Draco POV
Das irgendetwas nicht stimmte merkte ich noch bevor ich richtig zu mir kam und mein Geist wach wurde.
Meine rechte Schulter pochte unangenehm und fühlte sich viel zu schwer an. Ich glaubte auch etwas nasses an meinen Rippen zu fühlen.
Mit meiner rechten Hand versuchte ich an die nasse Spur zu gelangen... und ich traf tatsächlich auf warme Flüssigkeit.
Shit.
Das war nicht gut, überhaupt nicht.
Granger neben mir schlief noch selig und rührte sich kein Stück. Wir waren wirklich aneinander geschmiegt eingeschlafen... das war kein Traum gewesen, trotzdem wirkte es auf mich unsagbar unwahr und wie eine weitentfernte Erinnerung. Oder eine außerkörperliche Erfahrung.
Aufgewacht war ich einige Zentimeter neben ihr, aber ohne jegliche Berührung unserer Körper.
Ich versuchte mich hochzustemmen um die Wunde im Spiegel betrachten zu können.
Mehr schlecht als recht wollte mir das gelingen und ich kam letzten Endes aus dem Bett und trat vor den Spiegel, der an der Wand seitlich zum Bett hing.
Bei Salazar und den verdammten Krötern... das was ich sah bereitete mir Übelkeit.
Ich hatte gerade so den Mullverband abgerissen als ich schmerzhaft und voller Schrecken, naja es war eher Ekel meine Wunde betrachtete.
Wundflüssigkeit floss langsam an meinem Rücken hinab. Irgendwo in der Mitte hatte sich etwas gebildet das wohl Eiter war.
Fuck.
Meine Fingerspitzen kamen lediglich mit dem Rand der Wunde in Berührung und ich musste ein zusammenzucken unterdrücken. Ich fühlte mich gerade wie ein überkandidelter Bodybuilder, der aufgrund seiner Muskelmasse, einfach nicht mehr an seine Schulter kam.
Aber dann entdeckte ich etwas, was mich stutzig machte.
In mitten diesem Chaos aus Blut und etwaigen Flüssigkeiten hatten meine Augen was entdeckt, was dort meines Erachtens gar nicht sein sollte.
Ich versuchte mit meinen Fingern an diese Stelle zu kommen und verrenkte mich dabei umständlich.
Aber egal wie sehr ich mich bemühte meine Finger kamen einfach nicht heran. Und die Schmerzen stiegen, durch die Bewegung, langsam ins überaus unangenehme.
Ich hatte keine andere Wahl.
Leise trat ich an Grangers Bettseite heran und hockte mich hin. Nun waren wir auf Augenhöhe.
Sie lag so friedlich da.
Tja, dass ist gleich vorbei.
Ihr Gesicht zierten ein paar Kratzer und ich konnte einen großen blauen Fleck an ihrem Ellenbogen ausmachen.
Noch bevor ich etwas dagegen unternehmen konnte war meine Hand selbstständig zu ihrer Wange gelangt und schwebte nur wenige Millimeter über ihre vom Schlaf zart rosa gefärbten Haut.
Es würde mich nur eine Bewegung kosten, dieser Versuchung nachzugeben und sie zu berühren.
Da ich aber nicht diese Art von Zauberer war zischte ich stattdessen ihren Namen.
„Granger."
Nichts.
„Granger. Mach schon. Wach auf."
Diese haselnussbraunen Augen blickten mich halb verträumt, halb verschlafen an, bevor sie sich klärten und sich ein miesmutiger Ausdruck über sie legte.
„Du musst mir helfen." erklärte ich ihr ohne Umschweife und betonte die Dringlichkeit in meiner Stimme, während ich ihr meinen kaputten Rücken zuwandte.
„Ich glaube das dort etwas in der Wunde steckt." bei diesen Worten vernahm ich ein Rascheln und vermutete mal das die kleine Hexe sich aufrecht hingesetzt hatte. „Ich habe im Spiegel etwas schwarzes entdeckt, aber ich bekomme es einfach nicht raus, geschweige denn daran. Du musst es für mich entfernen."
Wieder nur rascheln. Was tat sie jetzt?
„Hast du eine Pinzette?"
War ihre einzige Frage. Als Antwort verwies ich sie ins Bad und erklärte ihr wo sie diese finden konnte.
Kaum zwei Minuten waren vergangen als Granger zurück ins Schlafzimmer gestürmt kam.
Ihr Anblick entlockte mir ein kleines Lachen.
„Was ist?"
Oh eine grummelige Granger am Morgen. Perfekt, ich hoffe sie ist trotzdem vorsichtig und nicht rachsüchtig, weil ich sie geweckt habe.
„Nichts. Aber du kommst hier reingestürzt als würden die Todesser dich verfolgen."
„Malfoy." war die einzige Antwort die ich bekam, mit einer Hand dreht sie meinen Körper wieder um und wies mich an mich auf die Bettkante zu setzen. Sie selbst stiegt hinter mir auf die Decken.
Einige Momente verstrichen in einvernehmlichen Schweigen.
Irgendwie war es komisch, das meine Schultern zwischen Grangers Beinen eingeklemmt war. Aber gut, so konnte ich mich nicht viel bewegen und zwar dazu gezwungen still zu halten.
Allerdings konnte ich bisher noch gar keine Schmerzen oder einen Druck spüren.
„Hab's gefunden. Malfoy? Ich glaube das wird jetzt sehr weh tun."
Ach was... dachte ich mir bereits.
„Komm Granger du mochtest es schon früher mir weh zu tun. Ich bin mir sicher, das du es genießen wirst, so wie damals."
„Draco, ich wollte nie jemandem weh tun."
