40.

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Trotz meines Baldrians kam ich einfach nicht zur Ruhe. Ich hasste es, dass er mich nach wie vor so aus dem Konzept bringen konnte. Ich wollte mich eigentlich in Ruhe auf das Spiel heute vorbereiten oder besser gesagt darauf vorbereiten, dass ich ihn wieder sehen würde. Aber das konnte ich jetzt vergessen, nach dem, was gestern passiert war. Die ganze Nacht plagte mich ein schlechtes Gewissen aber ich hatte mir etwas geschworen.

Draco Malfoy hatte mir mein Herz herausgerissen, es auf den Boden geworfen und war ohne Rücksicht darauf herumgetrampelt. Noch nie hatte mich ein Mann derartig widerlich und schlecht behandelt und ich würde nie wieder ihm oder einem anderen Mann auch nur die Möglichkeit geben, mich schlecht zu behandeln.

Ich musste mir meine Gedanken nur immer wieder vor denken. Nur so konnte ich bei meinem Entschluss bleiben.
Als ich neuen Mut gefasst hatte, sprang ich aus dem Bett und ging in mein Badezimmer um mich fertigzumachen. Nachdem ich meine Zähne geputzt und mein Gesicht gewaschen hatte, überlegte ich was ich mit meinen Haaren anfangen sollte. Ich beschloss, meiner Mähne noch etwas mehr Volumen zu verleihen und meine Haare offen zu tragen. Vielleicht würden wir nach dem Spiel noch nach Hogsmeade gehen, um etwas zu trinken. Etwas Ablenkung nach diesem Spiel würde mir sicherlich guttun. Nach einem kleinen Zauberspruch war ich auch schon zufrieden mit meinem Ergebnis. Lächelnd betrachtete ich mich im Spiegel.
Meine Gedanken am Morgen hatten mich doch mehr Zeit gekostet als ich gedacht hatte, also fiel Frühstück für mich heute aus. Bis zum Spiel hatte ich noch etwas Zeit aber, wenn ich gute Plätze haben wollte, musste ich bald los. Also machte ich mich auf dem Weg zum Ravenclaw Gemeinschaftsraum in der Hoffnung, ich würde Luna dort treffen. Aber bis zum Gemeinschaftsraum kam ich nicht, denn bereits am Eingang der großen Halle hüpfte mir Luna freudig entgegen. Freundlich winkte ich ihr zu als sie auf mich zu kam.

"Hermine! Wie schön dich zu sehen. Gut siehst du heute aus." Lächelte sie mich an.
"Guten Morgen Luna. Dankeschön - ich wollte sowieso zu dir. Ich wollte mir heute, das Spiel ansehen und dich fragen, ob du vielleicht mitkommen möchtest?"
"Das klingt wunderbar Hermine. Ich würde nur noch eben meine Jacke holen und dann könnten wir schon los."
"Perfekt!"
Gemeinsam schlenderte ich mit Luna bis zum Gemeinschaftsraum der Ravenclaws und anschließend machten wir uns auf den Weg zum Spielfeld.

"Und hast du dich schon entschieden, für welches Team du heute bist?" Fragte Luna.
"Ich bin natürlich für Gryffindor, was denkst du denn?"
"Das letzte Spiel, das wir uns gemeinsam angesehen haben, hast du aber nicht wegen Gryffindor besucht."
"Ich ..." Begann ich aber stoppte wieder. Es war nicht nötig, eine Ausrede zu suchen denn Luna wusste von mir und Draco.
"Die Dinge haben sich geändert Luna." Fuhr ich fort.
"Das sah mir aber in den letzten Tagen anders aus." Meinte Luna.
Verwirrt blickte ich sie an.
"Was meinst du damit?"
"Ich weiß, dass etwas zwischen Draco und dir etwas vorgefallen sein muss. Denn seit einigen Tagen ist er sehr mitgenommen und wirkt niedergeschlagen. Genau wie du auch."
"Für Draco ist die Sache nichts Großes gewesen. Wenn ihn etwas belastet, dann ist es etwas anderes und hat nichts mit mir zu tun."
"Ich weiß, dass ihm die Sache mit dir sehr nahe geht Hermine. Das spüre ich und mein Gefühl über Menschen hat mich noch nie getäuscht, das solltest gerade du wissen."
Gerade wollte ich ihr widersprechen, doch im nächsten Moment waren wir auch schon beim Stadion angekommen und begannen uns die besten Plätze auf der Tribüne zu suchen. Zu unserem Glück konnten wir sogar noch wirklich gute Plätze ergattern, denn nur zwanzig Minuten später war das Stadion prall gefüllt und ich konnte nicht mal mehr einen einzigen freien Platz erkennen.

