50. Kapitel

24 1 2
                                    


„Une bougie
Peut illuminer la nuitUn sourire
Peut bâtir tout un empire
Et il y a toi
Et il y a moi
Et personne n'y croit
Mais l'amour fait d'un fou un roi
Et si tu m'ignores
J'me battrai encore et encore
C'est ta love story"


Love Story - Indila


Als Law ihr seine Hand hinhielt, ergriff Kiara sie gleich, als sie aus dem Wagen stieg und erstaunt das Ballhaus erspähte. Sie wusste noch nicht einmal, dass auf dem Sabaody-Archipel so etwas existierte, aber als Großstadt war so etwas vermutlich irgendwie Pflicht. Und irgendwie hätte sie damit rechnen können.
Dennoch war sie von dem halbrunden Gebäude und seiner Form erstaunt. Sie war beeindruckt davon, dass das statisch überhaupt möglich war, aber sie hatte von sowas auch keine Ahnung, also stand sie einfach da und staunte.
Kleine Lichtspots waren im Boden davor eingelassen und strahlten die sandsteinfarbene Fassade imposant an. Lichtförmige Kegel beleuchteten das Zitat, das in der Mitte der Fassade in Stein eingraviert war, doch war Kiara die Sprache fremd und so hatte sie keine Ahnung, was da stand. Sie frage Law auch gar nicht erst – so wichtig war es ihr dann doch nicht. Sie musste es ja auch nicht so genau wissen.
Schwarze Absperrständer und hüfthohe Hecken rahmten den dunkel asphaltierten Weg, den sie vom Parkplatzausgang entlang Schritten und sie direkt zum Eingang des Ballhauses führten. Kleine Gartenleuchten waren am Wegrand verteilt und hüllten den Gang in ein gedämpftes Licht.

Von Weitem sah Kiara ein kleines, geschmücktes Whiteboard stehen, das die heutige Veranstaltung ankündigte, und dann sah sie, wie ein roter Teppich den nächsten Bereich zum Eingang hin markierte.
„Dieses Jahr geben sie sich ja viel Mühe" hörte sie Leif von hinten amüsiert glucksen und Miranda hörte sie ebenfalls lachen. „Letztes Jahr haben die nicht so einen Aufriss gemacht", fuhr er fort und erzählte kurz, dass die letzte Gala in einem kleineren Brauhaus am anderen Ende der Stadt stattgefunden hatte.
Mäßig daran interessiert war Law, der das nur abgenickt hatte, denn sein Fokus lag auf seiner Freundin. Er spürte, wie sie unruhig wurde. Sie hielt unwissend seine Hand fester als noch vor ein paar Minuten, und er wollte nicht riskieren, dass sie nun den ganzen Abend so angespannt vor sich hin existierte, weil ihr die vielen Menschen suspekt vorkamen. Noch wollte er, dass die quälenden Gedanken, die sie haben mussten, ihre Laune verdarben. Er war nämlich auch mal froh, dass es andere Reize gab, die nach ihrer Aufmerksamkeit verlangten und sie so ein bisschen aus dem Fokus auf sich selbst brachten.
Der Schwarzhaarige hatte trotzdem schon Vorbereitungen getroffen für den Fall, dass Kiara eine Panikattacke bekommen sollte. Doch noch war es dafür zu früh, denn sie würde es merken, wenn er heimlich versuchte, ihre Symptome zu lindern.
Zumindest für diesen Abend hatte er zu einem anderen Mittel seiner Wahl gegriffen, und Law hatte keine Ahnung, wie sauer sie sein würde, wenn sie bemerkte, was er tat. Sie hatten über diese Art noch nie gesprochen, weil es für Kiara keine Option war.
„Ist alles in Ordnung?", fragte der Schwarzhaarige sie leise, und mit einem versuchten Lächeln sah die Blauhaarige auf. „Ja, sicher" murmelte sie und versuchte sich zu entspannten. „Lüg mich nicht an", schmunzelte Law, und nur ein leises, ertapptes „Tut mir leid" folgte darauf.

Am Ende der Schlange blieb das Vierergespann stehen. Zwei Security-Männer kontrollierten gleichzeitig die Gäste und checkten ihre Namen auf der Gästeliste. Die Sache ging schnell voran und schon wenige Minuten nach dem Anstehen standen die Vier vor der Garderobe, die von drei jungen Frauen geführt wurde.
Dort gaben sie ihre Jacken und Mäntel ab und Leif führte seine drei Begleiter in einen großen Saal. In dem Saal befanden sich etliche Stuhlreihen und viele der Gäste hatten schon Platz genommen. Einige standen am Rand und an den Wänden und unterhielten sich noch angeregt über verschiedene Themen. So wie Kiara annahm, waren das vermutlich alles Ärzte verschiedenster Fachrichtungen und Karrierestufen sowie Professoren und Wissenschaftler, die sich hier tummelten.
Am Ende des Saales befand sich eine große Leinwand und ein kleiner Projektor. Außerdem war eine technische Station mit Laptop, Mikrofon und verschiedenen anderen Spielereien aufgebaut. Ein durchsichtiger, schillernder Kronleuchter baumelte von der Decke und sein helles, weißes Licht leuchtete in sämtliche Ecken des Raumes. Entgegen Kiaras Erwartung war der Raum nicht rund, sondern eckig – wobei alles andere auch Quatsch gewesen wäre, nur weil das Haus rund war. Der Raum war in angenehmen Crementönen gehalten und die Stühle mit den hellbraunen Sitzpolstern sahen bequem aus. Die Blauhaarige bemerkte auch die umhergehenden Kellner, die mit freundlichem Gesicht Sekt von ihrem Tablett anboten oder vorerst kleine Häppchen.

Can't fight the moonlightWo Geschichten leben. Entdecke jetzt