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Unruhig ging er auf und ab.
Luan sollte schon längst wiedergekommen sein.
War es denn möglich, dass sein Plan nicht gekappt hatte?
Konnte das sein?
Hatte er die Kinder unterschätzt?
Aber war das möglich? Nach jahrelanger Beobachtung?
Die Erwachsenen konnten auch nichts dagegen tun? Hatten sie unerwartete Hilfe bekommen? –Nein.
Aber wieso kam Luan dann nicht zurück?
Fragen über Fragen, aber keine Antworten.

Es dauerte eine Weile, da klopfte es zaghaft an der Tür.
Sedonas sog scharf die Luft ein.
Das war nicht Luan. Und die Luft hatte er schon gar nicht dabei.
„Herein!", sagte er ernst.
Langsam ging die Tür auf und einer seiner Männer kam mit gesenktem Kopf herein.
„M-Mein H-Herr! Die... Die Elemente h-haben d-den..., nun sie haben den..." „Sprich, wen haben sie?!", fuhr er den Mann an, der darauf zusammenzuckte.
„...den Hauptmann, mein Herr!", antwortete dieser darauf schnell, um nicht den Zorn seines Herrn auf sich zu ziehen.
„Und wie konnte das bitte passieren?!", fragte Sedonas und unterdrückte den Zorn.
Dieser Mann war nicht alleine daran schuld. Er überbringt nur die Nachricht.
Das probierte er sich jedenfalls die ganze Zeit einzureden.
„Allas lief nach Plan, mein Herr! Jedoch... war einer unserer Männer nur verkleidet. Es war eines der Elemente und hat so den Hauptmann überrumpelt!", erklärte der Mann mit zitternder Stimme.
Wütend funkelte er den Mann an.
Seine Brust hob und senkte sich.
Für zwei Sekunden war er plötzlich in einen schwarzen Nebel gehüllt und im nächsten Moment war er weg.
Zurück blieb nur ein leichter Nebelschleier.

***

„Los, Jo!" „Jo, weiter!" „Jo!", drangen die Rufe meines Teams zu mir.
Angespornt, beschleunigte ich meinen Sprint und pfefferte den Fußball ins Tor.
Der Torwart hatte keine Chance.
Jubel aus meinem Team.
Ich klatschte mich mit Jakob ab und ließ mich neben ihm auf der Bank nieder.
Dann verfolgte ich das nächste Spiel vor mir.
Mein Tram hatte schlussendlich gewonnen.
Das war natürlich zu erwarten.

Nach der Sportstunde hatte ich "Benehmen".
So ziemlich das bescheuertste Fach, das es gibt.
Uninteressiert starrte ich an die Decke.
„Jo, aufpassen!", ermahnte mich Mrs Chapman bereits gelangweilt. Es war nicht das erste Mal und würde auch nicht das letzte Mal sein.
Also was soll's?
Ich richtete einen Blick auf die Tafel und las mir schnell die Sachen durch die auf der Tafel standen.
Dann holte ich mein Handy aus meiner Hosentasche und schaute ein bisschen durch die Chats.
,Und, Jo? Wie läuft es bei dir so?', fragte mich Ethan.
,Im Moment läufts ganz ok. Wir haben Luan gefangen genommen, aber ich bin mit meinem Fantasy-Problem nicht weitergekommen.', schrieb ich zurück.'
Ich bekam jedoch keine Antwort, da Ethan ebenfalls Unterricht hatte.
Verständlich.
Ich packte mein Handy wieder weg und schaute nach vorne, um mir das Hinzugefügte schnell durchzulesen.

Nach dem Unterricht, machte ich mich auf den Weg in den Keller.
Ich wollte mir eigentlich Luan vorknöpfen, aber ich wohl nicht der Einzige gewesen.
Es waren bereits alle hier unten versammelt.
Also schnappte ich mir lediglich einen Stuhl, stellte ihn in eine Ecke und setzte mich.
„Es wäre vorteilhaft für dich, wenn du redest!", sagte Frau Falke bedrohlich.
Luan schwieg.
„Wir werden dich schon zum Reden bekommen, das kannst du mir glauben! Du wirst dein Schweigen nicht ewig halten können.
Also sag uns doch einfach was Sedonas' Plan ist!", meinte Frau Falke.
Luan schüttelte seinen Kopf und grinste.
Ich hätte wahrscheinlich auch gegrinst. Aber in diesem Fall, hieß es für mich etwas Schlechtes.
Denn er würde nicht reden. Wir könnten so viel auf ihn einreden wie wir wollten, er würde nicht reden. Er schien auf solche Situationen trainiert zu sein.
Damit hätte man ja rechnen müssen.
Ich folgte noch eine Weile dem  "Gespräch", bei dem nur Frau Falke sprach, Lucas probierte bedrohlich auszusehen und Rose und Olivia einfach nur dumm herumstanden.
Da unterbrach Mrs Lawrence alle.
„Ihr solltet jetzt alle schlafen gehen, ihr schreibt morgen eine Arbeit, also strengt euch an.
Besonders du, Jo, wenn du nicht sitzen bleiben möchtest."
Ich stellte den Stuhl ohne einen Kommentar dazu an seinen Platz zurück und ging in mein Zimmer.

FireWo Geschichten leben. Entdecke jetzt