Unauffällig gucke ich schnell auf mein Handy, welches auf meinem Schoß liegt, und eben vibriert hat.
Bin gleich wieder da, ich muss nochmal halt mir ein Platz frei;-)
Ich muss kurz schmunzeln und antworte Jonas schnell.
Dann beeil dich bitte ;-*
Augenblicklich Sperre ich mein Handy und lasse es elegant in meine Tasche gleiten. Ich merke wie mein Bauch langsam anfängt zu grummeln, und höre es auch schon leise. Geschockt blicke ich mich um, doch scheinbar hat es niemand bemerkt, was auch in jedem Fall gut so ist.
Ich beobachte still wie sich die Menschen langsam und nacheinander hinsetzten.
"Entschuldigen Sie, ist hier schon belegt?" Fragt mich ein junges Mädchen, mit einem scheinheiligen Lächeln. Ich kenne solche Mädchen, ich bin ja selber so, in der prinzessinen Welt, die kleine brave Prinzessin spielen, und im wahren Leben einfach so krass rechthaberisch und feministisch sein. Aber es ist gut dass ich so bin wie ich bin.
"Nein tut mir leid, der Platz ist leider schon besetzt." Ich lächle scheinheilig zurück und konzentriere mich nun auf die Tür, durch welche nun auch endlich Jonas tritt. Er blickt sich einmal um und bleibt mit seinem Blick in meinen Augen hängen. Schwach lächelt er und kommt auf mich zu. Unbemerklich seufze ich kurz und sammle mich wieder.
Als alle Leute sitzen, beginnt der Mann von vorhin eine kurze Rede zu halten und danach wird endlich das Essen serviert.
Ich beginne gerade, den Salat genüsslich in mich aufzunehmen, als sich eine Hand auf meinen Oberschenkel legt und leicht zudrückt.
"Das ist die falsche Gabel " raunt mir Jonas ins Ohr.
Ein warmer, aber dennoch stärker Schauer überführt meinen Rücken und lässt mich leicht erschaudern.
Genervt atme ich auf und drücke seine hand weg von meinem oberschenkel.
Bockig nehme ich die andere Gabel. Was ein Spast, als ob ich nicht einfach hätte diesen himmlischen Salat mit der falschen Gabel essen können...
Ich muss leicht stöhnen und schließe die Augen als ich in ein frisches salatblatt mit dem göttlichen dressing beiße.
Ich liebe salat...
Nach dem essen, stehe ich auf und möchte meinen vater fragen wann er heim möchte, doch dieser teilt mir mit einem entschuldigenden Blick mit, dass er wieder weg muss heute abend und die Koffer schon dabei hat, und ich somit, mit einem Taxi jederzeit Heim könne.
Ungläubig und genervt verdrehe ich die Augen.
"Gut." Sage ich nur, drehe mich um und gehe genervt in den Flur, um dann durch sie Haustür das Haus zu verlassen.
Ich hatte noch nicht vor zu gehen, aber meine Schuhe muss ich Wechseln, dieser Schmerz geht nicht mehr klar.
Als ich die Tür aufdrücke, bemerke ich, dass es schon gruselig dunkel draußen ist, doch ich gehe einfach los.
Ich krame den 2. Autoschlüssel aus meiner Tasche. Auf einmal zieht mich jemand vom Weg weg um die Ecke und drückt mich an die Wand. Als ich gerade anfangen will mich zu wehren, erkenne ich Jonas, der mir nun gafährlich nahe kommt.
"Wohin des Weges?" Fragt er mit rauer Stimme direkt in mein Ohr. Er hat seine Arme links und rechts von meinem Kopf abgestützt, und beobachtet mich beim atmen.
"Keine Angst, ich hab noch nicht vor zu gehen, ich will nur andere Schuhe anziehen, die hier " ich blicke runter zu meinen Füßen. " tun nämlich sogar beim Stehen schon weh. " versuche ich mit einigermaßen fester Stimmer herauszubringen.
