26.

12.2K 471 37
                                        

Ginny sah mich gespannt und gleichzeitig besorgt an.
„Jetzt bin ich aber gespannt. Schieß mal los, Mine."

Na großartig, das kann ja was werden.

Ich warf abermals einen prüfenden Blick um mich. Ich musste sichergehen, dass uns niemand belauschte. Anschließend nahm ich noch einen großen Schluck von meinem Butterbier und blickte mich abermals um.
„Was ist denn los mit dir? Du bist so nervös auf einmal."
„Angespannt trifft es wohl eher." Meinte ich etwas kleinlaut und blickte abermals um mich.
„Hermine!" Zischte Ginny mich nun schärfer an.
„Jetzt ist aber mal gut, du sagst mir jetzt auf der Stelle, was los ist."
„Ich ..."

„Hey ihr beiden!" Ertönte es plötzlich hinter mir.
Harry und Ron näherten sich uns mit einem breiten Grinsen und winkten uns zu.
„Hallo ihr zwei." Begrüßte ich die beiden und versuchte zu lächeln.

Ihr habt ja wieder mal ein grandioses Timing.

Aber immerhin konnte ich so noch etwas Zeit gewinnen, bevor ich Ginny von der ganzen Sache mit Draco erzählen musste. Lügen war keine Option mehr, sie kannte mich zu gut und die beste Lügnerin war ich nun mal auch nicht. Aber wahrscheinlich würde es mir, nachdem ich es mal irgendwem erzählt habe, besser gehen.

Ron nahm neben mir Platz und Harry setzte sich neben seine Freundin. Die beiden blieben eine Weile und eigentlich hatten wir auch viel Spaß zusammen, obwohl es mir trotz allem noch lieber gewesen wäre Ginny in die Sache mit mir und Draco ein zu weihen.

Von einem Moment auf den anderen nahm das Treffen ein ganz komischen Wendung. Harry sprang urplötzlich auf und meinte er würde noch etwas aus der Stadt brauchen und fragte Ginny, ob sie ihn nicht begleiten wolle. Beziehungsweise zog er Ginny einfach mit sich, sodass sie keine andere Wahl hatte als ihrem Freund zu folgen. Ich wusste auch gleich, in welche Richtung sich diese Situation wenden würde, nachdem Ginny sich ohne Weiteres von Harry nach draußen ziehen lies.
Bevor sie aufstand, formte Ginny mit ihren Lippen ein deutliches Sorry und lächelte mich entschuldigend an. Ich schenkte meiner Freundin ein Lächeln und ließ sie mit Harry gehen.
Ron und ich blieben im Drei Besen zurück.

„Ich hoffe, es macht dir nichts aus, dass du jetzt mit mir hier alleine sein musst." Meinte Ron etwas kleinlaut, nachdem Harry und Ginny das drei Besen verlassen hatten. Er hatte sich erhoben und nun gegenüber von mir Platz genommen.
„Ach was. Warum sollte es mir denn bitteschön etwas ausmachen?" Antwortet ich.
„Naja, ich könnte gut verstehen, wenn du nichts mehr mit mir alleine reden möchtest nach allem was ich dir angetan hab." 
„War nicht gerade eine deiner besten Aktionen, aber ich bin drüber hinweg."
„Und genau darüber wollte ich mit dir reden ..." Begann er und nahm meine Hand.

HALT STOP! Was wird das jetzt hier?

„Ron ich ... wir haben schon darüber geredet."
„Hermine, bitte hör mir zu." Sprach er entschlossen und wartete für einen Moment meine Reaktion ab. Erst als ich mich dennoch entschied ihm zu zuhören sprach er weiter.
"Mir tut das alles so schrecklich leid, was passiert ist und ich weiß, dass ich großen Mist gebaut habe. Aber seit dem, das alles passiert ist, geht's mit richtig dreckig. Ich kann nicht schlafen, kann nicht richtig essen. Ich denke immer nur an dich, Hermine. Es war ein großer Fehler, den ich da gemacht habe und glaub mir, ich bereue es mehr als alles andere." 

