"Lara, ich meine es Ernst. Was ist los? Weine dir sie Seele aus dem Leib, Schrei uns an oder mach irgendetwas aber schweig uns doch nicht an!", sagte Thomas beim Essen verzweifelt. Seit ich vorhin im Training mit Damon begann zu schweigen meinten plötzlich alle die Weltverbesserer zu spielen.
Mir ging es auf die Nerven so wie Glas behandelt zu werden. Erstens kann sich keiner auch nur das Recht nehmen ein Elternrolle für mich einzunehmen zweitens bin ich wütend, dass sich jeder eine Mission daraus macht mich wieder glücklich zu machen und drittens kann ich ihre Geheuchlereien echt nicht gebrauchen, da sie es in keinster Weise nachvollziehen können, wie es isch anfühlt beide Eltern verloren zu haben.
Ich hatte keine Lust mehr ihnen Rechenschaft zu geben, weswegen ich mein halb aufgegessenes Essen stehen ließ und in mein Zimmer ging. Jack folgte mir. Aber das durfte er. Er machte mir schließlich keine Anschuldigungen und wollte lediglich mit mir kuscheln.
"Lara, mach bitte auf", klopfte Thomas an die Tür. Doch ich blieb weiter stur und antwortete ihm nicht.
Ich war zum Glück so schlau und hatte die Tür abgeschlossen, sonst würde er wahrscheinlich direkt in meinem Zimmer stehen.
Ich hörte wie Thomas und Lisa vor der Türe diskutierten, doch mich interessierte das alles gar nicht. Ich wollte nur mit Jack kuscheln.
Ihm kam dieses Angebot wohl genauso entgegen. Denn er machte es sich in meiner Armbeuge bequem und kuschelte sich noch näher an mich.
Ich hing einige Zeit in meinen Gedanken, bis mein Blick plötzlich auf meine Kommode viel. Dort lag nämlich mein Handy und auch das von meiner Mutter. Ich spielte mit dem Gedanken es zu nehmen und es durchzuschauen. Sollte ich es machen? Konnte ich es überhaupt entsperren? Ist das zu Privat?
Ehe ich mir lange den Kopf zerbrechen konnte, hatte ich es schon in der Hand.
Das Problem mit dem Entsperren hatte ich gar nicht. Sie hatte nämlich kein Passwort.
Mir ploppten direkt circa 20 neue Nachrichten auf. Vermutlich waren es alles Nachrichten von Freundinnen.
Von Jack konnte ich ein leises Wimmern hören, ich wendete kurz meinen Blick und konnte ihn sehen, wie er mich mit unschuldigen Augen musterte und mir einmal über sie Backe leckte.
Ich ignorierte die Nachrichten und steuerte mit meinem Daumen direkt auf die Galerie zu. Ich wollte in dem Moment einfach wieder meine Eltern sehen.
Meine Mutter wäre vermutlich in ihrem zweiten Leben eine Japanerin geworden. denn sie fotografierte so ziemlich alles. Ich fand es immer peinlich, wie sie bei all meinen Konzerten immer ganz vorne war und filmte. Bei meinen Ballett Auftritten war das natürlich genau dasselbe.
Es dauerte nicht lange, bis das erste Familienbild auftauchte. Mein Realschul-Abschluss lag nicht einmal ein Monat zurück, doch dort entstand unser letztes Familienbild. Wir waren alle zurechtgemacht. Meine Mutter trug ein enges, blaues mit Pailletten besetztes Kleid. Mein Vater hatte einen Anzug an und ich ein bodenlanges dunkelrotes Kleid.
Ohne dass ich es richtig bemerkte flossen mir die Tränen die Wangen hinunter. In diesem Moment zog sich mein Herz krampfhaft zusammen und tat gleichzeitig unendlich weh. Es tat weh meine Eltern zu vermissen.
Ich wollte nicht loslassen und ich konnte es auch nicht so schnell.
Ich blieb noch eine Weile auf dem Bett liegen. Jack hingegen kuschelte sich immer noch an mich heran. Ich versank in meiner eigenen Welt voller Trauer und Erinnerungen an meine Eltern.
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Alle für Einen (DFB FF)
Fanfiction"Hör mal Lara, wir wissen, dass wir nie deine Familie ersetzen können und das wollen wir auf keinen Fall. Aber wir möchten dir einfach nur helfen aus dieser Situation das beste zu machen. Und ganz ehrlich besser kann es nicht werden. Du hast einer d...