"Ach kleines... weißt du wie süß du heute aussiehst?" Fragt er fast schon im Flüsterton.
Ich werde sofort rot und murmle ein schwaches danke...
Ich versuche mein Gewicht einigermaßen so zu verteilen, das es nicht komplett in meinen füßen brennt.
"Wie gerne ich jetzt deine lippen spüren würde..." murmelt Jonas wieder, dann kommt er mir noch näher als ohnehin schon, und drückt mir einen hauchdünnen Kuss auf die Wange, was ein wahnsinniges Bauchgeibbeln in mir auslöst.
Dann duckt er sich für einen kleinen Augenblick, und bevor ich realisiert habe, was er da macht, hat er mich schon im prinzessinen-style hoch gehoben und läuft in Richtung Autos.
Also wenn ich eben die Schmetterlinge in meinem Bauch schon als 'wahnsinnig' beschrieben habe, dann gibt es hier für keine Worte. Eine wahre Gefühlsexplosion spielt sich gerade in meinem Bauch ab.
Ich lege ruhig meinen Kopf auf seine Brust, ziehe seinen Geruch ein, schließe meine Augen, und genieße einfach das er da ist.
Ich merke wie das Wackeln aufhört und Jonas mich auf die Motorhaube unseres schwarzen Autos setzt und in meine Tasche greift um den Schlüssel heraus zu nehmen. Ich bin gerade in einer art Trance, oder wie wenn ich getrunken habe, und ich alles mitbekomme aber einfachnicht reagiere.
Als mir klar wird, was er macht breche ich ruckartig den Bann und springe auf meine Füße. Fehler. Ich ziehe kurz die Luft ein, gehe an Jonas vorbei der gerade meine Schuhe sucht, blicke ihn einmal grinsend an, und öffne die tür hinter ihm.
Schnell setze ich mich und wechsele sie, bis ich aufstehe, das Auto abschließe, und mich nun endlich an Jonas wende der an dem Auto gelehnt steht.
"So du starker Ritter, ich hab mal eine Frage?" Frage ich als ich mich neben ihn ans Auto gelehnt hab.
"Dann stellen Sie doch Ihre Frage, Prinzessin" sagt er und grinst mich verschmitzt an.
" Kann ich bei dir schlafen...?" Frage ich leise und flegend, doch als antwort bekomme ich nur einen fragenden Blick.
"Mein Vater ist auf Geschäftsreise, und ich fühle mich so.. einsam sonst..." murmel ich nun beschämt.
Sofort nickt Jonas wissend und legt einen Arm um mich.
"Alles gut, klar kannst du."
Schweigend sehen wir kurz ins dunkel bis er die Stille bricht.
"Aber dann können wir auch jetzt nach hause oder? Es ist nämlich richtig langweilig hier" fragt er, und lässt mich grinsen.
Ja klingt gut.
Wir drehen uns um und gehen in Richtung jonas Auto, dessen Eltern dann scheinbar ein Taxi nehmen müssen und ich lasse mich seufzend auf den Beifahrersitz fallen.
Als auch Jonas sitzt und den Motor gestartet hat, mache ich das Radio and, und singe 'faded' leise mit.
"Sollte ich nicht noch Sachen bei mir holen?" Frage ich als er an meiner Straße vorbei gefahren ist.
"Nein" sagt er einfach und konzentriert sich wieder auf die Straße.
Er sieht so männlich aus wenn er sich konzentriert, bei Kurven, spannen sich leicht seine Kiefermuskeln an, und seine Hand liegt auf dem Schalthebel wie angegossen.
Ab und zu blinzelt er in meine Richtung, ich gucke dann aber nur schnell aus dem Fenster, um nicht beim Spannen erwischst zu werden.
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Herzstiche
Teen FictionAnna, Anna Hannson. Sie ist gerade 17 und wird nach dem Tod ihrer Mutter von ihrem Vater geschlagen. Sie wird eiskalt. Als sich dann auch in der Schule alles zu wenden scheint, bekommt die kleine Anna einen Nervenzusammenbruch, sie will fliehen un...