Er hielt kurz inne, und drückte meine Hand ein wenig fester.
„Ich liebe dich immer noch und daran wird sich so schnell nichts ändern. Ich kann verstehen, wenn das alles ein wenig plötzlich kommt, aber ich wollte nur, dass du weißt, wie sehr ich das alles bereue."

Wie bereuen? Und damit kommt er jetzt? Bisschen spät.

„Hör mal Ron, ich mag dich. Du bist ein guter Freund und darüber bin ich auch wirklich darüber. Aber ich denke, dass es nicht mehr so sein wird, wie das mit uns noch vor ein paar Wochen vor Weihnachten war."

Bevor du deine Zunge in den Hals von Lavender Brown gesteckt hast.

„Du hast recht Hermine. Es wird nie mehr so sein wie es anfangs war, aber ich würde mir eine Art  eine Art Neuanfang mit dir wünschen." Strahlte er mich hoffnungsvoll an.
„Ich ... Ich kann nicht."
„Mit so einer Antwort habe ich schon gerechnet, aber lass dir das mal durch den Kopf gehen. Bitte gib mir noch eine Chance, gib uns noch eine Chance."

Ron sah mich hoffnungsvoll mit seinen blauen Augen an, während ich noch immer nach einer passenden Antwort suchte. Ich musste ihm doch irgendwie klarmachen, dass es nicht mehr funktionieren würde mit uns. Außerdem war da auch noch die Sache mit Draco, was das auch immer es sein mochte.
Im nächsten Moment hauchte Ron mir einen sanften Kuss auf meinen Handrücken und ich bemerkte, dass er immer noch meine Hand hielt.
„Ich werde dich nicht enttäuschen Hermine. Das habe ich schon einmal getan und es war der größte Fehler meines Lebens. Das passiert mir noch einmal."

„Mir kommen gleich die Tränen. Granger und Weaselbee wieder vereint, wie rührend."
Im selben Augenblick spürte ich, wie mir das Blut in meinen Adern gefror. Ich musste mich gar nicht erst umsehen um zu wissen, von wem diese Aussage kam. Als ich meinen Blick dann doch vorsichtig nach rechts schweifen lies, sah ich Draco, wie er an einem der Pfähle lehnte und uns beiden einen arroganten Blick zuwarf.
Aber da war noch etwas anderes in seinen Augen. Etwas, dass ich zuvor noch nie bei ihm gesehen hatte. Spott? Wut? Eifersucht?

Sofort entzog ich meine Hand aus Ron's Griff und sah Draco mit großen Augen an.
„Was suchst du hier Malfoy?" Schnaubte Ron.
„Ich dachte ich vergnüge mich ein wenig in der Stadt, aber ich bin mir nicht ganz sicher ob mich euer Anblick amüsieren oder eher zum Kotzen bringen soll."
Den hinteren Teil seines Satzes spuckte er förmlich aus.
„Du mieses kleines Frettchen, du glaubst du kannst hier machen was zu willst!" Knurrte Ron.
„Ron lass gut sein, das hat doch keinen Sinn. Lass uns einfach wieder zurück ins Schloss gehen." Versuchte ich ihn zu beruhigen.

Der Rotschopf visierte Draco immer noch an, bevor er mich am Arm packte und zum Ausgang des Drei Besen ziehen wollte. Ich löste mich jedoch von ihm, weil ich noch meinen Mantel brauchte und Ron verlies ohne mich das Lokal.
Ich nahm noch rasch meinen Mantel vom Stuhl und sah vorsichtig zu Draco, der mich immer noch mit seinem finsteren Blick musterte, bevor er sich umdrehte und mich eiskalt stehen ließ, ohne sich noch ein weiteres Mal umzudrehen.

Na große Klasse. Mein bester Freund möchte einen Neuanfang und wenn ich nach Hause komme, wartet ein wütender Eisprinz auf mich. Ich hab keine Ahnung, was mit mehr Sorgen machen soll aber Gratulation Hermine, du hast wieder mal das große Los gezogen.

pure mudblood - DramioneGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt