52. Kapitel

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„Picture perfect, you don't need no filter
Gorgeous, make 'em drop dead, you're a killer
Shower you with all my attention
Yeah, these are my only intentions
Stay in the kitchen cookin' up, got your own bread
Heart full of equity or an asset
Make sure that you don't need no mentions
Yeah, these are my only intentions"


Intentions - Justin Bieber, Quavo


Versucht konzentriert sah Kiara durch die Runde der Ärzte, Wissenschaftler und Forscher, die mit ihr am Tisch saßen. Wobei sie fürchtete, dass ihr jeder ihr Übel ansah. Das waren alles geschulte Leute.
Angeregt unterhielt Law sich mit Leif und einem anderen Mann, dessen Namen sie schon wieder vergessen hatte. Ruhig und bedacht atmete Kiara ein und aus, wahrte den Anschein, immer noch im Gespräch involviert zu sein und den Männern folgen zu können. Miranda hatte sich an einen anderen Tisch begeben, um dort mit ein paar ihrer Kolleginnen die nächste Weiterbildung zu planen, und so war die Blauhaarige alleine zurückgeblieben.
Doch konnte sie die Abwesenheit, die sich in ihr auftat, nicht mehr länger ignorieren.
Sie wusste gar nicht genau, woher dieser Zustand, in dem sie sich befand, herkam.
Sie hatte doch gerade mal eine Handvoll Gläser Sekt und zwei Schnäpse getrunken, als diese aufgetischt wurden.
Doch sie fühlte sich, als wäre sie völlig blau, komplett hinüber, und wollte nur noch ins Bett. Vermutlich sah sie auch genau danach aus. Es konnte nur noch unangenehmer werden.
Dabei konnte das doch nicht so schnell gegangen sein? Die Blauhaarige hatte zwischendurch Wasser getrunken und darauf geachtet, dass sie sich nicht betrank. Außerdem hatte sie vernünftig gegessen. Wie hätte sie sich auch absichtlich so daneben benehmen können? Sie wusste doch, was Law versuchte, hier in die Wege zu leiten. Das hier war keine ihrer Dorfpartys, bei denen jeder trank wie ein Fass ohne Boden und bei denen mindestens eine Schlägerei zwischen Nachbarn die Party überhaupt erst gesellschaftsfähig machte.
Außerdem trank sie auch zusammen mit Nami und Vivi.

Also blieb sie ruhig, bewegte sich nicht großartig und versuchte zur Ruhe zu kommen. Wenn sie noch ein wenig mehr Wasser trank, dann würde sie vermutlich schneller wieder ausnüchtern. Sie musste hydriert bleiben, auch wenn sie glaubte, dass das rein gar nichts brachte zu diesem Zeitpunkt. Sie musste sich hinlegen, ein wenig schlafen, um wieder auf die Beine zu kommen.
Dennoch wusste sie einfach nicht, was mit ihr gerade los war.
Sie konnte sich unmöglich so schnell komplett abgefüllt haben.
Kiara hielt diesen anhaltenden, unruhigen Zustand kaum aus. Ihr Limit war wirklich erreicht und sie wollte immer dringender aufstehen und gehen.
Doch schien Law noch in bester Verfassung zu sein. Ihm schien der Alkohl auch keinen Abbruch zu tun. Er wirkte immer noch recht beherrscht und nüchtern.
Vielleicht vertrug Kiara auch einfach nichts mehr?
Sie hatte absolut keinen Schimmer, was sich hier zutrug.

Vorsichtig stand sie auf, versuchte nüchtern zu wirken, was ihr anscheinend gut gelang, denn keiner der Männer reagierte auf sie.
Nur kurz hatte sie sich an der Schulter ihres Freundes festgehalten, und als der fragend aufsah, lächelte sie gekonnt und ging dann weiter.
Konzentriert tat sie einen Schritt vor den anderen, um niemanden darauf aufmerksam zu machen, wie dicht sie wirklich war.
Langsam schritt sie zur Toilette, und als sie dort ankam, sperrte sie sich in eine Kabine, schloß den Toilettendeckel und setzte sich hin.
Laut seufzte sie auf und lehnte sich auf ihre Hände, die sie auf den Beinen abgestellt hatte.
Wie lange Law wohl noch bleiben wollte?
Kiara wusste nicht mal genau, wie spät es war. Gefühlt war sie erst vor zehn Minuten zurück an den Tisch gekehrt, nachdem eine Panikattack in ihr aufgeflammt war.
Und da war es kurz vor halb zwölf gewesen.
Kurz schloss sie die Augen, gab der Müdigkeit einen Raum und wartete so ein paar Minuten.
Danach stand sie wieder auf und ging zurück an ihren Platz.

Can't fight the moonlightWo Geschichten leben. Entdecke jetzt