch ein zwei Tagelang besprechen lassen. 
Ich vermutete lediglich noch ein paar blaue Flecken und Schürfwunden an meinen Armen und Beinen. Am Ellenbogen hatte ich schon einen dunkelblauen entdeckt und ich vermutete ganz stark das ich an meinen Knieen ebenfalls wieder welche finden würde, dabei waren die Alten noch gar nicht ganz verblasst gewesen. Aber es waren nur Hämatome, die würden schneller verschwinden, als ich darüber nachdenken würde. 

„Wie geht es dir denn?" die Frage war so sanft gestellt im Vergleich zu der Arroganz die mich noch vor ein paar Minuten begrüßt hatte.
Gedanklich scannte ich meinen Körper ab und konnte nichts nennenswertes feststellen.
„Es geht mir gut. Besser als dir auf jeden Fall. Danke für den Kaffee."
Schüchtern lächelnd hielt ich im die Tasse entgegen, ähnlich wie einem Toastspruch.
Auch Malfoy kam zurück zum Bett und lehnte sich wie ich an das die Kissen, die am Kopfteil lagen.
Genüsslich schlossen sich seine Augen.
Was für einen surrealen Anblick wir wohl boten.
„Weißt du, mittlerweile sind es die kleinen Dinge die ich zu schätzen weiß. Ich hasse es auf dem Bauch zu liegen und bin heil froh mich wieder auf meinen Rücken legen zu können, oder eben mich einfach nur anzulehnen."
Noch immer waren seine sturmgrauen Augen geschlossen, ich war ehrlich etwas verwundert über diese Aussage und hätte sie gar nicht von ihm erwartet. 
Doch er hatte Recht, wir waren in unseren stressigen Alltag viel zu oft, viel zu wenig achtsam.
Achtsam mit uns, achtsam mit dem Leben und all den kleinen Dingen.

„Wie geht es jetzt weiter?"

Ein Blick in meine Tasse verriet mir, das mein Lieblingsgetränk, sich leider schon dem Ende zu neigte.
„Zuerst werde ich dir einen neuen Kaffee besorgen. Und dann unterhalten wir uns."
Wenn Malfoy so nett war, konnte das nichts gutes bedeuten, skeptisch blieb ich alleine im Bett zurück und murmelte mich noch einmal für einen winzigen Moment in die weichen Decken.

„Hey, Granger." dämmerten leise Worte sanft zu mir durch, als ich mit einem Herzschlag wieder hellwach war und hochschreckte.
„Ich habe gar nicht geschlafen." versuchte ich mich zu rechtfertigen, obwohl dies gar nicht von Nöten war.
„Nein, natürlich nicht." der Zauberer hielt mir meine frisch aufgefüllte bauchige Tasse entgegen. Wie lange war er weg gewesen? Mehr als ein paar Minuten konnten es nicht gewesen sein.

Warum zum Kröter war er so umgänglich, mein Misstrauen wuchs.
„Malfoy, was ist los? Spuk es einfach aus, hör auf nett zu mir zu sein, das macht mir Angst."
„Ist es dir also lieber, wenn ich nicht charmant zu dir bin Granger?" meinen Namen betonte er dabei besonders und beugte sich mir ein Stück entgegen. In der Tat war es mir lieber, wenn Malfoy nicht so, für seine Verhältnisse, furchtbar nett zu mir war.
Er war zurück ins Bett gekommen. Konnte er sich nicht endlich ein Shirt überziehen?
Ich konnte meinen Blick kaum von ihm abwenden.
Noch nie habe ich einen derart freien Blick auf seinen Oberkörper gehabt. Die Vorhänge im Schlafzimmer waren weit aufgezogen und die dicken weißen Schneeflocken tanzen locker vor dem Fenster und erhellten den Raum.
Ich hatte nicht geahnt, dass seinen Körper dermaßen viele Narben zierten. Woher sie alle stammten, oder was er durch sie erlitten hatte, wollte ich das wirklich wissen?
In meiner Vorstellung konnten sie nicht alle erst nach seiner Auroren Ausbildung entstanden sein.
Was also hatte er durchleben müssen? War der dunkle Lord daran Schuld gewesen?

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