Ich schwieg, unfähig etwas dazu zu sagen. Ebenso schenkte Granger ihren Worten keine weitere Bedeutung.
Die Hand an meiner Schulter lenkte mich ab.
Sie hatte mich nie zuvor bei meinem Vornamen genannt. Es musste ernst sei... Und ich wusste ich wollte meinen Vornamen wieder von ihren Lippen hören. Am liebsten gekeucht..
„Fuck!"
Stöhnte ich auf und zuckte zusammen, zwischen ihren Oberschenkeln.
„Halt still."
Diese kleine Pinzette fühlte sich in meiner Schulter wie ein Messer an, das hinein gebohrt wurde und sich durch mein Fleisch wühlte bis tief in meine malträtierten Knochen. Jetzt verstand ich auch die Hand an meiner Schulter.
Krampfhaft hielt mich diese nun in Position.
Und ich ?
Ich biss mir auf die Unterseite meiner Lippe bis ich den vertrauten Geschmack von Blei auf meiner Zunge schmeckten konnte.
Endlose Minuten vergingen, wäre ich durch Voldemort nicht schlimmeres gewöhnt, hätte ich sie an dieser Stelle gebeten einfach aufzuhören und dem Fremdkörper drinnen zu lassen.
Verdammter Kröter und Quidditchmist, war das unangenehm.
„Ha!" erklang der erlösende Schrei meiner Hinterfrau. Nie hatte ihre Stimme lieblicher geklungen, auch wenn sie meilenweit von lieblich entfernt gewesen ist.
„Nicht bewegen." ich hielt meinen Körper wo er war und hört wie sich Granger über das Bett bewegte.
Kaum war sie wieder bei mir angelangt fühlte ich wie kalte Tropfen auf meine Wunde trafen und unterdrückte erfolgreich ein Zischen.
Dann endlich kam die Erlösung und dieser feuerbrennende Schmerz war weg. Zurück blieb ein unangenehmes, aber aushaltbares Pochen. Ein leichter Druck.
Euphorisch warf die kleine Hexe hinter mir ihre Arme um mich und drückte mir die Luft fast ab.
„Granger!" rief ich erleichtert, fast grinsend aus, legte aber eine Hand auf ihren Arm und streichelte ihn flüchtig.
Schon war der Moment vergangen, so schnell wie sie gekommen war, hatte sie ihre Berührung auch schon wieder gelöst und ich dreht mich zu ihr um.
Unsere Gesichter waren ganz nah beieinander, wenn ich gewollt hätte, wäre ihr Atem zu meinem geworden.
„Dankeschön." Ein Wort, das eher nicht zu meinem üblichen Vokabular gehörte.
Ich drücke sanft und kurz ihre Hand.
Dann hielt sie mir etwas undefinierbares schwarzes schleimiges vors Gesicht, was sie mit der Pinzette festhielt. Und jegliche aufkeimenden Gefühle sofort erstickte.
„Will ich wissen was das ist Granger? Es liegt mir fern, jetzt zu einem Testobjekt von dir zu werden."
Ekel stieg in mir auf.
„Harry hat mir gesagt, das du ebenfalls im St. Mungos untersucht wurdest. Wie konnten sie dieses Stück Holz nicht finden? Es ist, nehme ich an, total verkohlt. Das hat die Entzündung ausgelöst. Deswegen hat die Diptam Essenz dich zuerst nicht geheilt. Wir mussten erst den verkohlten Splitter entfernen. Das sie das übersehen haben.." Murmelte die braunhaarige Hexe hinter mir auf dem Bett aufgebracht.
Ich grinste.
„Was?"
Sie war wirklich unverbesserlich.
„Darauf ist die schlaueste Hexe ihres Jahrgangs also nicht gekommen? Ein einfacher Splitter. Amüsant."
Wir mussten nun beide Schmunzeln und ich wusste das die kleine Hexe ehrlich erleichtert war.
Und da ich mit ihr sowieso bereits alle meine Regeln brach und sie liebend gerne Grenzen überschritt, beugte ich mich vor und gab ihr einen zarten, fast versteckten Kuss auf ihren Mundwinkel, als Zeichen meines Dankes und stand auf.
„Was ist?" fragte ich sie, nun besser gelaunt.
„Du bist unverbesserlich Malfoy."
Es war das erste Mal seit Tagen, das ich sie etwas losgelöster sah. Ohne wieder die gewohnte Distanz zwischen uns bringen zu wollen. Ich glaube sie war wirklich erleichtert, das wir mein Problem lösen konnten.
Auf ihrer Jagd nach den Horcruxen hatte das Trio sicher viele unschöne Verletzungen erleiden müssen.
Dennoch kam das Verlangen von letzter Nacht wieder über mich und ich beugte mich ihr wieder entgegen.
Setzte meinen arroganten Blick und ein Grinsen auf, ich war als Malfoy unverbesserlich, sie hatte schon Recht.
„Ich glaube ich fand es besser, als du mich bei meinem Vornamen angesprochen hast."
Und dann ging ich... und machte Kaffee für uns beide. Aber das konnte sie nicht wissen. Also ließ ich sie für einen Moment einfach sprachlos zurück.
Hermine Granger sprachlos zu machen, hatte ich auch noch nicht geschafft. Und es verschaffte mir ungeahnte Befriedigung.
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das Wunder der magischen Tierwesen
Fanfiction+++Zu hören jetzt auch auf Spotify+++ https://open.spotify.com/episode/21sK1Mo4Y6k5cb4RaHm7n2?si=2s1Y6o22Q6iTOC_3v48O8A Contentwarnung: Folter von Hexen /Zauberern und Tierwesen, Tod Bitte beachtet, das diese Fanfiktion düstere Elemente beinhaltet...
