Hermine POV
Der nächste Morgen hatte mich schneller begrüßt als mir lieb gewesen ist. Meinem Gefühl nach zu urteilen hatte mein Kopf gerade erst das Kissen berührt und ich war eingeschlafen. Müde rieb ich mir über die verklebten Augen. In meinem Magen lag ein undefinierbares Gefühl. Es gelang mir nicht diese Empfindung genau zu beschreiben. Musste ich an irgendetwas denken? Oder hatte ich etwas vergessen?
Hatte ich, fiel mir ein, als sich die Bilder der letzten Nacht verschwommen den Weg in meinen Geist bahnten. Der Traum heute Nacht war eigenartig gewesen, zu meinem Bedauern konnte ich nur noch nach Bruchstücken greifen.
Halb liegend, auf den Bauch gedreht fummelte ich mit einer Hand in meiner kleinen Tasche, die ich gestern Abend neben die Couch gelegt hatte und zog nach einer kurzen Suche, einen kleinen Pergamentblock heraus. Sollte mich nun wieder so irritierende Träume aufsuchen, würde ich versuchen sie aufzuschreiben.
Mürrisch setzte ich mich auf, der Kniesel, der nun wirklich mal einen Namen brauchte, hob wie schon vergangene Nacht seinen Kopf und streckte dann seinen Körper genüsslich. Die machten es schon genau richtig, erstmal ausführlich alles strecken und dann langsam wach werden.
Und ich, ich schlurfte mitsamt meinen Schlafklamotten in die Küche, immer dabei, mir auf den Fuß folgend, das kleine Tierwesen, und versorgte mich erst einmal mit diesem furchtbar köstlichen Heißgetränk.
Wie ich es liebte, wenn sich beim Mahlen der Kaffeebohnen ihr Duft in der gesamten Küche verteilte.
Fast sofort hellte sich meine Laune auf. Ich musste herzhaft Gähnen und warf dabei einen Blick aus dem Küchenfenster.
Kleine filigrane Flocken tanzten wild durcheinander von dem schneegrauen Himmel herab, vom Wind getrieben und auf den Straßen vor den Häusern war schon eine dünne Schicht aus frischem weißen Schnee zum erliegen gekommen.
Mein Herz wurde schwer bei dem Gedanken daran, dass ich normalerweise bei diesem Wetter zu Fuß Ministerium gelaufen wäre. Nur war das leider im Moment nicht möglich, naja möglich war es schon, aber sehr töricht und leichtsinnig. Was meiner Laune wieder einen kleinen Dämpfer verpasste.
Der schwarz-weiße Kniesel strich mir schnurrend um die Knöchel.
„Na Kleiner, du hast wohl Hunger." Sprach ich ihn an und kraulte ihm hinter seinen flauschigen Ohren, was er mit einem lauterwerdenden Schnurren quittierte.
„Dann komm." Wie ein Hund der Beifuß lief, ging das junge Tierwesen neben mir her, wartete geduldig das ich meine Tasse abstellte und das Futter für beide Tierwesen in die zwei Näpfe gefüllt hatte.
Kaum hatte der zweite Kniesel das rascheln der Futtertüte vernommen kam er, ich vermute mal aus Malfoys Schlafzimmer, angelaufen und stürzte sich nun ebenfalls auf das Essen.
Hinter dem Tierwesen kam ein ziemlich zerknautsch aussehender Malfoy ins Wohnzimmer getreten.
„Granger." Nickte eh mir überhaupt nicht feindselig zu. „Malfoy."
„Schickes Shirt."
Mist, ich brauchte gar nicht erst an mir herunter blicken, ich hatte noch immer sein altes Shirt am Körper.
Profis!
„Mhmh." Eine ausführlichere Antwort bekam er nicht. Ich kramte meine Alltagstaugliche Kleidung aus meiner Tasche und verschwand im Bad. Ich war gerade beim Zähneputzen da hörte ich eine Stimme hinter der Tür.
„Diese Kniesel werden mich ins Grab bringen. Dieses Ding hat ernsthaft versucht heute Nacht auf meinem Gesicht zu schlafen." Ich unterdrückte ein Lachen und spukte die Zahnpasta aus. „Trotzdem ist dieses Vieh noch quicklebendig. Als ich anfing zu Fluchen, hat es mich angesehen und ist beiseite gegangen, auf die leere Seite des Bettes. Haargenau wie ich es ihm gesagt hatte. Er hat mich mit einem derart fixiertem Blick angeschaut, das ich den Eindruck hatte, das Ding hat mich genau verstanden. Ich dachte das solltest du wissen."
