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„Wut führt zu nichts außer Leid. Leid in das ich andere hineinzog. Yoongis Leid war meine Droge, um mein eigenes zu vergessen und ich schäme mich so dafür wie ich all den Leuten unrecht tat."

Ich vergrub die Finger die Finger in meinen Haaren und wagte es nicht RM anzusehen. Ich hasse es an diese Momente zurück zu denken. Plötzlich vernahm ich seine Hand auf meiner Schulter: „Hey, es ist alle in Ordnung, du musst nicht darüber reden, aber Jimin, ich höre dir schon eine ganze Weile zu und ich glaube, du bist ein wenig hart zu dir selbst und Yoongi hat auch einige Fehler in der Beziehung gemacht, es lag nicht nur an dir"

„Ja...wahrscheinlich hast du Recht, doch das ändert nichts an dem, was ich tat...."


Ich glaube, ich sollte hier mal eine Triggerwarnung geben. Dabei ist es eher keine konkrete Sache, sondern bezieht sich auf den gesamten Inhalt des Kapitels. Es wird jetzt ziemlich düster und wer sich gerade emotional angeschlagen fühlt, oder sensibel auf traurige Inhalte reagiert, sollte dieses Kapitel besser nicht lesen

Take care of yourself 


10.11.

Ich saß allein im Wohnzimmer und starrte die weiße, kahle Wand vor mir an. Ich musste hier raus, mit jeder Sekunde, welche ich in diesem Zimmer verbrachte merkte ich, wie Teile von mir verblassten. Etwas in meinen Inneren starb und ich ertrug es einfach nicht mehr, wenn ich es nur rausschneiden könnte, diese Hässlichkeit.

Yoongi war nicht da, doch machte dies überhaupt einen Unterschied? Selbst wenn er da war, sah er mich kaum an, berührte mich nur halbherzig, so als sei ich ihm nicht präsent. Verübeln, kann ich es ihm jedoch nicht, ich bin nutzlos, ein nichts und bereitete ihm dauernd nur Sorgen.

Ich würde mich auch hassen.

Das alles hier war kaum zu ertragen, diese Wohnung, welche sich nicht wie ein Zuhause einfühlte. Eine Stadt mit tausenden von Menschen, einer mir fremder als der Andere.

Ich hatte das Gefühl zu ersticken, die Wände schienen näher zu kommen. Mit zusammen gekniffenen Augen ermahnte ich mich ruhig zu atmen, doch es brachte nichts, innerlich herrschte vollkommendes Chaos.

Allein, hässlich, nutzlos, schwach... Die Worte bewegten sich im meinen Gedanken wie ein unaufhörlich drehender Kreisel. Inzwischen bohrten sich meine Nägel schmerzhaft in meine Handflächen und hinterließen dunkelrote Abdrücke. Ich musste hier raus. Entschlossen nahm ich mir meinen Schlüssel und die Jacke und verließ die Wohnung.

Draußen war es noch hell und die kalte Luft und der Straßenlärm hauchten mir wieder Leben ein. Wie so oft, ging ich ziellos durch die Gegend und beobachtete die Menschen, seltsamer Weise hatte dies eine große beruhigende Wirkung auf mich.

Nach einer Weile merkte ich wie meine Füße mich automatisch auf den Weg zur meiner damaligen WG trugen. Auf gut Glück hoffte ich, dass Jungkook zu Hause war, betrat das Treppenhaus und klingelte an seiner Tür.

Kurz darauf öffnete sich die Tür und Kookie erschien vor mir. Erst musterte er mich verwirrt und schlich sich ein breites Lächeln auf sein Gesicht: „Jiminie!"

Ich erwiderte sein Lächeln: „Hey Kookie, störe ich?" Vehement schüttelte er den Kopf: „Nein! Hyung, nie! Das weißt du doch." Mit den Worten trat er einen Schritt zur Seite und ließ mich eintreten. Sofort fühlte ich mich wohl und zog mich aus. Drinnen war es angenehm warm, sodass der Jüngere allein in Jogginghose und T-Shirt rumlief.

Ich folgte ihm aufs Sofa und warf mich mit einem Seufzen drauf. Auf dem Fernseher liefen Musikvideos: „Und was machst du so?" ,fragte ich und drehte meinen Kopf zu Kookie, der sich neben mir nieder gelassen hatte. „Nichts besonders, war ein wenig auf Insta unterwegs und höre parallel Musik und du so?"

Loving him. /YoonminWo Geschichten leben. Entdecke jetzt