Ich sah auf meine Fesseln runter und versuchte rauszukriegen, wie ich es doch irgendwie schaffte hier raus zu kommen, als mir mein Handy auffiel, dass aus meiner Hosentasche lugte. Sie hatten es vergessen mir abzunehmen!
Ich schaute zu ihnen, aber sie guckten nicht zu mir. Mit zitternden und verbundenen Händen langte ich nach meinem Handy. Schnell ging ich auf Caydons Kontakt und rief ihn an. Mein Herz schlug schnell, als ich es klingeln hörte und immer wieder rüber zu den Dämonen sah.
Ich versuchte es unauffällig unter meinen Haaren an mein Ohr zu halten. Nach dem dritten Klingeln ging Caydon ran.
"Hey."
"Ich bin in der Scheune. Brann und zwei andere sind hier, sie-"
"He!" Schrie auf einmal Sawyer und ich sah auf. Er rannte zu mir.
"Livya?" Fragte Caydon.
Doch noch bevor ich was sagen konnte, hatte Sawyer mir mein Handy aus der Hand gerissen. Er warf es gegen die Wand und ich zuckte zusammen. Als es zu Boden fiel, war es kaputt.
"Du wagst es..." Sawyer kam zu mir und kniete sich zu mir runter. Ich sah in seine dunkelbraunen, fast schon schwarzen Augen. In dem Moment hatte ich wirklich kurz Todesangst. Und dann vergrub er seine Hand in meinen Haare und schlug meinen Kopf hart gegen die Wand hinter mir.
"Und? Machst du das nochmal?!" Blaffte er mich an. Mein Herz schlug immer schneller. Ich schüttelte den Kopf, der unfassbar arg wehtat.
"Ich hab nichts gehört." Auf einmal schlug Sawyer meinen Kopf gegen den Metallkäfig neben mir. Und dann nochmal.
Durch mein Kopf fuhr solch ein starker Schmerz, dass ich das Gefühl hatte, ich würde gleich in Ohnmacht fallen. Ich schloss meine Augen.
"Ich machs nicht nochmal." Wisperte ich und betete, dass er mich losließ. Ich spürte bereits, wie das Blut seitlich von meiner Stirn an der Schläfe runter lief.
Sawyer lies mich los und erst dann öffnete ich meine Augen wieder. Er ging wieder zu den anderen.
Ich langte an meine Stirn und zuckte sofort wieder zurück. Als ich meine Hand anschaute, war Blut an ihr.
Ich konnte allerdings nicht erleichtert sein, dass Sawyer von mir abgelassen hatte, da sie alle wieder bei dem Mädchen standen. Sawyer sagte etwas zu Brann und Zac und die drei redeten kurz miteinander, doch ich konnte es nicht hören, da sie zu leise sprachen.
Dann widmeten sie sich dem festgebundenen Mädchen.
Alle drei legten ihre Hände an ihren Kopf. Sie schien inzwischen keine Kraft mehr zum schreien zu haben, und heulte einfach nur noch. Das Schluchzen tat in meinem Herzen weh.
"Lasst sie in Ruhe!" Schrie ich verzweifelt, doch sie hörten nicht auf mich. Sie schlossen die Augen und verwandelten sich gleichzeitig.
Ihre Flügel zerrissen ihre Oberteile, ihre Hände wurden bis zu ihren Ellenbogen schwarz, genau wie ihre Augen. Zuletzt waren wieder diese Blitze an ihren Händen. Und die lagen ja auf dem Kopf des Mädchens, alle sechs. Es war ein einziges Blitzen um ihren Kopf. Sie schienen sich auch irgendwie zu vereinen und ich konnte nicht mehr zuordnen was von wem kam. Es wurde immer heller und ich musste meinen Augen zu Schlitzen zusammenkneifen.
Das Mädchen hatte aufgehört zu heulen, ich konnte kein Geräusch mehr von ihr wahrnehmen, was noch unheimlicher war.
Doch ich konnte ein anderes Geräusch hören. Nämlich wie plötzlich die Scheunentür aufgeschlagen wurde.
Ich riss meine Augen auf. Davin, Lincoln, Tasya, Caydon und ein Mann, den ich noch nie zuvor gesehen hatte, kamen rein. Der Mann ganz vorne dran.
Die Dämonen hörten sofort auf und ihre schwarzen Augen richteten sich auf sie.
