Wenn die Gedanken zu schwinden beginnen. Wenn der Körper bereits bebt. Wenn das Rauschen im Kopf nur noch das eigene Seufzen übertönt. Dann ist der Moment erreicht, in welchem nichts anderes von Bedeutung ist. In welchem man eins ist. Eins mit demjenigen, den man will, genießt oder gar liebt. Eins mit dem eigenen Verlangen, der Lust, vielleicht auch dem reinen Trieb.
Eins.
Wann war dieser Augenblick zwischen uns erreicht gewesen?
Ich wusste es nicht, konnte ich es doch kaum in meiner Gier erkennen, doch ich hatte jede Sekunde seines Vergessens erwidert und es in mir eingesogen.
Es waren die letzten Sonnenstrahlen des Tages gewesen, die den Raum erröten ließen. Schwere Schatten legten sich auf seiner Haut ab und zeichneten die Narben seiner Vergangenheit nach und doch - sie wirkten wie feine Linien, die seinen Körper zu schmücken schienen, so als trüge er sie nur für diesen Augenblick.
Ich seufzte als meine Augen ihnen folgten - hin zu seinem Schoß, der mein Verlangen stillen sollte. Auffordernd glitt meine Hand dabei an seinem Oberkörper entlang, was er nur beobachtete. Mit diesen Augen, die mir nicht verraten wollten, ob er es vielleicht sogar genoss.
„Willst du es nicht auch?" ,hauchte ich, bevor ich ihn küsste.
Meine Zunge in seinem Mund. Meine Hände an seinem Rücken. Mein Körper unter seinem. Mir wurde heiß.
„Du und deine Fragen..." , flüsterte er mir ins Ohr. „Als würdest du mir eine Wahl lassen..."
Ein wenig überrascht sah ich ihn an. Doch sein Lächeln verriet es mir - diese Worte waren kein Vorwurf. Sie waren vielmehr seine Art, es zuzulassen, mich herauszufordern oder es gar einzufordern. Ich grinste, während ich mir meine Bluse auszog, nur um im nächsten Moment seine Finger auf meiner Haut zu spüren.
An meinem Busen, über meinen Bauch hinweg, bis hin zu meinem Schoß. Er brannte in mir, auch wenn seine Berührungen mich zu kühlen schienen. Das Spiel seiner Finger - es ließ mein Stöhnen den Raum erfüllen. Ganz und gar - bis mein gesamter Körper zu kribbeln begann.
„Wenn du so weitermachst, dann..."
„Was glaubst du, was ich vor habe?" ,unterbrach er mich, nur um mich bei der nächsten Gelegenheit weiter in die Höhe zu treiben. Und ich? Ich ließ es zu. Ohne zu zögern, zog ich den Rest meiner Kleidung aus und drückte ihm meinen Schoß entgegen, um diese ergreifende Hitze in mir aufkommen zu lassen, bis die Entspannung mich endlich ergriff.
Ich rief seinen Namen. Wollend. Mich ergebend. Diesen kurze Augenblick der Leere auskostend, bevor ich ihn doch etwas verlegen anschaute.
„Meinst du, du kannst dich jetzt etwas zügeln?" ,fragte Levi mich nun, nachdem er den Schwall meiner Lust abgewartet hatte und sich dabei frei machte. Meine Wangen glühten noch immer.
„Ich glaube, ja?"
Ich folgte seiner Bewegung. Levi lehnte sich zurück, sodass ich mich auf seinen Schoß setzte. Er sah mich ein wenig skeptisch an, bremste mich bereits, während er seine Hände an meiner Hüfte hielt - immer bereit einzugreifen. Ich musste ein wenig schmunzeln.
„Nicht so wild..." ,seufzte er, als ich mich auf ihn niederließ, um ihn zu spüren. Sein Atem auf meiner Haut. Seine Lust tief in mir. Bei mir. Ich griff nach seinem Haar als unser Rhythmus begann.
Erst langsam, so wie er es verlangt hatte, bis die Gier mich vorantrieb. Dieser Drang, ihn immer fester in mir zu fühlen - so sehr, dass der Schmerz den Geist vertreibt. So sehr, dass der Verstand dem Hunger nach Leidenschaft weicht. So sehr. Ich konnte es nicht verhindern, mich darin zu verlieren. Nicht verhindern, mich selbst zu vergessen und nur noch ihn zu sehen. Diese Augen, die wie meine glühten. Dieses Haar, dessen Schwarz mich in sich einsog. Diese Lippen, die sich auf die meinen drückten, als seine Lust sich in mir ergoss.
Levi.
Als meine Gedanken zu schwinden begannen. Als unsere Körper nur noch bebten. Als das Rauschen in meinem Kopf nur noch von deinem Seufzen übertönt wurde, war der Moment erreicht, in welchem nichts anderes von Bedeutung war. In welchem wir eins waren. Eins mit demjenigen, den wir wollten, genoßen oder gar liebten. Eins mit unserem eigenen Verlangen, der Lust, vielleicht auch dem reinen Trieb.
Eins.
Dieser Augenblick - er war viel zu kurz gewesen und doch hatte er uns all die Zweifel, Ängste und Leiden vergessen lassen. Für ein paar Sekunden, vielleicht auch Minuten oder gar Stunden, in denen wir berauscht nebeneinanderlagen. Einander haltend, so als wäre es ein Versprechen, und doch wissend, dass es nichts mehr als eine Illusion von Glück war. Nichts mehr. Und dennoch - so perfekt.
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Spin Off - Grenzen vergessen Levi x Reader
RomanceWer sagt, dass das Schicksal immer gleich ablaufen muss? Wer meint zu wissen, wie sich ein Moment auswirken kann, während ein Andere das ganze Leben in sich verschluckt? Wer weiß schon, was das richtige Ende ist und was vielleicht nur ein Traum war...