22. Kapitel

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„You don't know what you did, did to me
Your body lightweight, speaks to me
I don't know what you did, did to me
Your body lightweight, speaks to me"


Under The Influence - Chris Brown


„Siehst du? Genau deswegen wollte ich dir nicht erzählen, dass ich diesem Spinner begegnet bin." beschwerte sich Kiara und lief angesäuert samt Law am Arm ins Wohnheim zurück. Dieser erwiderte jedoch nichts und lief stumm an der Hand seiner Freundin. Es war idiotisch gewesen, sich von Eustass provozieren zu lassen. Er hätte es besser wissen müssen und einfach gehen sollen, doch heute war einfach nicht sein Tag und Kid war der Letzte, den er gebraucht hatte.

Und dann musste er auch noch daran denken, wie er Kiara angefasst hatte, da war Durchzug im Kopf. Dabei war es selten, dass er so die Beherrschung verlor. Law hatte keine Ahnung, warum er sich von dem Rothaarigen immer gleich so getriggert fühlte. Es war, als würde sein gesunder Menschenverstand einfach seinen Körper verlassen.

Eigentlich wollten die beiden nur etwas essen gehen, aber heute sollte es offensichtlich einfach nicht sein. Kid war den beiden auf der Straße begegnet, er hatte zu viel getrunken und das, was er diesmal zu sagen hatte, brachte das Fass auch einfach zum Überlaufen.

„Na, hat Bauer sucht Frau endlich funktioniert?"

Schlecht gelaunt verzog Law das Gesicht.
Kid war es nicht wert weiter über die Sache nachzudenken, aber es ließ ihm auch keine Ruhe und weh tat es ihm auch. Mit seiner Faust hatte der Rothaarige den jungen angehenden Arzt voll am Wangenknochen erwischt und einmal an seinem Mund. Vermutlich würde das sogar noch blau werden und die Lippe war ohnehin aufgerissen. Er wollte sich gar nicht ausmalen, was seine Kollegen und Vorgesetzten dazu sagen würden, mal davon abgesehen, wie unprofessionell das auf Patienten wirken würde.

Selbst die Polizei war vor Ort gewesen, um die beiden Streithähne zu trennen oder eher um Eustass unter Kontrolle zu bekommen, denn der Schwarzhaarige hatte sich schon diverse scharfe Blicke seitens Kiara gefangen und daraufhin sich einfach an die Wand gelehnt, so wie die Polizei den wahnsinnig gewordenen Rothaarigen in Gewahrsam hatten.

Mit schnellen Schritten waren die beiden durch die Dunkelheit geeilt. Warum Kiara zum Wohnheim lief, wusste sie selber nicht so genau, sie war einfach losgelaufen und irgendwann hatte sich eine Richtung ergeben. Sie war wütend, dass der Schwarzhaarige sich so herausfordern ließ, aber auf der anderen Seite hätte sie wohl gar nicht anders gehandelt.
Trotz allem war sie sauer, denn das war nicht seine Art.
Und Law wusste, dass das so war.

Im Wohnheim angekommen, zog die Blauhaarige wortlos ihren Freund mit in die Küche. Nahm dort einen Kühlakku aus dem Froster und händigte ihm diesen samt Küchentuch aus. Law unterdessen hatte sich auf einen der Barhocker gesetzt und sah Kiara dabei zu, bis er seinen Wangenknochen kühlen konnte. Als er den eingewickelten Kühlakku an seine Wange hielt, fühlte es sich für einen Moment sogar gut an, er hatte ganz vergessen, wie schmerzhaft so ein Schlag ins Gesicht sein konnte. Kiara hingegen hatte sich ihm gegenüber auf die Theke gelehnt und betrachtete ihn mit verengten Augen und verärgerter Miene. Der Schwarzhaarige wagte nur einen flüchtigen Blick zur Seite und wollte gerade etwas sagen, als eine von Kiaras Freundinnen in die Küche kam.

„Was ist denn hier los?", erblickte Nami die beiden, als sie dabei war, einen Teller wegzubringen.
„Klappe.", ertönte es synchron verdrossen und die Orangehaarige hob überrumpelt die Augenbrauen. Kiara und Law sahen sich nur grimmig an und wandten dann den Blick zum jeweils anderen wieder ab. „Hier ist ja eine tolle Stimmung", sagte Nami wenig begeistert und legte ihren Teller in die Spüle, bevor sie schnell wieder verschwand.

Can't fight the moonlightWo Geschichten leben. Entdecke jetzt