Mila POV
Den restlichen Tag verkroch ich mich in meinem Zimmer. Ich hatte keine Lust auf meine Brüder oder sonst wen. Ich wollte einfach nur meine Ruhe haben.
In Gedanken verloren lag ich auf meinem Bett und starrte aus dem Fenster auf das Meer, das von meinem Zimmer gut in der Ferne erkennen konnte. Das alles war einfach so unfair. Ich hatte das Recht auf ein normales Leben verdient, aber trotzdem kam es immer anders. Ich hatte keine Lust mehr.
Warum wird von mir verlangt, dass ich mit den Entscheidungen die andere für mich treffen leben muss? Warum muss ich damit klar kommen, wenn es nicht meine Entscheidung und Schuld war? Ich hatte da keine Lust mehr darauf.
Ein klopfen an meiner Zimmertüre holte mich wieder aus meinen Gedanken. „Hast du Lust auf deiner Switch zu spielen? Wir müssen noch das Eselgehege bauen", grinsend sah Liam mich an, aber ich schüttelte nur den Kopf. „Warum nicht? Hier herum liegen und nichts machen ist doch auch nicht gut", erwiderte mein Bruder, woraufhin ich nur mit den Schultern zuckte.
„Was ist los? Ist es wegen der Trauerfeier?", ließ Liam nicht locker. „Lass mich einfach in Ruhe", antwortete ich etwas genervt, doch Liam setzte sich stattdessen zu mir auf mein Bett. „Depri phase?", fragend sah er mich an, „Cole meinte, dass es ganz normal ist, das irgendwann der Punkt kommt, an dem du die Lust an allem verlierst und aufgeben willst".
„Halt die Klappe", ich spürte wie ich nur noch genervter und wütender würde. Was hat das mit Depri zu tun? Ich habe einfach keine Lust mehr. „Das sollte nicht abwertend rüber kommen. Du hast alles Recht der Welt depressiv zu werden und in Selbstmitleid zu versinken. Es ist unfair was dir passiert ist und es ist unfair das du nun mit den Folgen leben musst.
Aber es bringt dir nichts, wenn du dich darüber aufregst. Es ist jetzt passiert und wir können es nicht mehr ändern und auch wenn es unfair ist, musst du jetzt damit klar kommen. Du kannst dich entweder über die unfaire Welt ärgern und depressive werden, oder du machst weiter, auch wenn es schwer ist.
Ich weiß nicht wie du dich fühlst, ich kann es mir nur vorstellen, aber egal wie schlimm es ist, es lohnt sich immer weiter zu machen. Du hast dich nicht dazu entschieden bei dem Amoklauf angeschossen zu werden, aber du kannst jetzt entscheiden wie du weiter machst", versuchte Liam mich zu motivieren.
Ich verstand ihn und seine Sichtweise, aber ich wollte nicht mehr. Es ist zu anstrengend dafür, dass sich nichts verändert. Ich dachte, dass es die letzten Tage etwas besser geworden ist, aber das stimmt nicht. Heute war es wieder scheiße, so wie jeden Tag. Warum sollte ich mich anstrengen wenn sich eh nichts ändert?
Erneut klopfe es an meiner offenstehenden Türe. Es war Cole, „kommt ihr bitte runter zum Essen". „Kein Hunger", erwiderte ich, bevor ich meinen Blick wieder aus dem Fenster richtete. „Was ist los Prinzessin?", fragte nun auch Cole nach, doch ich antwortete nicht. Stattdessen sagte Liam: „sie hat keine Lust mehr und sieht den Sinn nicht mehr, warum sie sich anstrengen soll wieder in ihr Leben zurückzufinden".
Warum kann er nicht einfach die Klappe halten? Ich wusste, dass er es nur gut meinte, aber im Moment hatte ich einfach keine Lust mehr. „Es ist einfach alles unfair", murmelte ich leise.
„Das stimmt, aber wir können es nicht mehr ändern. Es ist unfair, dass du jetzt damit leben musst, aber wir sollten versuchen das Beste daraus zu machen. Es wird leichter je mehr Zeit vergeht und es geht dir schon jetzt jeden Tag besser. Ich versteh, dass du manchmal die Lust verlierst weiter zu machen und das ist okay. Du musst nicht jeden Moment überzeugt davon sein, dass wieder alles gut wird.
Du darfst wütend sein auf alles und jeden und den Mut verlieren, aber danach sollten wir versuchen, dass es wieder weiter nach vorne geht", Cole kam zu mir, nahm meine Hände und zog mich sanft auf die Beine.
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Big Brothers 8
PertualanganDer 8. Teil von Big Brothers. Beginnt am besten bei Teil 4, alles andere davor ist sehr schlecht geschrieben.
