Chapter Thirty Three

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Autumn

Die Abreise von Katy und Jenna lag beinah schon zwei Wochen zurück. Meine Mom war endlich ihre Krücken los. Stacy war auch vor knapp einer Woche wieder abgereist. Wohin konnte ich beim besten Willen nicht sagen, sondern nur vermuten. Caleb bekam ich selten zu Gesicht. Er arbeitete meist von früh bis spät, sodass ich mich mit unseren täglichen Nachrichten begnügte. Ich selbst ging auch wieder meinen Jobs nach. Früh im B&B aushelfen und nachmittags bzw. abends in der Bar kellnern. Vor allem jetzt, wo der Winter so langsam Einzug nahm, strömten die Touristen nur so herbei. Da wurde jede helfende Hand dankbar angenommen. So wie heute auch. Es war Donnerstag. Das Stowe Squad sehr gut besucht und eine Kollegin krank. Deshalb war ich kurzfristig für sie eingesprungen.

Ganz zur Freude von Carly. Sie war neu hier in Stowe, hatte vor einer Woche im Stowe Squad angefangen und kannte bis jetzt noch nicht so viele Leute. Deshalb hatte ich sie für nächsten Mittwoch zu unserem gemeinsamen Pizzaabend eingeladen. Denn auch, wenn ich es so nicht kannte, konnte ich mir gut vorstellen, dass es schwierig war an einem völlig fremden Ort neue Leute kennenzulernen. Ursprünglich kam Carly aus Spanien. Sie war zu einem Schüleraustausch vor ein paar Jahren mal in Kanada gewesen. Dort hatte es ihr auch sehr gut gefallen, allerdings war es ihr dort zu kalt. Deshalb war sie schließlich in den USA, nah der kanadischen Grenze, hängen geblieben. Mit den langen schwarzen Haaren, die durch die grau gefärbten Spitzen etwas Besonderes waren, den herzförmigen Lippen und dem gebräunten Teint, sah man ihr an, dass sie nicht von hier war. Trotzdem war sie supernett und mit ihrem spanischen Akzent klang sie zudem noch außerordentlich sexy.

»Ist das normal?«, lehnte Carly sich neben mir an die Theke und genoss die kurze Verschnaufpause. »Im Winter schon. Da können sich Stowe und das Stowe Squad vor Touristen beinah nicht retten«, lächelte ich aufmunternd. »Na schön. Dann weiß ich ja, auf was ich mich in nächster Zeit gefasst machen muss«, hielt sie sich an der Theke fest und wippte mit den Füßen. »Du gewöhnst dich dran. Das geht schneller, als du jetzt denkst«, tätschelte ich ihr ermutigend den Arm. »Kann ich kurz stören?«, fuhr ich erschrocken zu der Stimme herum. Caleb stand hinter mir, lehnte am Tresen und sah mich grinsend an. In seiner schwarzen Weste mit dem grauen Pullover und den verwuschelten Haaren sah er wirklich zum Anbeißen aus. Ich hätte jedenfalls gern von ihm gekostet. »Hast du mich erschreckt«, schlug ich ihm halbherzig auf die Brust. »Ähm... Ich geh dann mal. Wir sehen uns Autumn«, hatte Carly es eilig zu gehen.

Ich sah ihr kurz verwirrt nach, bevor ich mich wieder Caleb widmete. »Was machst du hier? Die anderen sind doch heute gar nicht da«, verschränkte ich die Arme vor der Brust. »Ich wollte dich sehen. Und dir eigentlich was sagen. Aber ich kann auch ein andermal wiederkommen, wenn es gerade nicht passt«, flachste er und deutete an, dass er verschwinden wollte. »Nein schon gut. Wir haben nur kurz eine Pause gemacht. Was wolltest du mir denn sagen?«, konnte ich unseren Blickkontakt einfach nicht unterbrechen. Caleb lehnte sich zu mir nach unten und brachte seinen Mund an mein Ohr. »Ich würde gern, dass du nachher zuhause ein paar Sachen packst und wir uns morgen früh um sechs im Foyer treffen.« »Aber warum. Was hast du vor?«, beäugte ich ihn misstrauisch, was sein Grinsen nur noch breiter werden ließ. Und seine Attraktivität nahm damit ebenfalls zu.

»Das ist eine Überraschung. Du vertraust mir doch, oder?«, hob er seine Hand an meine Wange und strich mit dem Daumen darüber. »Schon. Aber was ist mit meinen Eltern und dem B&B. Meinem Job hier. Ich habe in letzter Zeit sehr viel Urlaub gehabt. Und jetzt, wo Katy weg ist, kann ich mir das eigentlich nicht leisten«, kaute ich unschlüssig auf meiner Unterlippe. »Das habe ich alles schon geklärt. In der Bar übernimmt Riley deine Schichten und im B&B kommen deine Eltern drei Tage ohne dich aus. Was sagst du?«, manipulierte er mich absichtlich mit seinen Streicheleinheiten. »Okay. Einverstanden. Und du sagst mir wirklich nicht, wohin es geht?«, schob ich die Unterlippe vor und setzte meinen niedlichsten Hundeblick auf. »Wirklich nicht« Frustriert stieß ich den Atem aus.

Glowing DesireWo Geschichten leben. Entdecke jetzt