Ihm war es also ebenfalls aufgefallen.
Das Wasser in meinem Mund spukte ich aus um ihm zu antworten. „Danke Malfoy."
Ich hörte wie sich seine Schritte von der Tür entfernten.
Interessant.
Planänderung. Ich nahm mir vor heute in den tiefen des Archives des Ministeriums, in der Abteilung für magische Tierwesen, zu forschen. Vielleicht kam ich dort endlich zu neuen Erkenntnissen.
Als ich das Wohnzimmer meinerseits wieder betrat stand Malfoy noch immer da. „Ich denke du solltest dem alten Archiv heute einen Besuch abstatten." Ein Schmunzeln legte sich auf meine Lippen.
„Ich hatte tatsächlich genau das vor und wollte dich darüber in Kenntnis setzen."
Nun lag auch auf seinen, sonst so verkniffenen Lippen, ein warmes Schmunzeln.
Irgendwie hatte ich das Gefühl, das wir seit meiner ungryffindorhaften Aktion gestern Abend, jetzt besser miteinander auskamen. Ganz so, als hätte ich mir damit einen Funken Respekt bei ihm verschafft.
„Wie lange dauert es, eine Freigabe dafür zu erhalten? Besteht die Möglichkeit auf einen Eilantrag?" trotz meiner Forschung hatte ich keine ausreichende Freigabe, da ich nie offiziell dargelegt hatte an dem einen oder anderen Thema zu forschen. Ich wollte es für mich behalten, solange es nicht ansatzweise vorzeigbar war.
„Du kannst mit mir reingehen. Ich habe so ziemlich alle Freigaben vom Ministerium erhalten."
Ha, diese Arroganz hatte ich schon fast vermisst. Im Moment war ich aber einfach dankbar dafür, das wir keine elendig langen bürokratischen Wege gehen mussten.
„In Ordnung. Wann können wir los?" in meinen Fingerspitzen kribbelte es vor Aufregung. Das Archiv des Ministeriums war fast so angenehm wie die Bibliothek in Hogwarts. Das Archiv war riesig, bisher war zwei Mal dort gewesen.
Widererwarten war es ähnlich wie eine Bibliothek aufgebaut und bot genügend Plätze um tagelang dort unten zu lesen, zu forschen und Informationen zu sammeln.
Im Vergleich zum Ministerium, war das Archiv nicht so kalt und streng. Ich hatte mich damals auf anhieb dort wohl gefühlt und konnte es kaum erwarten gleich wieder diese wunderbaren Räume zu betreten.
Geduldig wartete ich darauf das Malfoy sich umkleidete und wir starten konnten.
Kaum waren wir ins Ministerium gefloht wollte ich mich auf direktem Weg zu dem Untergeschoss begeben.
„Granger." Erklang seine Stimme hinter mir und ich blieb stehen. „Ich muss vorher noch in mein Büro. Es dauert nur einen Moment. Sei so gut und hole mir aus der Cafeteria einen starken schwarzen Kaffee und etwas zum Frühstück. Immerhin kannst du dank mir, gleich deinem unendlichen Drang Bücher zu wälzen nachgeben."
Das konnte doch nicht sein Ernst sein. Mit wütenden Augen funkelte ich ihn an. „Malfoy." Kam es gefährlich leise über meine Lippen, ich wusste genau was er hier tat.
Er aber zuckte lediglich mit den Schultern. „Du kannst auch einen Eilantragstellen, aber selbst dieser wird nicht vor dem Wochenende bewilligt werden. Deine Wahl."
Dieser arrogante Mistkröter. Ich stieß einen tiefen Seufzer aus. „Gut du hast gewonnen. Wir treffen uns unten." Murmelte ich. Sein triumphierendes Lächeln verwarf auch den Rest meines aufgeregten Kribbelns und ich trat geschlagen den Weg zur Cafeteria an.
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das Wunder der magischen Tierwesen
Fanfiction+++Zu hören jetzt auch auf Spotify+++ https://open.spotify.com/episode/21sK1Mo4Y6k5cb4RaHm7n2?si=2s1Y6o22Q6iTOC_3v48O8A Contentwarnung: Folter von Hexen /Zauberern und Tierwesen, Tod Bitte beachtet, das diese Fanfiktion düstere Elemente beinhaltet...
