„Oh, children
We have the answer to all your fears
It's short, it's simple, it's crystal-clear
It's roundabout and it's somewhere here
Lost amongst our winnings
The cleaners have done their job on you
They're hip to it, man, they're in the groove
They've hosed you down, you're good as newAnd they're lining up to inspect you"
O Children - Nick Cave & The Bad Seeds
Bedacht hatte Law eine Hand an Kiaras Hinterkopf platziert, während er den anderen Arm um sie geschlungen hatte. Doch selbst durch die Winterjacke spürte er, wie sie zitterte. Vermutlich war ihr kalt und die Situation zerrte erneut an ihren Nerven. Wie könnte es auch nicht? Nicht nur, dass Missys Bruder sie beseitigen wollte – er verfolgte sie immer noch wie ein kranker Stalker.
Während Law Kiara im Arm hatte, hatte er seinen grimmigen Blick kontrollierend durch die Umgebung schweifen lassen. Nur für den Fall, dass dieser Abschaum sich noch einmal blicken ließ, dann würde Jay sich frisch machen können.
Bei der nächstbesten Begegnung mit ihm würde Law sich ihn vorknöpfen, um ihm einbläuen zu können, dass sein krankes Spiel nicht ungestraft blieb. Völlig ungeachtet dessen, wer er war. Ihm würde sein dämliches Grinsen noch vergehen.„Soll ich dich nach Hause bringen?", fragte er dann allerdings im selben Moment behutsam, ließ Kiara aber nicht los. „Glaubst du, ich laufe hier noch weiter alleine draußen herum, während dieser Gestörte auf freiem Fuß ist?", fragte sie mehr rhetorisch und Law gestand ihr diesen Punkt ein. Da hatte sie absolut Recht.
„Dann lass uns gehen", sagte er schließlich und ließ die Blauhaarige los.Gemeinsam liefen sie also zu seiner Wohnung.
Während Law in den Fahrstuhl stieg und erwartet hatte, Kiara würde kurz unten warten, war sie ihm stattdessen wie sein eigener Schatten gefolgt.
„Seit wann fährst du Fahrstuhl?", fragte der Schwarzhaarige sichtlich verwundert, doch Kiara starrte nur gerade aus, wo sie einen Punkt an der Tür fixiert hatte. Ein wenig zu schaffen machte ihr das Gefühl beim Hochfahren schon, doch sie nahm es nicht mehr als allzu schlimm wahr.
Die Getränke schienen also noch zu wirken, obwohl sie das in erster Linie nicht wirklich spürte.„Ich habe festgestellt, dass, wenn ich etwas getrunken habe, die Ängste nicht so ... präsent sind." seufzte sie leise und irgendwie erschöpft. Es wurde höchste Zeit, dass sie ins Bett ging.
In Laws Ohren klang das allerdings sehr besorgniserregend. „Du redest in der Mehrzahl, ich dachte, da sei nur der Fahrstuhl."Bitter lachte Kiara leise und ihr Blick sank auf den Boden. „Oh Law", hatte sie zu ihm gesehen und ein undeutbares Lächeln lag auf ihren Lippen. Skeptisch hob der Schwarzhaarige eine Augenbraue; ganz offensichtlich hatte sich etwas grundlegend verändert. „Es lief nicht alles so glatt nach dem Krankenhausaufenthalt, wie es hätte eigentlich sollen", erklärte Kiara nur trocken und hatte eigentlich keine Lust, weiter auf das Thema einzugehen. „Was soll das heißen?", hakte Law ungeduldig nach, dann seufzte die Blauhaarige angestrengt und erzählte von der anhaltenden Unruhe, den Panikattacken und dem Verfolgungswahn.
Dann war es Law, der angestrengt geseufzt hatte, aber nichts mehr dazu sagte.
Die Probleme häuften sich über ihm und allmählich wusste er gar nicht mehr, wo er weitermachen sollte. Dem Schwarzhaarigen wurde klar, wie tief Kiara tatsächlich mit in dem Schlamassel drinnen steckte. Nicht nur, dass sie verunfallte, es hatte Wunden auf ihrer Seele hinterlassen, und die waren schwerer zu behandeln als ein Knochenbruch.
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Can't fight the moonlight
FanfictionAls Kiara hunderte Kilometer weit weg von zu Hause auf das Sabaody Archipel kommt, um zu studieren, ahnt sie nicht, was auf sie zukommt. Zwischen dem bunten Studentenleben, neuen Freundinnen und einem ziemlich interessanten Mitstudenten gerät ihr Le...