63 (Sonntag)

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"Hallo Frau brown" ich Strecke Jonas Mutter meine Hand hin und lächle höflich, so wie es mir schon seit ich klein war beigebracht wurde.

Sie greift nach meiner Hand und schüttelt sie, meiner Meinung nach zu schwach, es fühlt sich an, als würde ich einen Lappen in der Hand halten.

"Hallo Fräulein Hannson. Ich darf doch Anna sagen, oder?" fragend und mit dem gleichen höflichen Lächelnd sieht sie mich an.

Ich nicke sofort und füge ein
"nichts lieber als das" hinzu.

Mit einer Handbewegung zeigt sie mir, dass ich mich setzen soll, was ich auch umgehen mache.
"einen Tee oder Kaffe?"
"Oh nein, danke, ich habe gerade eben schon einen gehabt." Lüge ich und lächle wieder.
"Wie geht es deinem Vater?"
"Sehr sehr gut. Neulich war er wieder unterwegs, und hat jetzt ein weiteres Firmengelände gekauft. Und naja, das darf eigentlich keiner wissen, aber..."

Ich beuge mich nach vorne und flüsterte laut :" Er hat eine neue Lebensgefährtin gefunden"
" Oh wow, wirklich? Das freut mich, dann hat er den Tod deiner Mutter also endlich verkraftet?"

Kurz zieht es sich in mir zusammen und mir wird schlecht. Für eine Sekunde schließe ich die Augen um mich zu sammlen. Dann setze ich mein Lächeln wieder auf und antworte.
" Ja, endlich hat er es. Sie wissen nicht, wie glücklich mich das macht. "

" Oh ja... Und Anna du bist jetzt Jonas beste Freundin?"
Ich grinse und sehe zu Jonas, der neben mir sitzt, welcher mein Grinsen erwiedert.

" Ja Mama, hab ich doch gesagt, in  der Schule. Wegen
James"

"Achso James, ja stimmt. Aber Wahnsinn, dass ihr euch in der Schule finden musstet, obwohl ihr doch auf so vielen Veranstaltungen wart.

" Ja, ich hätte mir auch vor einem Jahr nichtmal erträumen lassen, dass wir wirklich mal normal miteinander reden. Aber so ist das im Leben. Nichts ist berechenbar." antworte ich.

"nun, ich muss wirklich sagen, du bist unfassbar hübsch geworden. Ich merke von mal zu mal die ähnlichkeit zu deiner Mutter mehr."

Ich nicke nur dankend, weil ich darauf echt nicht antworten möchte.

"Ja ähm Mam, können wir hoch oder willst du noch was bestimmtes?"
Mischt sich Jonas ein, wofür ich ihm unendlich dankbar bin.
"achso Natürlich, nur eins noch Anna" sie kreift nach meiner Hand, und ich bekomme Herzrasen, weil ich solche Angst habe, dass sie meine blauen Flecken sieht.
Man sieht schon den Ansatz. Gott bitte lass sie einfach schlecht sehen. Ich bekomme Schweißausbrüche.
"Kannst du deinem Vater ausrichten, dass er sich mal wieder bei uns melden soll, wir wollen und vielleicht nochmal treffen?"
Ich ziehe so langsam wie es meine Panik zulässt meine Hand aus ihrer und Presse ein
"ja natürlich" hervor.

Dann stehe ich auf und gehe mit zitternden Knien in Richtung Tür.

"Jonas ich muss mal" sage ich leise, fast schon ohne Stimme.

"Anna alles okey?" fragt er besorgt.

"du siehst nicht gut aus."

Im vorbeigehen drücke ich ihn beiseite und gehe Richtung Bad.
Ich spüre Jonas hinter mir und versuche mich zu beeilen, doch er ist schneller.

Er dreht mich an der Schulter um und sieht mir tief in die Augen.

Als er die dort aufkommenden Tränen sieht, drängt er mich umgehend in Richtung Treppe und von dort dann in sein Zimmer.

Ich lasse mich auf sein Bett plumsen während Jonas die Tür abschließt.

Nun kommt er auf mich zu und ich spüre wie mein Herz beginnt wieder schneller zu schlagen. Er geht vor mir in dir Hocke und nimmt meine Hand, wie seine Mutter es eben getan hat.

Panik steigt in mir auf, wenn er es herausfindet, wie wird er reagieren. Wird er schluss machen? Wird er meinen Vater schlagen?
Ich ziehe meine Hand ein Stückchen zu mir, um seine Hand weiter von meinem Oberteil zu bekommen, und so sicher zu gehen, dass es auch über den Flecken bleibt.

Doch gegen meine Hoffnungen bemerkt er das und sieht mich fragend an.

"baby was ist los"

Unwillkürlich füllen sich meine Augen mit Tränen.

HerzsticheWo Geschichten leben. Entdecke jetzt