Kapitel 60

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*Clara's Sicht*
Der nächste Morgen ist angebrochen, und nachdem ich das Gespräch belauscht habe, konnte ich nicht mehr schlafen.

So viele Gedanken kamen auf mich zu, wie ich es Sara beibringen soll, schließlich war gerade erst die Beerdigung.

Aber ich bin es ihr schuldig, denn sie ist eine meiner ersten Freundinnen, und was wäre ich für eine Freundin, wenn ich es ihr nicht sage?

Dementsprechend stehe ich von meinem Bett auf und mache mich gleich auf den Weg zu Sara.

Nebenbei schaue ich auf die Uhr, und es ist 9 Uhr. Sie wird wahrscheinlich noch schlafen, da sie eine Langschläferin ist.

Das Gespräch kann jedoch nicht warten!

Ich gehe aus meinem Zimmer so leise wie möglich, da ich niemanden wecken möchte, und gehe zu Saras Zimmer.

Dort angekommen, gehe ich leise hinein und sehe sie schön eingekuschelt in ihrem Bett.

Das sieht so süß aus, am liebsten würde ich mit ihr kuscheln.

Was denke ich denn da?

*Gute Stimme*: Das klingt, als ob du verliebt bist.

Bin ich nicht!

*Gute Stimme*: Sicher?

Ich will nicht weiter diskutieren und wecke Sara aus ihrem Schönheitsschlaf.

Sie guckt mich verdattert an, gähnt vor sich hin und dehnt sich.

Ich muss mit dir reden, und es tut mir leid, dass ich dich so früh wecke, sagte ich mit einem Hauch Besorgnis in meiner Stimme.

Was ist denn los? fragte sie und gähnte anschließend.

Ich erzählte ihr alles, was ich gestern über den Mord an ihrem Stiefvater gehört hatte, bis hin zu dem, dass sie beschuldigt wird.

Nachdem ich damit fertig war, schaute sie mich total mit offenem Mund an.

„Ich wollte es dir sagen, bevor dich irgendeiner für etwas verurteilt, was du nicht getan hast“, sagte ich.

Sie umarmte mich daraufhin, und schon wieder verspürte ich dieses schöne Gefühl im Bauch.

Was ist nur los mit mir?

„Danke“, sagte sie lächelnd.

Ich lächelte zurück und schaute abwechselnd in ihre Augen und auf ihre Lippen.

Am liebsten würde ich sie küssen.

Sie räuspert sich und kommt wieder ins Hier und Jetzt.

„Ich mache mich fertig und dann essen wir erstmal Frühstück“, sagte sie.

Ich nickte und ging aus ihrem Zimmer.

Was ist nur mit mir los? Sonst habe ich nie diese Gefühle. Vielleicht sollte ich mit jemandem darüber sprechen.

Am besten spreche ich später mit Lana.

Denn sie müsste mich am besten von allen kennen.

Nachdem Sara fertig war, sind wir runtergegangen, um uns Frühstück zu machen. Die anderen haben wir auch geweckt.

Wir haben uns Eier mit Speck gegönnt und viele andere Aufstriche.

Nachdem wir alle fertig gegessen und getrunken hatten, stellte sich die Frage, was wir heute machen wollen.

Mein Gefühl sagt mir, dass ich meiner richtigen Familie langsam immer näher komme und dass ich allmählich alle Puzzlestücke zusammengefügt habe, aber es fehlen noch einige.

Das muss ich herausfinden, und heute ist der perfekte Tag.

Ich schlage es vor, und sie schauen mich überrascht an, aber sie helfen mir. Nur wo fange ich an?

Genau, ich habe es! Ich versuche, Luna zu erreichen, damit sie mir endlich meine wahre Familie zeigt.

Nur, wie finde ich sie?

*Gute Stimme*: Ich könnte dir dabei behilflich sein, denn ich spüre die Macht magischer Wesen oder Objekte und kann dir sagen, wo was ist, wenn du möchtest.

Ich lächelte, weil ich das total gut finde.

Meine Mädels und ich machen uns fertig. Heute ist leider regnerisches Wetter, aber das ist nicht schlimm.

Nur bevor wir losgehen, wird Sara von ihrer „Mutter“ angesprochen, und sie sagt ihr das, was ich schon gesagt habe.

Sara schaut uns entschuldigend an. Ich sage ihr, dass wir auch alleine nach Luna suchen werden.

Sie nickt und wirkt dadurch geknickt. Arme Sara, aber ich kann ihr später alles berichten.

Wir machen uns ohne Sara auf den Weg in den Wald, und ich versuche, irgendeine Energie zu spüren.

Bis jetzt spüre ich noch nichts, aber je weiter wir in den Wald gehen, desto mehr fühle ich etwas.

Wir folgen immer dem Gefühl, und wir sind an dem Ort, wo es am stärksten ist, doch hier ist nichts.

*Gute Stimme*: Es ist ein unsichtbares Portal, aber wenn Zauber kommen, tritt es zum Vorschein.

Welchen Zauber muss ich anwenden?

*Gute Stimme*: den Aufdeckungszauber

Okay, ich versuche es.

הו, שער בלתי נראה, הראה את עצמך לי בלי היסוס, אני לא רשע, הראה את עצמך לי

(Oh du unsichtsbares Portal zeig dich mir ohne bedenken ich bin nicht böse zeig dich mir)

Das wiederholte ich ein paar Mal, und es klappt.

Wir alle gingen näher heran und wurden hineingezogen.

Ich landete im Gras, schaute mich um und sah, dass meine Mädels nicht bei mir waren. Wo sind sie?

Scheiße, jetzt habe ich meine Mädels verloren.

Ich guckte mich weiter um und sah eine Art Schloss. Als ich es ansah, bekam ich Flashbacks.

Jetzt erinnere ich mich an alles und weiß, wie mein richtiger Name ist.

Ich gehe näher zum Schloss, sehe den Gärtner und lächele ihn an, aber er ignoriert mich.

Ich klopfe an die Tür und bin echt aufgeregt, gleich meine richtige Familie zu sehen.

Jemand öffnet die Tür, und es ist eine Frau. Ich erinnere mich, dass sie meine Mutter ist.

„Wer sind Sie?“ fragt sie mich.

„Ich bin es, deine Tochter“, sage ich mit Tränen in den Augen.

„Ich habe nur eine Tochter namens Adaline“, sagt sie.

Ich verstehe es nicht, denn ich bin den ganzen Weg hierher gekommen, um das zu hören.

„Ich bin es, Elisabeth“, sagte ich mit noch mehr Verzweiflung.

„Das kann nicht sein. Ich habe sie in ein Waisenhaus gegeben, ohne Erinnerung an uns und mit einem anderen Namen“, sagte sie.

„Ich bin es wirklich“, sagte ich verzweifelt.

Denn ich bin nicht wie die anderen. Ich bin etwas Besonderes, und das weiß meine Mutter ganz tief in ihrem Inneren. Daran merkt man, dass ich von hier bin.

„Beweise es.“

Ich bewies es, indem ich meine dunkle Seite zum Vorschein brachte, die ich von Natur aus unterdrücke.

Sie schaut mich schockiert an und merkt, dass ich es bin.

Sie kommt zu mir und umarmt mich in Tränen.

Endlich bin ich mit meiner Familie vereint; um alles andere kümmere ich mich später.

Jetzt zählt nur die Zeit mit meiner Familie und den Moment genießen.

Natürlich möchte ich auch Antworten darauf bekommen, warum sie mich abgegeben haben und auf alles andere.

𝓣𝓱𝓮 𝓭𝓪𝓻𝓴𝓷𝓮𝓼𝓼 𝓲𝓼 𝓪 𝓹𝓪𝓻𝓽 𝓸𝓯 𝓶𝓮 Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt