Chapter Four

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                                  Caleb

»Ich fahr nachher bei Riley mit. Dann kannst du erstmal meinen Wagen nehmen, bis du morgen deinen holst«, bot Reece an. »Das ist echt nicht nötig. Mich stört es nicht zu laufen«, lehnte ich sein Angebot freundlich ab und nahm noch einen Schluck von der Rum Cola. »Keine Widerrede«, beharrte Reece auf seinem Vorschlag und ich widersprach diesmal nicht. Es brachte eh nichts. »Ist vorhin irgendwas passiert, als du eingecheckt hast?«, sah Riley mich forschend an. »Was sollte passiert sein? Ich war höflich, wie immer«, grinste ich verschlagen. »Das kann ich mir vorstellen«, verdrehte sie die Augen, weshalb ich ihr in die Seite kniff. Sie gab ein leises quietschen von sich und sprang vom Stuhl. »Ich geh kurz wohin«, griff sie ihr Handy vom Tisch und verschwand zwischen den Tischen.

»Aber jetzt mal ehrlich«, begann Reece. Ich lehnte mich in meinem Stuhl zurück und verschränkte die Arme vor der Brust. Dabei spürte ich nicht nur meinen kräftigen Herzschlag, sondern auch das verlangende pulsieren in meiner Lendengegend. »Autumn hat nicht mehr damit gerechnet, dass so spät noch jemand auftaucht. Deshalb hat sie sich mitten auf der Treppe umgezogen«, erwiderte ich matt. »Und das nennst du nichts passiert? Ehrlich Caleb. Du kannst die Frauen hier nicht mit denen in Detroit vergleichen«, appellierte er an mich. »Die am Flughafen schon. Die hat sich mir regelrecht an den Hals geworfen«, erzählte ich weiter. »Das heißt du hast mit ihr geschlafen«, schlussfolgerte Reece.

»Das trifft es ganz gut. Ich wusste ja nicht, dass es hier nur so vor jungen attraktiven Touristinnen und Einwohnerinnen wimmelt«, stand ich dazu, was ich getan hatte. Warum sollte ich mich dafür schämen. Sie war volljährig und wusste, worauf sie sich einließ. Schließlich kam der Vorschlag von ihr. »Tust du mir einen Gefallen?«, lehnte er sich zu mir vor, als würde er mir gleich etwas Geheimes anvertrauen. »Wenn du hier schon mit jemandem Sex hast, dann such dir bitte eine Touristin. Denn sobald rauskommt, dass du mein Kumpel bist und eine nach der anderen flachlegst, fällt das auf mich zurück und ich bin der Arsch. Kapische!«, war es ganz klar keine Bitte. »Abgemacht. Aber das war doch nicht das, was du mich fragen wollest?«, konnte ich eins und eins zusammenzählen. »Du hast Recht, war es nicht. Pass auf...«, wurden wir unterbrochen.

Von der Frau mit den aschblonden Haaren, den graugrünen Augen und der Brille, die sie nochmal mehr betonten. »Kann ich euch noch was bringen?«, sah sie auf unsere leeren Gläser. »Ich würde noch eine normale Cola ohne alles nehmen.« »Nicht mal mit Eis und Zitronenscheibe?«, fasste sich Autumn gespielt schockiert an ihre Brust. Von der ich wusste, dass sie mir jetzt schon gefiel, ohne sie je nackt gesehen zu haben. »Das darfst du reinmachen«, lächelte er. »Wie gnädig. Und bei dir?«, fiel ihr Blick auf mich. Genauer gesagt auf meine Hand, die das Glas auf dem Tisch drehte. »Ein Wasser«, grinste ich innerlich triumphierend. Dann hatte ich mir ihre Reaktion vorhin im Bed & Breakfast nicht nur eingebildet. »Okay«, nickte sie und schrieb sich die Bestellung auf ihren Zettel.

»Bekomm ich auch Eiswürfel und eine Zitronenscheibe?«, fragte ich mit hochgezogener Augenbraue. Vollkommen automatisch wanderten ihre Augen zu meinen Piercing. »Klar. Aber das kostet extra«, ging sie auf meine Stichelei ein und sah mir unverwandt in die Augen. »Kein Problem. Das werde ich mir gerade noch leisten können«, lachte ich. »Na dann ist ja gut«, drehte sie sich schnaubend um und ging zurück zur Theke. Die Kleine wollte immer das letzte Wort haben und das gefiel mir. Wahrscheinlich hatte sie es sonst faustig hinter den Ohren. »Man könnte glatt denken, du bist erst 17 und noch voll in der Pubertät, wenn man sich dein Verhalten so anschaut«, machte Reece sich kurz über mich lustig, bevor er wieder ernst wurde.

»Aber jetzt zu dem von vorhin. Tu mir bitte den Gefallen und nimm Autumn nachher mit zurück zum B&B«, sprach er endlich aus, wofür er zuvor drei Anläufe benötigt hatte. »Warum? Sie ist doch auch allein hergekommen?«, fragte ich verwundert. »Ich weiß. Trotzdem habe ich bei der Sache einfach ein schlechtes Gefühl. Und wenn du es nicht machst, fahren Riley und ich sie nachher nachhause«, wollte er wirklich extra wegen dieser Frau einen Umweg fahren, wenn ich eh in dieselbe Richtung musste. Unwillkürlich glitt mein Blick zur Theke, wo Autumn vorhin gestanden hatte. Sie stand schon wieder dort. Nur, dass sie sich jetzt mit Riley unterhielt. »Ich nehm sie mit. Mach dir deswegen keine Sorgen«, verließen die Worte schneller meinen Mund, als ich mir darüber Gedanken machen konnte.

Glowing DesireWo Geschichten leben. Entdecke jetzt