Ich polterte die Treppe nach oben und wollte mich in meine Zimmer begeben.
Meine Hand lag bereits auf der Türklinke, da hörte ich ein Scheppern. Langsam drehte ich meinen Kopf zum Flurende mit der schwarz gestrichenen Tür. War der Laut aus Oma Rosalines früheren Zimmer gekommen? Ich horchte, aber es war verstummt. Ich konnte nur Ms. Crow und meine Mutter hören, die sich unten über meine Erziehung stritten. Vorsichtig trat ich näher und ging vor der Tür in die Knie. Sie hatte einen dicken Knauf auf Messing und einen stilvollen Türklopfer im Maul eines erstaunlich detailgetreuen Löwen, der seine Lefzen fletschte. Unter dem Spalt drang Licht hindurch. Ich blinzelte und beugte mich näher, bis mein Auge auf einer Höhe mit dem dünnen Spalt war. Plötzlich sah ich einen Schatten. Schnell wich ich zurück.
Wie kam es, dass das Licht in dem Zimmer meiner verstorbenen Großmutter angeschaltet war? Und befand sich womöglich jemand in dem Raum...?
Zögerlich hob ich die Hand und klopfte zweimal gegen das dunkle Holz.
Nach einem Augenblick erwiderte sich das Pochen von Innen. Zwei laute Schläge mit der Faust gegen die Tür, so stark hämmernd, dass sie bebte und die Angeln sich bogen. Ich japste nach Luft und stolperte den Flur zurück zu meinem Zimmer. Ms. Crow hatte mir verboten, den Raum zu betreten. Keine zehn Pferde würden mich nach diesem Erlebnis dazu umstimmen, ihr Anliegen in den Wind zu schlagen.
DU LIEST GERADE
Stonegrave: Schule der Engel und Hexen
FantasyCallie Newsland zieht mit ihrer Mutter aus dem schönen London zurück in das alte Haus ihrer Großmutter in einer schottischen Kleinstadt. Doch ihre Großmutter scheint mehr Geheimnisse gehütet zu haben, als es Callie lieb ist. Was hat es mit dem selts...
