Daheim hielt ich es nicht länger aus. Wenn Caydon und Lincoln nicht zu der Scheune wollten, wollte es Davin erst recht nicht. Aber ich musste endlich wissen was dort war.
Ich schnappte mir eins der Messer aus der Küche, das ich notfalls benutzen konnte um mich zu wehren, und stieg dann in mein Auto. Dort gab ich die Adresse in mein Handy ein und folgte ihm.
Irgendwann kam ich zu einem Weg, an dem keine Häuser mehr standen. Doch dann sah ich die Scheune. Ich parkte mein Auto etwas weiter weg davon und lief dann hin, mein Herz schlug schnell.
Als ich näher war, sah ich das Symbol. Ich wurde langsamer und versuchte noch leiser zu sein.
Die Scheunentür war zu und ich wusste, dass ich niemals reinkommen würde, ohne bemerkt zu werden. Falls dort drin überhaupt jemand war. Falls das alles nicht doch ein großer Fail war.
Ich entdeckte ein Fenster an der Seite und ging dort hin. Es war weit oben, doch auf dem Boden lagen alte Möbel und anderer Müll rum. Ich baute mir etwas wie einen Hocker, auf den ich drauf stehen konnte.
Dann schaute ich durch das Glas, das ziemlich verdreckt war. Mir entkam ein erschrockener Laut aus der Kehle.
Dort drin standen Käfige mit Metallgittern, in drei Stück saß jemand drin. Zwei Mädchen und ein Junge. Sie sahen verängstigt aus, quetschten sich in die Ecke des Käfigs, der sowieso schon klein war.
Auf einmal sah ich Brann und einen anderen Typ. Er sah so alt aus wie Brann, und ich vermutete, dass auch er ein Dämon war. Sie liefen zu dem Jungen hin und öffneten den Käfig.
"Nein!" Schrie der Junge, der nichtmal zehn Jahre alt sein musste, und versuchte sich noch weiter in die Ecke zu drücken.
Brann und der Typ zogen ihn gewaltsam raus.
"Halt ruhig!" Schrie Brann ihn an, als er um sich schlug. Als er darauf immer noch nicht ruhig war, spritzte der Typ ihn plötzlich was in den Arm.
"Verdammt, dass hätten wir auch so geschafft!" Sagte Brann wütend zu ihm. "Jetzt müssen wir wieder warten bis er aufwacht."
"In spätestens zehn Minuten wird er wieder bei Bewusstsein sein. Lass uns ihn festschnallen." Kommandierte der Typ darauf.
Entsetzt beobachtete ich die beiden wie sie den schlappen Jungen zu einem Stuhl hinschleppten, der mir zuvor noch gar nicht aufgefallen war. Sie legten den Jungen darauf und schnallten seine Beine und Arme fest.
"Das müsste reichen." Sagte Brann. "Machen wir uns schon mal bereit."
Der andere Typ nickte. Und gleichzeitig verwandelten sie sich.
Die Flügel erschienen, die schwarzen Augen und an ihren Armen schlängelte sich auch das Schwarz hoch. Ihre Finger fingen an zu elektrisieren. Genau so, wie ich Brann schon mal gesehen hatte.
Und dann plötzlich klingelte mein Handy. Ich erschrak so sehr, dass ich fast von den Möbelstücken unter mir runtergefallen wäre.
Mit zitternden Händen griff ich in meine Hosentasche und schaltete es so schnell aus wie es nur ging, dabei sprang ich von dem Müll runter.
Noch mit meinem Handy in der Hand, das Messer in der anderen, rannte ich weg. So schnell, wie ich wahrscheinlich noch nie in meinem Leben gerannt war. Mein Sportlehrerin wäre wohl stolz gewesen.
Ich konnte an nichts anderes denken, als daran, dass ich einfach so schnell wie möglich hier weg musste. Was war wenn sie mein Handy gehört hatten?
Als ich an meinem Auto war, sprang ich rein, zog die Tür hinter mir zu und gab Gas. Erst jetzt wo ich still saß, merkte ich wie stark mein Herz gegen meinen Brustkorb schlug. Ich konnte es beinahe hören.
Auf dem Weg nach Hause versuchte ich zu ordnen, was ich gerade gesehen hatte. Diese zwei Mädchen und der Junge wurden dort festgehalten, und dann machten Brann und der Typ irgendwelche...Dinge mit ihnen. Zumindest sah es so aus. Oh Gott.
Ich hatte mir schon gedacht, dass ich in der Scheune nichts Schönes finden würde, aber mit sowas hatte ich definitiv nicht gerechnet.
Ich bog in meine Straße ein, immer noch viel zu schnell. Aber ich schaffte es einfach nicht langsam zu fahren, dafür war ich viel zu aufgedreht. Ein paar Meter vor meinem Haus sah ich Caydon. Er stand vor meinem Haus und sah mich jetzt auch.
Ich kam mit einer scharfen Bremsung neben ihm zum stehen. Caydon riss die Autotür auf.
"Wo warst du?!" Fragte er wütend.
Ich stieg aus und spürte, dass mein Herz inzwischen wieder einigermaßen normal schlug, doch meine Hände zitterten immer noch ein bisschen.
"Wo zur Hölle warst du?!" Wiederholte Caydon seine Frage.
"Ein Lama im Nimmerland reiten. Wo glaubst du denn?!" In seinem Blick hatte ich eh schon sehen können, dass er es bereits ahnte.
"Ich hab dir doch gesagt, du sollst dich da raushalten!" Meinte Caydon.
"Das konnte ich nicht." Sagte ich und versuchte mich runter zu fahren. Es brachte nichts sich hier so anzuschreien.
Caydon atmete tief durch. "Du bist da wirklich ganz allein hingefahren." Er schien es für sich selbst nochmal wiederholen zu müssen.
"Ich hatte ein Messer dabei." Versuchte ich ihn zu beruhigen und zeigte auf das Messer, das auf dem Beifahrersitz lag.
Caydon lachte freudlos auf, als er es sah. "Weißt du eigentlich wie wenig du mit einem Küchenmesser gegen Dämonen ausrichten kannst?"
Daran wollte ich lieber nicht denken. "Ich hab mich ja erst gar nicht wehren müssen. Ich bin abgehauen, noch bevor sie mich gesehen haben."
"Das kann ich mir denken, sonst wärst du jetzt nämlich tot. Weißt du eigentlich wie verdammt gefährlich das war?!" Caydon fasste mich an meinen Schultern und sah mich eindringlich an. Eine seiner Strähnen war ihm in die Stirn gefallen.
"Wir sind nicht mehr verbunden, du wärst nicht gestorben, wenn sie mich getötet hätten." Erinnerte ich ihn.
"Was ändert das?" Fragte Caydon auf einmal, er klang immer noch wütend. Doch mein Blick veränderte sich auf einmal. Es ging ihm wirklich darum, dass mir was passieren hätte können? Ich sah in seine dunkelgrünen Augen, und fand tatsächlich neben Wut noch etwas anderes. Angst?
Ich war verwirrt.
Caydon lies meine Schultern los. "Wir sollten rein gehn. Es sind alle da, auch Lincoln."
Er lief zu Davins Haus rüber und ich folgte ihm.
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Angels and Demons (M.)
Fantasi"Ich komm heute Mittag vielleicht kurz nach Hause." Meinte mein Dad. "Okay. Was ist mit Amy?" Ich schlüpfte in meine Chucks, als Dads Freundin die Treppen runter kam. "Ich muss wahrscheinlich durcharbeiten." Antwortete sie für sich selbst. Das war...