Es dauerte auch nicht mehr lang, bis Madam Hooch das Spielfeld betrat. Sofort wurde Sie von großem Applaus und Gejubel begrüßt begleitet wurde sie wie immer von Lee Jordan - dem Stadionsprecher von Hogwarts. Madam Hooch winkte den Schülern auf den Tribünen zu, bevor sie die Spieler des Gryffindorteams hereinwinkte. Jordan moderierte alle Spieler meines Hauses hervorragend an. Die Menge tobte und bejubelte das Team. Anschließend kam auch das Team der Slytherins ins Stadion geflogen. Zu meiner Überraschung wurden auch die Slytherins freudig begrüßt und bejubelt. Nach und nach flogen sie ins Stadion. Als Letzter kam der Sucher der Slytherins ins Stadion geflogen - Draco.

Die Teams flogen ein paar Runden durch das Stadion, bevor sie sich in Position brachten. Draco flog dicht an der Tribüne vorbei und ließ seinen Blick über die Zuschauer gleiten. Eigentlich sollte ich mich ja auf die Spieler meines Teams konzentrieren, aber meine Augen waren nur auf Draco gerichtet. So sehr ich mich auch bemühte, ich konnte meinen Blick nicht von ihm abwenden. Sein Quidditchtoutfit passte ihm wie angegossen und er sah darin einfach immer wieder unverschämt gut aus. So sehr mich sein Anblick auch schmerzte, ich konnte nicht wegsehen. So lange hatte ich ihn nicht mehr beobachten können und wenn ich ihn schon nicht mehr berühren konnte, blieb mir wenigstens das. Im nächsten Moment verlangsamte Draco sein Tempo und hielt schließlich an. Im nächsten Moment trafen sich unsere Blicke und ich spürte, wie mein Herz in diesem Moment zu rasen begann. Für einen Moment schien die Welt wie still zu stehen. Aber noch bevor ich seinen Blick deuten konnte, wandte er sich wieder ab und konzentrierte sich weiterhin auf das Spiel.

"Siehst du? Der Blick hat doch alles gesagt." Meinte Luna.
Aber ich antwortete nicht. Ich war damit zu beschäftigt mir meine Enttäuschung nicht anmerken zu lassen.

Das Spiel verlief wirklich spannend. Die Teams lieferten sich ein faires Kopf an Kopf Rennen. Schlussendlich konnte aber Gryffindor das Spiel ganz knapp für sich entscheiden. Voller Freude schnappte mich Luna am Arm und zog mich mit sich. Wir wollten unserem Team gleich bei den Umkleiden gratulieren und keine Zeit verlieren. Ich war überglücklich über den Sieg meines Teams und konnte es kaum erwarten, meinen Freunden um den Hals zu fallen. Freudig liefen wir zu den Umkleiden vorbei an vielen Schülern, Lehrern und anderen Spielern. Gerade kamen wir an den Umkleiden der Slytherins vorbei. Vorsichtig ließ ich meinen Blick in das grüne Zelt gleiten und mit einem Schlag war meine ganze Freude dahin.
Da drinnen stand Draco eng umschlungen mit Pansy Parkinson.

pure mudblood - DramioneWo Geschichten leben. Entdecke jetzt