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Mila POV

In Gedanken versunken saß ich auf Alex Schoß, während ich mich gegen seinen Oberkörper gelehnt hatte und er mir sanft über meinen Rücken strich. "Wir müssen langsam los, Prinzessin", holte Alex mich aus meinen Gedanken. "Ich will nicht", erwiderte ich leise, aber Alex sagte: "ich weiß, aber es führt kein Weg daran vorbei".

Nachdem Jake heute Morgen die Pflaster von meinem Bauch und Unterarm gewechselt hatte, meinte er, dass es Zeit wird die Fäden zu ziehen. Ich wusste, dass das auf mich zukommen wird, aber trotzdem wollte ich es so weit es geht raus zögern. Ich wollte nicht ins Krankenhaus und erstrecht wollte ich mir nicht die Fäden ziehen lassen.

"Komm mein Schatz, lass uns gehen", sanft gab Alex mir einen Kuss auf meinen Haaransatz. Zögerlich stand ich von seinem Schoß auf. Jake hatte mir schon ein paar Mal Fäden gezogen, aber das war immer nur von kleinen Schnitten und nicht von einer OP, bei der mir eine Kugel entfernt wurden. Das wird bestimmt deutlich mehr weh tun als die male davor.

Sanft schob Alex mich zur Garderobe wo ich langsam in meine Flipflops schlüpfte, bevor Alex die Haustüre öffnete. Ich habe zusammen mit meinen Brüdern jetzt schon Öfters das Haus verlassen und es fühlte sich jedes Mal ein Stück normaler an. Noch immer fühlte mich nicht ganz wohl, aber es wurde deutlich besser.

Generell wurde mir in den letzten Tagen ab und zu bewusst, dass es mir langsam aber sicher besser ging. Der Amoklauf war in gewisser Weise immer präsent, aber ich konnte ihn immer öfters weg schieben und auch mal an andere Dinge denken. Ich konnte ab und zu wieder lachen, war launisch oder ärgerte mich mit meinen Brüdern herum. Ganz einfache Dinge, aber eben Dinge, die direkt nach dem Amoklauf nicht so waren.

Nachdenklich sah ich aus dem Auto Fenster, während wir dem Krankenhaus immer näher kamen und ich immer nervöser wurde. Am liebsten würde ich einfach wieder heim gehen. Nervös spielte ich mit meinen Fingern herum, als Alex sanft seine Hand auf meine legte und sagte: "du brauchst keine Angst haben. Das Fäden ziehen wird ein wenig zwicken und vielleicht etwas weh tun, aber es ist nicht schlimm, versprochen".

Ich wusste ja, dass es eigentlich nicht so schlimm ist, aber Angst hatte ich trotzdem. Ich war froh, dass Alex mit kam, und so kindisch sich das anhört, jemand da war der meine Hand halten konnte.

Am Krankenhaus angekommen lief ich zusammen mit Alex über den großen Parkplatz zur großen Eingangstüre. Alex schien zu wissen, wo wir hin müssen und brachte mich in eines der Behandlungszimmer, die etwas abgelegener waren. Sanft schob er mich durch die offenen Türe in den Raum, in dem schon Jake und auch Cole warteten.

"Hey Prinzessin", sagte Jake als er mich sah. Ich lächelte kurz gequält, aber antwortete nicht. "Nervös?", fragt Cole wissend. "Ja, ziemlich nervös", antwortete Alex für mich. "Dann lasse uns gleich Anfangen, dann hast du es hinter dir", erwiderte Jake, bevor er mich sanft zu der Liege die mitten im Raum stand brachte und mir sagte, dass ich mich hinlegen soll.

Widerwillig tat ich was mein Bruder wollte. Nervös starrte ich an die Decke, während Alex sich neben mich setzte und mir sanft durch meine Haare fuhr. "Ich entferne zuerst das Pflaster", sagte Jake, während er mein Shirt etwas nach oben schob und das Pflaster von meiner Haut löste.

Er sah sich kurz meinen Bauch an, bevor er sich meinem Unterarm widmete und dort ebenfalls das Pflaster entfernte. Ich sah die ganze Zeit an die Decke, bis Jake aufstand und kurz darauf mit verschiedenen Dingen in der Hand zurück kam. Gerade, als ich zu ihm sehen wollte, drehte Alex meinen Kopf etwas zur Seite und sagte: "du wirst nur noch nervöser wenn du hinschaust".

Was hatte Jake in der Hand was ich nicht sehen sollte? Unsicher begann ich wieder mit meinen Fingern herum zu spielen, als Alex meine Hand nahm und mir sanft über den Handrücken stich. "Okay Prinzessin, das Fäden ziehen wird etwas zwicken und kann leicht weh tun, aber es ist sehr gut aushaltbar. Es dauert auch nicht lang, bis alle Fäden draußen sind", hörte ich Jakes Stimme, während ich kurz darauf kaltes Metall auf meiner Haut spürte.

Big Brothers 8Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt