Chapter Fifty Eight

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Caleb

Ich war noch nie so nervös, wie jetzt gerade. Ich wüsste jedenfalls nicht, wann das je gewesen sein sollte. Selbst die Geschäftsessen mit meinen Eltern waren nichts im Vergleich zu dem Abendessen mit Autumns Eltern. Mir war es eben wichtig einen guten Eindruck zu hinterlassen. Ich wollte nicht, dass sie an mir als Freund ihrer Tochter zweifelten. Vor allem nach den bisherigen Geschehnissen mit Autumns Exfreund war meine Sorge berechtigt. Ich parkte das Auto auf dem Parkplatz vor dem B&B blieb allerdings sitzen. Ich brauchte noch einen kleinen Moment, um mich zu sammeln. Mit einem tiefen Atemzug öffnete ich schließlich die Tür und trat in die kalte Winterluft hinaus. Ich nahm meinen Rucksack von der Rückbank und schulterte ihn. Dann trat ich den Weg zur Tür an. Es schneite schon den gesamten Tag über, weshalb meine Stiefel im Schnee versanken. Auf dem Gehweg waren keine anderen Fußspuren zu sehen, was wohl an der Tatsache lag, dass auf dem Parkplatz nur drei weitere Autos standen und der Rest der Gäste wahrscheinlich noch unterwegs war.

Ich trat den Schnee auf dem Türvorleger ab und öffnete die Eingangstür. Um mich herum war es totenstill. Nur die Wanduhr über der Rezeption tickte. »Reiß dich zusammen Mann. Es sind nur Lillian und Pete. Du bist doch sonst nicht so eine Weichwurst«, wuschelte ich durch meine Haare, um die letzten verbliebenen Flocken loszuwerden, damit sie nicht schmolzen und mir in den Nacken flossen. Schon am Ende der ersten Treppe schlug mir ein köstlicher Duft entgegen. Mein Magen begann zu knurren, während mein Herz in meiner Brust Saltos schlug, obwohl es dafür nicht wirklich einen Grund gab. Es waren nur Autumns Eltern. Ich hatte sie bereits dutzende Male gesehen. Nur eben nicht mit ihnen zusammen an einem Tisch gesessen und tiefgreifende Gespräche geführt. Überhaupt hatte ich bis jetzt nur ein einziges Mal die Eltern eines Mädchens kennengelernt. Und dieses eine Mal lag auch schon ein paar Jahre zurück. Ich wusste einfach nicht, ob sich seitdem etwas geändert hatte. Gab es neue Regeln oder ungeschriebene Gesetze, die es zu beachten galt?

Ich war überfordert und machte mir eindeutig zu viele Sorgen. Die Zeit, die ich jetzt schon in Stowe lebte, waren Lillian und Pete stets freundlich und zuvorkommend gewesen. Abgesehen von dem einem Mal als Autumns Dad mich breitwillig, ohne Rückflugticket, am liebsten auf den Mond geschossen hätte, als er uns beide im Wohnzimmer beim rummachen erwischt hatte. Allerdings war das Schnee von gestern. Das hoffte ich jedenfalls. Vor der Tür strich ich mein Longsleeve unter meiner Weste nochmal glatt und atmete tief durch. Erst danach drückte ich auf die Klingel und wartete voller Anspannung. Auf der anderen Seite der Tür hörte ich leise Stimmen, welche augenblicklich verstummten, als das Summen erklang. Es näherten sich schwere Schritte, was darauf hindeutete, dass nicht Autumn mir die Tür öffnen würde. In der Tat war es nicht Autumn, sondern Pete. Zu meiner Erleichterung schien er gut gelaunt und beinah erfreut mich zu sehen.

»Caleb komm doch rein«, zog er die Tür auf und trat beiseite. »Danke«, ich folgte seiner Einladung und betrat den schmalen Flur. Ohne Aufforderung zog ich die Schuhe aus und hing meine Jacke an die Garderobe. »Du kommst gerade rechtzeitig zum essen«, lief er vor mir her in Richtung Küche. Lillian stellte gerade eine dampfende Auflaufform auf den Tisch. Von Autumn fehlte jede Spur. Pete lief an mir vorbei in die Küche zu seiner Frau. Kaum war er verschwunden, vernahm ich Schritte auf der Treppe hinter mir. Ich drehte mich um und sah Autumn an. Bei ihrem Anblick klappte mir der Mund auf. Sie sah wunderschön aus. In dem kurzen Rock, ohne Strumpfhose und dem enggeschnittenen Pullover, mit offenen Haaren. »Caleb«, stürmte sie die letzten Stufen nach unten und sprang mir in die Arme. Ich fing mich nach zwei Schritten des Taumelns wieder und schob meine Hände unter ihren Po, während ihre in meinen Nacken wanderten. »Du siehst unglaublich aus«, raunte ich ihr zu und vergrub meinen Kopf an ihrem Hals.

Ich verteilte eine Spur aus heißen Küssen auf ihrer Haut, bevor ich mich zurücklehnte und sie auf den Mund küsste. »Mir gefällt dein Pullover sehr«, löste sie sich atemlos von mir und zeichnete mit den Händen die Konturen meiner Oberarme nach. Meine Muskeln zuckten unter ihren Berührungen. Aber nicht nur die. Mein Schwanz regte sich ebenfalls. Eindeutig zum falschen Zeitpunkt. Ich drückte ihr einen letzten Kuss auf die Lippen, bevor ich sie zurück auf den Boden stellte. Auf ihren fragenden Blick hin sagte ich leise: »Ich würde deinen Eltern ungern mit einem Ständer begegnen«. »Oh«, kicherte sie niedlich. Ich rächte mich dafür in dem ich sie zärtlich in die Seite zwickte. Autumn versuchte mir auszuweichen und quetschte sich an mir vorbei, um in die Küche zu flüchten. Ich folgte ihr mit einigem Abstand. »Guten Abend«, besann ich mich auf meine Manieren und begrüßte Lillian. »Caleb. Schön, dass du da bist«, kam Autumns Mom mir entgegen und zog mich in eine herzliche Umarmung. »Danke nochmal für die Einladung«, kam es leise über meine Lippen.

Glowing DesireWo Geschichten leben. Entdecke jetzt