Immer, wenn du bei mir bist, dann heilt ein Teil von mir.

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POV Hermine

Meine Wohnung kam mir fremd vor. In der Luft hing noch ein dezenter Geruch von verbranntem. Meine Wohnung musste gebrannt haben und jemand hatte sie wiederhergestellt.

Müde von der Anstrengung der letzten Monate verließ mich all meine Kraft und sackte vor dem Kamin auf der Couch zusammen. Meine Tasche ließ ich einfach fallen.
Mit de Zauberstab machte ich mir eine große runde Tasse heißen Tee. Ich war müde, körperlich und seelisch, so müde. 
War es immer schon so anstrengend gewesen sich von einem Kampf zu erholen? 
Nein, natürlich war es das nicht, doch ich war es die dieses Mal anders war. Mir fehlte die Motivation und meine Prise Positivität. Denn ich war nur noch leer.
Der erneute emotionale Verlust meiner Eltern und mein fehlendes Gedächtnis hatte mich völlig ausgebrannt, selbst wenn ich mich nach meinem starken ich sehnte, konnte ich es gerade einfach nicht abrufen.

Ohne meine Übungen zu machen, was ich Heilerin Laurent noch so überzeugend versichert hatte, schlief ich einfach ein.
In einer leeren Wohnung, die sich eigentlich wie zu Hause anfühlen sollte.


Dank des Lavendeltees hatte ich weder Flashbacks noch böse Träume in der vergangenen Nacht gehabt und sah das als Anlass genug mich aufzurappeln, meine Kleidung zu waschen, genauso wie mich selbst, ich ging sogar einkaufen und nachdem ich zum ersten Mal seit sehr langer Zeit einen tristen Tag alleine überstanden hatte, betrat ich mein Schlafzimmer.
Fühlte sich so eine depressive Phase an? So farblos und leer? Meine Trauer hat so viel genommen, das nur ein stumpfes Pochen übrig geblieben ist.
Am liebsten hätte ich mich in meinem Körper verkriechen wollen, vor allen, vor der Welt, vor meinen Freunden und vor mir selbst, doch bevor es dazu kommen konnte fiel mein Blick auf etwas das wie ein Stapel Pergament aussah und definitiv nicht auf meinen Nachttisch gehörte.

Sagt man nicht, dass die leisesten Schreie die schlimmsten sind? Meine leisesten Schreie sind die die am lautesten sind und doch für niemanden zu hören, nur für mich selbst, in meinen Ohren rauscht das Blut und meine Sicht verengt sich wieder. 

Trotzdem setzte ich einen Fuß vor den anderen, zwinge mich meinen Körper weiter zu bewegen und trete an den Tisch neben dem Bett heran. Es sind in der tat Pergamente, ein ganzer Stapel davon, ich beuge mich herunter, und meine Sicht wird wieder klarer, denn ich kenne diese Schrift. Die mittlerweile so vertraute Panik nimmt ab, und bewusst atme ich der Angst entgegen.
Ich weiß nicht von wem, aber ich bin mir sicher, dass ich diese Handschrift kenne. Es sind Briefe erkenne ich auf den zweiten Blick. Vorsichtig hebe ich sie hoch und setzte mich auf das Bett.

Hermine,
wie soll ich nur beginnen?
Wir schreiben kaum 48h nachdem die Heiler mir offenbart haben, dass du überleben wirst.
Ich stelle mir vor, dass du schläfst. Das macht es erträglicher, doch meine Angst um dich will nicht weichen. Vielleicht wird sie es erst, wenn ich dich wieder in meinen Armen halten kann, vielleicht nie wieder.
Ich bete jeden Tag dafür, dass du wieder aufwachen wirst. Du bist so stark, wahrscheinlich die stärkste Hexe die ich kenne. Potter ergeht es genauso, ich kann es in seinen Augen sehen. Wir wollen nur das du wieder aufwachst.
Das deine unverwechselbaren Augen mich anschauen.
Ich bin so aufgewühlt, wie ich es noch nie zuvor in meinem Leben gewesen bin und ehrlich gesagt habe ich absolut keine Ahnung wie ich damit umgehen soll, deswegen werde ich dir schreiben, fortan jeden Tag.
Ich möchte dir zeigen, dass du nicht alleine bist.

Granger, ich vermisse dich.

Jeden einzelnen Tag.

Draco


Draco, wie in Draco Lucius Malfoy?
Hat ernsthaft der Slytherinprinz, ein vermeintlicher Todesser mir Briefe geschrieben?
Seine Handschrift ist wunderschön. Ich erinnere mich an sie, unzählige Notizen kommen mir in den Sinn und verschwinden wieder.
Ich blättere das Pergament um und lese die nächsten, es sind so viele.
Malfoy hat sein Wort gehalten und mir jeden Tag einen Brief hinterlassen.
Es sind so viele Erinnerungen, Momente die wir teilten, unsere Begegnung im Fahrstuhl und was danach passiert ist. Unser erster Kuss.
Unsere Kniesel und wir wir die Namen für die gefunden haben.
Der Splitter in seiner Schulter und was danach passiert ist. 
Mit jedem weiteren Wort verstärkt sich die Gänsehaut auf meinem Körper. 


Es ist der wohl schönste Liebesbeweis und ich konnte mich nicht daran erinnern. 

Mein Herz brennt, ich bin überrascht, fassungslos, traurig zugleich und doch verspüre ich auch Glück.
Er hat unsere Momente mit mir geteilt wie einen Schatz, der nur uns beiden gehört. Ich bin zutiefst gerührt. Das Tränen meine Wangen benetzt haben, bekomme ich erst mit, als vereinzelte Tropfen auf die Decke unter mir fallen.
Und auch auf die letzte Notiz die ich zwischen meinen Händen halte, ist etwas getropft, doch als ich seine Worte lese, kann ich nicht verhindern, das noch mehr Tränen über meine Augen und Wangen laufen.

das Wunder der magischen TierwesenGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt