Für ihr Alter war meine Mutter eine sehr hübsche Frau mit ihren langen, schwarzen Haaren, der ebenmäßigen Haut und den giftgrünen Augen. Einen Vater hatte es in meinem Leben nie gegeben und Mama stellte mir nur sehr selten einen Mann vor.
Der Letzte war ein Arbeitskollege von ihr gewesen und ihn hatte sie mir auch nie persönlich vorgestellt. Er stand immer wieder vor unserer Tür mit Blumen oder seltsamen Gesprächsversuchen. Sie erteilte ihm Abfuhren, aber er gab einfach nicht auf, wollte nicht hören.
Eines Tages brach er bei uns ein. Er kletterte über die Feuerleiter zum Schlafzimmerfenster meiner Mutter, schlug es mit einem Ziegelstein kaputt und stöberte stundenlang ihre Sachen durch. Für diesen Tag hatte er sich extra krank schreiben lassen, damit er sicher sein konnte dass niemand Zuhause war. Mama arbeitete. Aber ich war da. Ich hatte Fieber und stand gerade im Bad als das Fenster zerbrach. Ich schloss mich ein und musste warten, bis er wieder fort war. Er klopfte an die Tür, bettelte mich an raus zukommen damit er an dem Parfumflakon meiner Mutter schnuppern konnte, oder ähnlich perverses. Ich hatte kein Telefon und konnte nur schreien, aber niemand hörte mich. Meine Erinnerungen an diesen Tag waren vernebelt, da in der Panik mein Gehirn einige Momente aussetzte. Innerhalb der zwei Stunden, die der Kerl unser Haus durchsuchte, fiel ich einmal in Ohnmacht. Als ich erwachte, war er fort. Er hatte die Wohnung aufgeräumt, das zerborstene Fensterglas liebevoll zusammengekehrt und Klamotten meiner Mutter gestohlen. Nach diesem Ereignis beschloss meine Mutter mit mir wegzuziehen.
„Der Bürgermeister sucht eine neue Sekretärin.", hörte ich Mama Ms. Crow antworten.
„Bei der Poststelle und der Bank habe ich Aushängeschilder gesehen. Da lässt sich sicherlich etwas Gutes finden."
Meine Mutter tat, als würde sie nur nach einem neuen Job suchen und Ms. Crow verzog die dünnen Lippen, als würde es ihr nicht schmecken, dass Mama eine gut bezahlte Position in einer Londoner Versicherungsagentur für einen mittelmäßigen Posten in Stonegrave aufgegeben hätte. Da war ich ganz ihrer Meinung. Der Umzug war definitiv eine Notwendigkeit gewesen. Aber warum ausgerechnet nach Stonegrave, so weit entfernt von unserem eigentlichen Zuhause?
Die ältere Frau hackte das Gemüse mit ihrem großen Messer gewaltsam in Stücke. Schnipp- Schnapp. Man konnte Mamas faule Job-Lüge von Weitem riechen.
Mit einem künstlichen Lächeln drehte meine Mutter sich zu mir und strich mir über die Wange.
„In meiner Schulzeit hatte die Denso High auch ein Fußballteam. Dabei ist es bestimmt geblieben, Liebling. Das wird hier super, Callie. Ein ganz neues Leben."
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Stonegrave: Schule der Engel und Hexen
FantasyCallie Newsland zieht mit ihrer Mutter aus dem schönen London zurück in das alte Haus ihrer Großmutter in einer schottischen Kleinstadt. Doch ihre Großmutter scheint mehr Geheimnisse gehütet zu haben, als es Callie lieb ist. Was hat es mit dem selts...
