51. Purpurnes Gift

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Plan 'Merlin' ist fehlgeschlagen, bemerkte der Dämon am nächsten Morgen. Ich bereitete gerade für Mr. Heksdoods Unterricht meinen Notizblock und einen Stift vor. Der mysteriöse Lehrer in seinem großen schwarzen Umhang mit der Maske und dem dunkel gefiederten Papageien war aufgrund seiner Erscheinung einer der wenigen, bei dem ich nicht versuchte, neuerdings ein Nickerchen abzuhalten. Am letzten Abend wurdest du von zwei Typen und deiner Mitbewohnerin abgewiesen. Eine Glanzleistung muss ich zugeben.

„Wenigstens hast du deinen Spaß", grummelte ich zurück.

Trotz der Überheblichkeit meines aufgeblasenen Klassenkameraden wusste ich, was Verónica mir nicht hatte sagen müssen. Merlin wäre perfekt gewesen, würde er sich nicht wie das größte Arschloch verhalten. Merlins Eintritt in die Mannschaft hatte vor einem Jahr die Gewinnsträhne der Engel erschüttert. Er war kompetent und der Sportunterricht war die einzige Stunde, die er nicht misste, wie ich von den anderen gehört hatte. Also lag ihm etwas an dem Spiel und seinem Ausgang, oder zumindest daran die Engel direkt herauszufordern, und ich verstand nicht, warum er sich so anstellte und nicht nach der Chance griff, die ich ihm bot. Und was hatte er damit gemeint, dass seine Familie und meine eine gemeinsame Vorgeschichte hätten?

Der Vater des kleinen Maleficus, Arthur Maleficus, war ein Schüler deiner Großmutter, meldete sich Astaroth überraschenderweise zu Wort. Seine Stimme trug einen Hauch von etwas Nostalgischem. Die ganze Sache ist aber nicht gut ausgegangen. Ich wüsste nicht, warum er aufgrund von dem was passiert ist, seine Meinung im Positiven ändern sollte.

„Woher weißt du das?", flüsterte ich überrascht.

Ich bin seit geraumer Zeit an der Seite deiner Großmutter gewesen, immerzu in diesem beklemmenden Spiegel gefangen. Ich weiß vieles, kleine Newsland.

Der hinterlistige Tonfall in den süßen Worten des Dämons ließ mich erschaudern. Ich mochte es nicht, wenn die Stimme in meinem Inneren Geheimnisse vor mir hatte, jede Wahrheit oder Lüge kalkulierte, die sie mir preisgeben würde, einzig mit dem Ziel, dass ich sie vielleicht aus ihrem Gefängnis befreite. Meistens konnte ich ignorieren, dass ich unfreiwillig etwas in mir trug, das gefährlich und verdammt gerissen sein konnte. In Momenten der Klarheit fragte ich mich, was Astaroth hinter seiner scherzhaften Art alles verbarg.

„Es ist nicht gut ausgegangen. Warum?", hakte ich nach und schluckte einen Kloß herunter.

Ich ignorierte Medea, welche sich neben mich gesetzt hatte und mich wegen meiner leise gemurmelten Selbstgespräche aus neugierigen, zu weit aufgerissenen Augen anschielte. Es war mir egal. Es war zu früh am Morgen, um meine Gedanken an Astaroth nur im Kopf zu denken.

Arthur Maleficus war ein makelloser, sehr intelligenter Schüler. Er hat auf alles gehört, was Rosaline Newsland ihm beigebracht hat. Er hat ihr vertraut, nicht nur als seine Lehrerin. Sie war seine Mentorin, eine wichtigere Bezugsperson als seine eigentliche Mutter. Es war anstrengend, zusehen zu müssen, wie sehr er sie bewundert hat. Aber etwas ist mit ihm in dieser Zeit passiert. Er hat sich von deiner Großmutter abgewandt, all das Wissen genommen, welches sie ihm unterrichtet hat und ist zu einem der größten abtrünnigen Hexen aufgestiegen, die es auf der Welt heutzutage gibt.

„Ein abtrünniger Hexer? Was bedeutet das?"

Astaroth leises Glucksen jagte Gänsehaut über meine Arme.

Oh, es bedeutet, dass er die Weltansicht verfolgt, dass Hexen über alle anderen magischen Wesen stehen sollten, insbesondere über Engeln. Er hat einen prächtigen Werdegang hingelegt und sich einen Namen als eine der grausamsten Hexen gemacht. Engel und ihre Hexen desgleichen getötet. Wer weiß, vielleicht zieht sein einziger Sohn dein Angebot in Erwägung, weil sein Vater nur durch deine Großmutter solch eine Größe erreichen konnte?

Stonegrave: Schule der Engel und HexenGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt