War das ein Fehler?

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War das ein Fehler?

Hermine POV

Das war definitiv eigenartiges Verhalten, das Shaklebolt an den Tag gelegt hatte, selbst für einen ohnehin schon verwirrten Zauberer, zu dem unserer Minister inzwischen geworden ist.
Beinahe zeitgleich sind Harry und ich, ganz wie in alten Zeiten, aus der Flügeltür gestürmt und rannten in die untere Etage zu den Zellen. Als wir ankamen blieben uns noch genau zwölf Minuten. Harry klopfte zwar noch an die verriegelte Tür der Zelle, öffnete sie jedoch keine Sekunde später, nicht mehr wartend könnend, selbst mit einem lautlosen Alohomora.
"Shaklebolt hat uns eine Deadline gesetzt, ich brauche deine Berichte jetzt, was wissen wir?" stürzte mein bester Freund übereilt los.

"Jetzt?" fragte der Auror, von der Situation vollkommen überrumpelt.
"Sofort!" nun führte Harry die kleine Schreikette fort, welche erst vor wenigen Minuten begonnen hatte. Ich würde ihn jedoch später darauf hinweisen, und in diesem Moment nicht seine Autorität in Frage stellen in dem ich ihn vor den Kollegen auf sein unschönes Verhalten hinwies.
"Ich ähm.." begann der Zauberer, dessen Namen ich nicht kannte, zu stottern. Es war offensichtlich das auch er von der Situation überrumpelt war. Und zudem nun auch überaus eingeschüchtert, ja fast ängstlich wirkte.
"Sein Geist ist sehr verschlossen, ich komme einfach nicht an Informationen. Ich glaube nicht das er ein derart guter Okklument ist, ich habe eher den Verdacht, das er obliviert wurde."
Verdammt, das war gar nicht gut.

Ohne weiter abzuwarten stürmte Harry wieder aus der Zelle, um direkt gegenüber in die zweite besetzte Zelle zu gelangen. Durch den Lärm den wir verursacht hatten, hatte der Auror namens Pieth seine Tür bereits für uns geöffnet und Harry stellte ihm augenblicklich dieselbe Frage. Leider, mit dem gleichen Ergebnis. Auch aus diesem Zauberer waren keine Informationen zu bekommen. Er wurde Obliviert. Das stand fest.

Blieb noch einer übrig, meine Hoffnung aber sank, ich kannte das Ergebnis bereits bevor der Zauberer es uns mitteilte. Kein Erfolg. Alle drei Zauberer wurden mit dem Vergessenszauber belegt. Sie hatten also recht mit der Vermutung, dass ein mächtiger Zauberer im Verborgenen agierte und wir diesem nun verdächtig nahe gekommen waren. Denn zuvor hatte der Kopf des Ringes, keiner derartigen Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Das war sowohl ein gutes und ein schlechtes Zeichen, denn nun wir mussten umdenken und unsere Strategien erweitern, wenn ein so mächtiger Zauberer, oder Hexe dahinter steckte mussten wir mit noch mehr Sorgfalt vorgehen, um uns keinen einzigen Fehler zu leisten.
Mit zitternden Fingern berührte ich Harry an der Schulter.

"Komm, lass uns zurück in unser Büro gehen, wir informieren Malfoy und das restliche Team. Vorher lassen wir Kingsley unseren Bericht zukommen. Wir haben noch etwa vier Minuten."
Alleine der Zeitdruck schien Harrys Körper in Bewegung zu setzen. Seine Miene war ein Ausdruck purer Wut und seine Ohren waren rot angelaufen, ein sicheres Zeichen dafür das er unglaublich frustriert und wütend war. Wer konnte es ihm verübeln.
Und ich konnte mir bereits denken, das mein geliebter Slytherin ebenso wütend reagieren würde. Nur war Malfoy für mich in diesem Punkt unberechenbarer, Harry kannte ich seitdem wir Kinder waren, wir kannten uns in und auswendig, all unsere Muster und Verhaltensweisen. Ich konnte ihn deuten und lesen wie ein offenes Buch, wie eines meiner Lieblingsbücher. Bei dem blonden Zauberer allerdings war das nicht der Fall, er war für mich unvorhersehbar, wir kannten uns zu wenig, als das ich ihn in einer solche Situationen einschätzen konnte. Er war nicht mehr dieser Junge aus unseren Schulzeiten, doch wie als Auror in solchen Situationen umgeging würde ich wohl schon sehr bald erfahren.
Ein Fakt der mich latent nervös machte. Von diesem Fall hing so viel ab.
Alles, unzählige Seelen unschuldiger Tiere.

Wir hasteten atemlos die Treppen nach oben zurück zu den Fahrstühlen und eilten noch immer ohne die ausreichende Menge Luft in unseren Lungen in unsere Kommandozentrale, noch während wir rannten begann Harry damit, mit einer Zauberfeder, die der von Rita Kimmkorn ähnlich war, den Bericht zu schreiben, schreiben zu lassen.
"Hermine schnapp dir die Akten und dann los." Ich griff übereilt nach den verstreuten Akten der Magiezoologen auf dem breiten Tisch und zog sie unordentlich zusammen, hob sie auf meine Arme, mit einem letzten Blick vergewisserte ich mich, dass ich wirklich alle wichtigen Dokumente hier in meinen Armen hielt und kein einziges Pergament, das wir noch benötigten auf diesem jetzt freien Tisch lag.
Harry war schon wieder aus dem Büro getreten und ich folgte ihm, noch immer völlig außer Atem, mein Herz polterte so heftig in meiner Brust, als würde ich gerade einen Marathon laufen. Da half auch das ganze Aurorentraining nichts.
"Hey!" Ich reagierte nicht auf das Zurufen, auch wenn mir die Stimme wage bekannt vorkam in meinem Geiste.
"Granger, bleibt verdammt nochmal stehen!" Es war Malfoys Stimme die unsere Hektik wie ein Schwert durchbrach, er war mir in seiner Größe so sehr überlegen, dass es ihn kaum Anstrengung kostete mich einzuholen.
"Bei Salazar, was ist denn in euch gefahren?" auch Harry war einige Meter hinter uns stehen geblieben, sein Blick war düster, so dunkel wie ich ihn lange nicht gesehen hatte. Genaugenommen seit dem Krieg und dieser finsteren Zeit die wir durchlebt haben.
"Shacklebolt hat uns eine minimale Deadline gesetzt. Komm mit in sein Büro, dann können wir dich gleich mit ins Bild setzen." Und damit hatte der goldene Junge sich schon wieder umgedreht und hetzte auf die schwarze Tür zu, auf der in leuchtenden Buchstaben der Name des Zaubereiministers prangte.

Kingsley Shacklebolt
Zaubereiminister

das Wunder der magischen TierwesenGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt