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Dylan POV

Ich war noch immer total wütend und aufgebracht. Ralf war so ein fu*king Wi..er. Alle in der Familie wissen von Mila und dem Amoklauf. Wie kommt der Idiot denn dann auf die Idee seine Waffen mitzubringen und zu schießen.

Luke, Mason und ich saßen nicht bei Mila als es los ging, aber trotzdem war auch von einigen Metern Entfernung zu sehen, wie sehr sie das überfordert und mitgenommen hat. Auch das Cole sie sofort mit rein genommen hat zeigt, dass es wirklich ernst war.

Wir blieben die ganze Zeit im Garten, da wir nicht auch noch stören wollten, aber als alle im Haus verschwunden waren hielt ich es nicht mehr aus und ging ebenfalls nach innen. Jake, Cole und Alex redeten gerade mit Ralf, als der sich abfällig Mila gegenüber äußerte.

Das war was, mit dem ich überhaupt nicht umgehen konnte. Mila hat so viel durchgemacht in den letzten Wochen und der hat sich darüber kein Urteil zu erlauben. Ich ließ meiner Wut freien Lauf und sagte, was mir in den Kopf kam. Es war mir egal, das Jake mich mehrfach ermahnte, Ralf hatte es verdient auch mal die Scheiße abzubekommen.

Ich provozierte ihn immer weiter, bis ihm der Kragen platze und er mich schlagen wollte. Alex ging zwar dazwischen, aber wegen mir hätte er mich auch schlagen können, dann hätte ich schon einen Grund gehabt ihm das auch zurück zu geben. Meine Brüder fanden das alles nicht so lustig und mir war bewusst, dass ich es übertrieben hatte, als Cole danach mit mir geredet hat.

Es kam nicht oft vor, aber es gab immer wieder Momente wenn wir scheiße gebaut hatten, in denen unsere Brüder es echt drauf hatten uns klar zu machen, dass wir besser machen sollen was sie sagen und sie keinen Widerspruch mehr zuließen. Sie konnten manchmal dann doch sehr Autorität sein, noch mehr als sonst. Auch wenn es mir überhaupt nicht passte, musste ich mich bei Ralf entschuldigen, bevor wir alle nach Hause geschickt wurden.

Den ganzen Heimweg sagte ich kein Wort und auch zuhause verschwand ich sofort in meinem Zimmer. Ich war einfach so wütend und wusste nicht wohin mit meiner Wut. Dementsprechend kurz und scheiße war meine Nacht.

Trotzdem lief ich erst gegen Mittag das erste Mal aus meinem Zimmer und machte mich auf dem Weg in die Küche, wo auch Alex gerade war. "Hey Buddy, gut geschlafen?", fragte er, als er mich sah. Ich erwiderte nichts und zuckte nur mit den Schultern. Kein Bock auf diesen scheiße Fragen die ganze Zeit.

"Was ist los? Immer noch schlecht drauf?", hakte Alex jedoch nach, was mich noch aggressiver machte. "Lass mich in Ruhe", erwiderte ich genervt, doch Alex hakte wieder nach: "was ist los?". "Alter, lass mich doch einfach in Ruhe. Habt ihr nichts zu scheißen oder was?", entfuhr es mir fast schon schreiend.

Ich wollte gerade wieder aus der Küche laufen, als Alex mich am Arm fest hielt: "pass auf, wie du mit mir redest". Ich wusste, dass ich es übertrieben habe, aber ich war einfach so wütend. "Sorry", sagte ich nachdem ich kurz durchgeatmet hatte.

"Los, geh dich umziehen. Wir gehen 'ne Runde joggen", erwiderte Alex. "Kein Bock", augenverdrehend sah ich ihn an. "Umziehen, los", sagte Alex dieses mal etwas energischer. Noch genervter als ich ohnehin schon war lief ich wieder in mein Zimmer und zog mir meine Sportklamotten an.

Alex wartete unten bereits auf mich, sodass wir gleich los liefen. Es war aber keine kleine Runde. Wir liefen sehr schnell und sehr lange durch Beverly Hills, bis wir einige Zeit später wieder zuhause ankamen. Ich war völlig außer Puste, durchgeschwitzt und kaputt, aber fühlte mich trotzdem viel besser. Meine Wut war weg und ich konnte wieder runter kommen.

"Los, geh duschen und dann frühstücken wird", Alex wuschelte mir kurz durch die Haare, bevor ich meine Schuhe auszog und in mein Badezimmer lief. Nach einer ausgiebigen Dusche schlüpfe ich in frische Klamotten, bevor ich wieder runter in den Garten lief.

Das Joggen hat richtig gut getan. Ich wusste, dass sich manchmal meine Wut und Aggressionen in mir anstauen und ich diese am besten durch Sport wieder los werde, aber in diesem Moment behinderte ich mich selbst und konnte nicht mehr wirklich weit denken. Meinen Brüdern war das ebenfalls bewusst, wahrscheinlich mehr als mit, weshalb mich dann meist einer von ihnen mit zum Sport nahm, egal wie viel ich mich dagegen wehrte.

Wieder entspannter und ausgelassen setzte ich mich zu Cole und Alex an den Tisch und begann mein Müsli zu essen. "Besser?", fragte Cole wissend, was ich mich einem Nicken beantwortete. "Ich weiß nicht, warum mich das so getriggert hat", gab ich ehrlich zu. "Die letzten Wochen waren auch für euch nicht einfach und es hat sich viel angestaut. Mason und Luke können das nur eher zugeben und was daran ändern als du.

Bei dir staut sich das an und kommt dann raus wie gestern. Das ist nicht schlimm, es ist nur wichtig, dass du dann auch daran arbeitest und etwas gegen deine Wut machst", erwiderte Cole. Das alles war echt nicht so meins mit dem ganzen Reden, aber es machte schon etwas Sinn was Cole sagte.

"Es tut mir Leid wegen gestern. Ich war echt etwas drüber", sagte ich nach ein paar Sekunden der Stille. Es tat mir nicht Leid um Ralf, er muss mit meinen Sprüchen leben, aber es tat mir Leid das ich es übertrieben habe, trotz, dass meine Brüder mich mehrmals gewarnt hatten. "Es ist okay, Buddy. Es wäre allerdings schön, wenn davon auch etwas hängen bleibt und du das nächste Mal vielleicht anders regierst", erwiderte Cole, was ich mit einem Nicken zur Kenntnis nahm.

Manchmal hatte ich mich wirklich nicht so ganz im Griff, was ich danach oft bereute. Aber es ist schon besser geworden. Es gab 'ne Zeit, in der ich wirklich viel wütend und scheiße war, aber inzwischen hatte ich das deutlich besser im Griff.

"Schläft Mila noch?", wechselte ich das Thema. "Nein, Jake ist mit ihr am Strand", erwiderte Alex. Verwundert sah ich auf. Eigentlich hatte ich damit gerechnet, dass Mila depressiv im Bett liegt. "Sie hat das alles deutlich besser weggesteckt, als wir dachten. Es war wahrscheinlich mehr die Überforderung, der das alles ausgelöst hat als die Erinnerungen. Sie hat gut und ruhig geschlafen, war heute Morgen zwar sehr ruhig, aber konnte das alles schon wieder mit einem gewissen Abstand sehen und hat versucht es zu akzeptieren. Sie ist deutlich weiter, als uns manchmal bewusst ist", antwortete Alex.

Es war verrückt. Ich hätte nicht gedacht, dass die das so gut übersteht, also das alles. Ich kann mir nicht wirklich vorstellen wie es ist mit all dem zu leben, vor allem mit der Angst, aber sie macht es. Ich war so froh, dass es ihr wieder besser ging. Sie war meine kleine Schwester und auch wenn ich es nicht immer zeigen konnte, liebte ich sie über alles und ich würde alles dafür machen, um sie zu beschützen und um sie glücklich zu machen...

Big Brothers 8Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt