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Als am Dienstag die Schule aus war, setzte ich mich wieder auf den Ast der Eiche und rief das Arschloch zurück an.
„Na, wieder bessere Laune?", fragte er.
„Gut genug um mit Ihnen zu reden!", erwiderte ich und lehnte mich zurück.
„Hat sich Herr Mexwill gut benommen?", fragte er.
„Nein! Sie haben ihn schlecht erzogen! Was kommen Sie aber auch auf die Idee ihn um 4 Uhr morgens zu mir zu schicken.
Also ehrlich, meine Sprechstunden sind Dienstags um 18:00 Uhr! Merken Sie sich das. Dann kann man sich auch vernünftig unterhalten und kriegt keine Gute-Nachtgeschichten erzählt!"
Ein Lachen ertönte.
Daraufhin konnte ich mir ein Lächeln auch nicht mehr verkneifen.
„Alles klar! Das nächste Mal schicke ich ihn am Dienstag.
Wo du gerade die Geschichte erwähnst, was hältst du davon wenn ich dir die Wahrheit erzähle?
Super dann wäre das ja geklärt.
Dir wurde erzählt, dass die Elemente früher geherrscht haben. An der Macht waren. Davor jedoch, hat die Dunkelheit mit regiert, war ein guter und rechtmäßiger Herrscher. Doch, die Elemente fürchteten sich vor der Dunkelheit. Zudem war die auch sehr stark. Generell war die Dunkelheit ziemlich unbeliebt. Viele hatten Angst im Dunkeln. Aber am meisten Angst hatten die Elemente davor, dass die Dunkelheit mächtiger wurde als die Anderen, denn sie hatten eine geringere Chance zu gewinnen.
Und dann schlossen Sie sich alle zusammen und stürzten die Dunkelheit.
Ist es nicht verständlich, das die Dunkelheit Rache will? Den Platz an der Spitze zurück haben will? Die Elemente vernichten möchte, oder sich wenigstens vertragen.", fragte er.
Ich dachte nach. Die Geschichte könnte stimmen. Könnte. Aber andernfalls auch nicht. Es ist natürlich verständlich, dass er versucht mich auf seine Seite zu ziehen und sich dadurch besser darstellt, als es eigentlich der Fall ist.
„Na dann! War mal ganz interessant!", sagte ich.
„Ich habe dir unsere Geschichte erzählt. Ob du sie glaubst liegt bei dir!
Du bist ja gar nicht so dumm wie ich gedacht hatte. Also solltest du mindestens in die richtige Richtung gelenkt worden sein.
Aber erzähl mir doch wie du auf Luan gestoßen bist!" „Betriebsgeheimnis!", erwiderte ich. „Dann schlage ich Ihnen ein Geschäft vor. Wir können uns zusammenschließen!"
„Wir hatten in der Vergangenheit ein paar Konflikte. Ich lehne ab!
Zudem wäre es sehr viel besser sich persönlich zu treffen um Geschäfte zu machen.", sagte ich bestimmt.
„Bevor wir uns treffen, sollten Sie erstmal Ihr Unternehmen ausbauen, sonst haltet ihr mit meinem nicht mit!", ertönte es von der anderen Seite.
„Ob mein Unternehmen mit Ihrem mithalten kann entscheide nur ich selbst, da haben Sie sich nicht einzumischen, also wann können Sie?", fragte ich.
„Wie wäre es in einer Woche am Dienstag um Punkt 18:00 Uhr?", schlug er vor.
„Ich könnte Sie noch zwischen diese zwei Termine schieben, ja! Wo würden wir uns denn treffen?", fragte ich.
„Nördlich im Wald gibt es eine Lichtung Ihr könnt Sie nicht verfehlen! Vielen Dank, dass Sie Zeit für mich finden!" „Wenn wir zu einer Einigung kommen!" „Also dann bis Dienstag!" „Bis Dienstag!"
Und dann legten wir beide gleichzeitig auf.
Ich gähnte und steckte mein Handy in meine Tasche.
Sedonas und ich wussten beide, dass wir nicht kommen würden. Hatte keiner von uns je vorgehabt, obwohl... Sedonas jedenfalls nicht. Er würde wahrscheinlich Luan schicken.
Ich hatte allerdings niemanden zum "Schicken".
Und ich würde jetzt wohl oder übel mit den Elementen reden müssen.
Wiederwillig stand ich auf und begab mich auf die Suche nach den anderen Elementen.

Ich hatte sie dann nach langer Fragerei und Sucherei gefunden und wir saßen an einem Tisch auf der Wiese.
„Also! Wir haben nächste Woche am Dienstag um 18:00 Uhr im Wald auf einer nördlich gelegenen Lichtung, einen Termin mit Sedonas.", erklärte ich.
„Einen Termin?", fragte Rose. „Mit Sedonas?", wollte Lucas entgeistert wissen.
Sind die so blöd oder tun die nur so?
„Ja, hab ich doch gesagt!", meinte ich.
„Einen Termin?", fragte Rose erneut.
„Ein Treffen!", übersetzte ich.
Och komm. Als ob die den Begriff Termin nicht kannten.
„Wie um Himmelswillen bist du mit Sedonas in Kontakt getreten? Und wieso sagst du statt Termin nicht einfach Treffen, das würde alles viel einfacher sein. Zumal ein Termin und ein Treffen etwas vollkommen anderes ist.", meinte Lucas aufgebracht.
„Ich sage nun mal Termin, den Unterschied macht es jetzt auch nicht.
Sedonas hat mich angerufen.
Also, folgender Plan:
Da Sedonas sowieso nicht zum Termin kommt, wird nur Luan mit seinen Leuten auftauchen.
Da wir keinen Handlanger haben müssen wir versteckt dort auftreten, also seid ihr dabei?", fragte ich.
„Das sollten wir erstmal mit Frau Falke und Mrs Lawrence besprechen!", fand Lucas.
Ich stöhnte.
„Nein, Lucas! Ich habe mit Sedonas einen Termin ausgemacht und habe dabei die Erwachsenen außen vor gelassen. Das ist eine Sache zwischen mir, bzw. uns und Sedonas!", meinte ich.
Lucas schaute mich wütend an.
„Es wird uns sicherlich nicht schaden, wenn wir die Erwachsenen dabei haben!", meinte er.
„Hast du schon mal daran gedacht, dass uns die Erwachsenen verbieten könnten uns mit ihm zu treffen?", fragte ich.
„Vielleicht zurecht?" „Wenn du so viel Zweifel daran hast, dann bleib doch einfach hier.
Das will ich mir nicht antuen.
Sedonas erhofft sich einen von uns zu schnappen und ihn für sich zu benutzen, unser Ziel ist es Luan in unsere Fänge zu kriegen!
Risiko auf beiden Seiten? Ja!
Also entscheide dich!", sagte ich.
„Lucas, Jo! Hört auf, bitte! Wir sind ein Team und müssen jetzt zusammenhalten! Das heißt, hier wird keiner ausgeschlossen!
Vielleicht sollten wir den Erwachsenen wenigstens Andeutungen geben, wo wir sind, dass sie im Notfall eingreifen können.", schlug Rose vorsichtig vor.
Wenn sie etwas möchte was gemacht werden sollte, dann sollte sie das überzeugend rüberbringen.
„Und wie stellst du dir das vor?", fragte jetzt Lucas ergeben.
„Das sage ich euch nicht hier, wir treffen uns morgen in Raum
C 389.
Also bis dann!", sagte ich stand auf und begab mich zurück in mein Zimmer.
Einen richtigen Plan hatte ich noch nicht! Nur eine Idee die ausgebaut werden musste.
Aber immerhin etwas.

***

Erneut starrte ich auf meine Flamme und versuchte mir vorzustellen, wie sie auf und ab flog.
Auf und ab!
Auf und ab!!
Auf und ab!!!
Nichts! Das war ja mal wieder klar.
Ich glaube es bringt nichts es immer und immer wieder zu versuchen. Ich muss es können und dann erst machen und ausprobieren.
Was Frau Falke nur irgendwie nicht verstand, da sie mich seit einer halben Stunden hier rumstehen lässt, in der Hoffnung, dass doch noch meine Fantasie angeregt wird.
Glücklicherweise verpasste ich dadurch Physik.
„Ich glaube das wird nichts mehr!", sagte Frau Falke und setzte sich seufzend.
Ich lehnte mich an die Wand und starrte auf die gegenüberliegende Wand.
„Was sollen wir denn jetzt machen? Wenn du deine Kräfte nicht kontrollieren kannst, bist du genauso nutzlos wie wenn du von nichts eine Ahnung hast. Dann können wir Sedonas nicht besiegen!", stammelte sie vor sich her. „Eine Katastrophe!"
Frau Falke stand auf, warf noch einen letzten Blick auf mich und verließ dann den Raum.
Ich ließ meinen Blick noch einmal durch den Raum schweifen, nickte zufrieden und folgte Frau Falke unauffällig.

Sie hielt vor Mrs Lawrence Büro und klopfte an.
Schließlich trat sie ein und ich stellte mich an die Wand und lauschte an der Tür.
„...wir Sedonas nie besiegen können!", sagte Frau Falke.
Ein Knarzen eines Stuhles war zu hören und Schritte welche umhergingen und schließlich zum Stehen kamen.
„Was sollen wir denn jetzt tun Mrs Lawrence? Wir haben es doch schon so oft versucht! Und ich sagte von Anfang an, dass er nicht der Richtige dafür ist."
Ich ließ von der Tür ab.
War das die Möglichkeit wieder nach Hause zu kommen? War das der Weg zu meinem alten Leben, auch wenn es nie wieder so sein würde wie früher?
Aber wollte ich zurück? Wollte ich das alles hier fallen lassen und zurück nach Hause gehen?
Wollte ich Sedonas noch aufhalten?
Oder hatte ich gar keine Möglichkeit zu entscheiden? Und wenn sie mich fragen würden, was sollte ich sagen?
Und selbst wenn ich hier nicht mehr mitmachen musste, würden sie mich überhaupt nach Hause schicken oder ihn auf dem Internat behalten?
Frau Falke stürmte aus dem Zimmer und ging mit schnellen Schritten davon.
Was hatte Mrs Lawrence gesagt?

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