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Aber es lief doch eigentlich noch ganz gut an diesem Abend, vielleicht hatte er einfach irgendwie Stress in der Familie und wollte dich nicht damit belasten, schließlich wart ihr noch nicht lange zusammen, oder Geldprobleme. Was macht dich so sicher, dass es sich schon damals um das handelte?", fragte RM und versuchte vernünftig zu klingen.

„Genau sowas habe ich mir auch versucht einzureden, als er nach unserem Picknick wieder in alte Muster verfiel. Hielt sich fern von mir, vermied Körperkontakt und antwortete mal Stunden nicht auf meine Nachrichten.
Aber als ich mich nach seiner Familie erkundigte, sagte er ganz überrascht, dass er ihnen gut ginge und laut dem Vermieter hatte er auch keine Probleme."
„Warte, warte....du hast seinen Vermieter ausgefragt?"
Hitze stieg in meinen Wangen auf: „Ja... du musst mich verstehen, ich wurde in der Zwischenzeit immer verzweifelter, schließlich fiel mir nur noch eine rationale Erklärung für sein Verhalten ein...."

Triggerwarning: Selbstverletzendes Verhalten

09.08.

Ich lag auf dem Sofa und starrte an die Decke. Obwohl alles um mich herum ruhig war, fühlte es sich an, als würde die Welt gerade untergehen.

Die Stille machte mir nichts aus, denn meine Gedanken hörten sich so laut in meinen Kopf an, als würde ich sie wahrhaftig aussprechen.

Ein Schlüssel drehte sich in der Tür und diese schwang auf. Selbst wenn hier noch zehn andere Leute leben würden, so würde ich doch immer Jungkookies Schritte erkennen und wie ein kleiner Welpe sprang ich vom Sofa und rannte zur Tür, um ihn zu begrüßen.

Er erschrak und hielt sich dabei die Hand vor die Brust: „Oh mein Gott, Jimin, ich dachte du wärst heute bei Yoongi"

Soviel zur Ablenkung.

„Nee, er hat mir geschrieben und abgesagt, weil es ihm nicht so gut ginge." Sofort verzog er sein Gesicht mitleidig, sprach die Worte, aber nicht aus.

„Ich glaube, er betrügt mich."
Wow, obwohl ich die Worte schon ca. 50 Mal in der letzten Stunde, in meinem Kopf vernommen hatte, war es doch ein Unterschied sie auszusprechen.

Jungkook kam auf mich zu und nahm mich in den Arm. Ich drückte mich an seine Brust und atmete den Geruch seines Pullis ein. Irgendwie beruhigte es mich, genau wie seine Gewohnheit mir sanft den Kopf zu streicheln.

Nach einer Weile löste er sich von mir und sah mich an: „Hey, ich weiß die Situation ist kacke, aber es bringt nichts, hier alleine rumzuhocken und drüber nachzudenken, ich finde du solltest jetzt zu ihm fahren, wer weiß, vielleicht ist er ja wirklich krank und bräuchte dich, aber kann es nicht zugeben. Du weißt wie er ist."

Er war so süß, mein Kookie, wollte immer das Beste in den Menschen sehen, immer optimistisch bleiben und daran glauben, dass es für jede Lösung ein Problem gab. Es war, als hätte er seine kindliche Naivität nie verloren.

„Jetzt mal ehrlich, Kooks, er sagt mir seit einer Weile ständig ab, manchmal sogar einfach ohne Begründung und dann, wenn wir uns mal treffen ist er so kalt und abweisend. Ich bin nicht bescheuert, wahrscheinlich hat er einfach jemand anderen, oder mag mich nicht mehr und weiß nicht, wie er es mir sagen soll."

Zusammen gingen wir ins Wohnzimmer und setzten uns, wobei ich mich wieder hinlegte und meinen Kopf auf seinen Schoss bettete. Er sah auf mich herab: „Aber Hyung, du hast mir doch erzählt, dass er sich immer zurückzieht und dichtmacht, wenn es um Gefühle geht. Vielleicht ist es ja ganz anders, als du denkst. Schließlich hat er ja noch nicht mal „ich liebe dich gesagt"."

Loving him. /YoonminWo Geschichten leben. Entdecke jetzt