Mila POV
Ich war froh, als ich wieder auf meinem Zimmer war und das CT hinter mir hatte. Auch wenn es nicht schlimm war, dass alles machte mir einfach Angst.
Je mehr ich allerdings darüber nachdachte, umso bewusster wurde mir, dass ich mich eigentlich Glücklich schätzen konnte, dass es diese Angst fühlen konnte. Es lagen so viele Tote Schüler auf den Fluren, die überhaupt nichts mehr fühlten.
Wie viele wohl verletzt und erschossen wurden? Ich hatte bisher noch überhaupt nichts von dem Amoklauf mitbekommen.
Warum schießt überhaupt jemand auf uns? Warum wollten die uns umbringen?
Ich wusste nichts, außer das, was ich selber erlebt hatte.
Müde und erschöpft lag ich in dem bequemen Krankenhausbett und starrte Löcher in die Wand, als die Türe aufging und Jake, der kurz raus zum Telefonieren gegangen war, zusammen mit Cole zu mir kam. „Hey Prinzessin, wie geht es dir?", mein Bruder strich mir sanft über meine Wange, während er sich auf den Stuhl neben meines Betts setzte.
„Weiß nicht, ich denke gut", antwortete ich erschöpft. „Du siehst sehr müde aus", erwiderte Cole feststellen, was ich nur mit einem Schulterzucken beantwortete.
Ich war müde, aber ich wollte nicht schlafen. Auch wenn ich bisher keine Probleme hatte, ich hatte Angst den Amoklauf wieder in meinen Träumen zu durchleben. Es war das eine an das alles zu denken wenn ich wach war, aber etwas anderes wieder in der Schule zu sein und die Angst zu sterben wieder zu spüren.
Auch wenn ich es nicht laut aussprach, schienen meine Brüder zu wissen warum ich nicht schlafen wollte. „Es ist verständlich, dass du Angst davor hast Albträume zu bekommen. Aber du brauchst ruhe und dein Körper Zeit zu heilen. Cole muss gleich wieder los, aber ich bleibe bei dir, versprochen", Jake setzte sich auf die Bettkante und begann mir sanft durch meine Haare zu streichen.
Ich konnte nicht. Die Angst vor Albträumen war größer als die Müdigkeit. Meine Brüder ließen es jedoch nicht gut sein und redeten beide auf mich ein, bis ich irgendwann meine Augen nicht mehr offen halten konnte und in einen, glücklicherweise, traumlosen Schlaf versank.
Es war bereits morgens, als ich das erste Mal wieder meine Augen öffnete. Ich hatte die ganze Nacht durchgeschlafen und das sogar sehr gut. Müde rieb ich mir meine Augen, was Jakes Aufmerksamkeit, der auf der Couch saß und auf seinem Laptop herum tippte, auf mich zog. Er legte seinen Laptop beiseite und kam zu mir gelaufen. „Guten Morgen Prinzessin. Gut geschlafen?".
Noch immer etwas müde nickte ich. „Wie geht es dir? Hast du schmerzen?", hakte mein Bruder weiter nach. So schlimm meine Schmerzen gestern waren nachdem ich mich übergeben musste, danach wurde es besser, sodass ich inzwischen nur noch sehr leichte Bauchschmerzen hatte, die mir aber kaum noch auffielen.
„Nur leichte Bauchschmerzen", erwiderte ich. „Das ist gut. Das zeigt, dass deine Verletzungen verheilen", antwortete Jake zufrieden. Mein Blick fiel auf meinen Arm, auf dem noch immer das große Pflaster klebte. Es tat kaum weh, dafür was passiert ist.
Es war noch immer surreal, dass ich wirklich angeschossen wurde und ich wusste nicht, wie ich mich verhalten sollte. Sollte ich weinen? Wütend sein? Versuchen, dass alles zu vergessen? Wie soll ich mich verhalten? Ich wusste es nicht.
Nachdenklich starrte ich an die Decke, als es an der Türe klopfe und eine Schwester mit einem Tablett voller Essen zu uns kam. Jake nahm es ihr ab und stellte es auf den Nachtisch, bevor er sagte: „versuche bitte etwas zu essen, es wird dir gut tun".
Ohne eine Antwort abzuwarten, fuhr Jake die Rückenlehne des Bettes nach oben, sodass ich fast aufrecht da saß, bevor mir Jake den Teller mit den dampfenden Pancakes gab. Ich war etwas überrascht, dass es sowas hier im Krankenhaus gab. Etwas zögerlich bestrich ich sie mit Butter und Marmelade und begann zu essen. Jedoch hatte ich wirklich kaum Hunger, so dass ich nach bereits 2 kleinen Pancakes wieder satt war.
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Big Brothers 8
AventuraDer 8. Teil von Big Brothers. Beginnt am besten bei Teil 4, alles andere davor ist sehr schlecht geschrieben.