"Lasst sie nicht näher kommen!" Befahl Brann den anderen beiden, als Davin und die anderen sich in ihre echte Form als Engel verwandelten.
"Wie ich Dämonen hasse." Hörte ich Tasya noch sagen, und dann stürzten sie sich auf Brann, Sawyer und Zac.
Was darauf passierte hatte ich noch nie gesehen, es war wie der Eins zu Eins Kampf zwischen Brann und Caydon, nur das mit acht übernatürlichen Wesen. Auch wenn die Dämonen in der Unterzahl waren, schienen sie genau so stark zu sein. Sobald sie nämlich die Engel berührten, ging durch die etwas wie ein Stromschlag, was ihr großer Vorteil war.
Der Mann, den ich nicht kannte, schien am stärksten von den Engeln zu sein. Doch trotzdem flog immer wieder jemand durch die Scheune und ich erschrak zu Tode, als sie zu Boden krachten.
Mein Herz schlug unnormal schnell. Es war die eine Sache über so übernatürliche Fantasy-Kämpfe zu lesen, aber es dann direkt vor den eigenen Augen zu sehen, war kein Vergleich. Und ich konnte nur daneben sitzen, angekettet.
"Caydon! Befrei Liv!" Schrie dann auf einmal Davin. Er ging zwischen ihn und Brann, und so konnte Caydon zu mir.
Er kniete sich vor mir auf den Boden, sein Atem ging schnell. "Ich dachte du wolltest nicht mehr allein hier her kommen." Caydon machte sich an meinen Fesseln zu schaffen.
Es war nicht der richtige Zeitpunkt ihn zu verurteilen, weil er mir unterstellte ich wäre freiwillig hier her gekommen. "Sie haben mich hier her geschleppt."
Caydon hatte die Fesseln durch und schaute mich zum ersten Mal richtig an. Er lies seine Augen grün werden, so dass sie mich nicht mehr blendeten. Seine Flügel waren immer noch draußen.
"Haben sie irgendwas mit dir gemacht?" Fragte er mich und sah mir dabei tief in die Augen. Dann wischte er mir auf einmal eine Träne von der Wange, von der ich nicht mal gewusst hatte, das ich sie vergossen hatte.
"Nein. Nur das an meinem Kopf." Sagte ich. Caydons Blick wich zu meiner Stirn. Dann schaute er sich kurz nach den andern um.
"Hilf ihnen. Wir müssen die Kinder retten. Und wie müssen Brann dazu bringen, dass er mich zurückverwandelt." Sagte ich.
"Gleich." Caydon nahm auf einmal meine Hand und seine Augen begannen wieder zu leuchten.
"Was machst du da?" Fragte ich verwirrt. Doch dann merkte ich, wie der Schmerz in meinem Kopf langsam nachlies. Caydons Augen hörten in dem Moment auf zu leuchten, als sich mein Kopf wieder wie vor den Schlägen angefühlt hatte.
"Bekomm ich so nicht wieder Male?" Wollte ich wissen.
"Nein, ich darf nur nicht eingreifen, wenn es dich getötet hätte." Caydon stand auf und half mir hoch.
Ich sah zu den anderen Engeln und den Dämonen und dann zu dem Mädchen, dass noch immer auf dem Stuhl lag. Sie zitterte am ganzen Körper, so dass es sie schon durchschüttelte.
"Oh Gott, ich muss ihr helfen." Vielleicht schaffte ich es unbemerkt zu ihr. Was auch immer ich dann tun sollte...
"Nein." Caydon hob mich am Arm fest und zwang mich ihn anzusehen. "Du musst hier verschwinden." Sagte er bestimmt.
Ich wollte erst widersprechen, aber dann beschloss ich, doch dieses eine Mal auf ihn zu hören. Ich vertraute ihm und den anderen.
"Okay." Sagte ich.
"Geh." Er nickte zum Scheunentor.
Und ich rannte auf es zu. Ich hatte wirklich beschlossen das den Engeln zu überlassen, doch dann hörte ich einen Aufschrei. Ruckartig blieb ich stehen und drehte mich um.
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Angels and Demons (M.)
Fantasy"Ich komm heute Mittag vielleicht kurz nach Hause." Meinte mein Dad. "Okay. Was ist mit Amy?" Ich schlüpfte in meine Chucks, als Dads Freundin die Treppen runter kam. "Ich muss wahrscheinlich durcharbeiten." Antwortete sie für sich selbst. Das war...
