52.

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Ich tauchte mein Gesicht in das Wasser und nur wenige Augenblicke später fand ich mich im Innenhof von Hogwarts wieder. Aber ich war nicht wie vor einigen Tagen zwischen Harry und Ron, sondern stand wie ein Zuschauer wenige Meter vom Geschehen entfernt.

Ich sah mich selbst mit Lucius Malfoy, der seine ekelhaften Griffel in meinen Haaren vergraben hatte, Harry und Ron, die in den Fängen von Todessern waren und Draco.
"Lass sie sofort los oder du wirst es bereuen."
"Draco, wie schön, dass du es geschafft hast, du kommst gerade recht." 
"Lass. Sie. Los."
Ich beobachtete Draco. Sein Körper war angespannt und jede Zelle seines Körpers in Alarmbereitschaft.
"Du weißt, dass ich das nicht kann und aufgrund deines Verhaltens auch nicht will."
"Zwing mich nicht, mich zu entscheiden, Vater."
"Du stellst ein Schlammblut über mich? Deinen eigenen Vater?!"
"Du hast die Wahl."
"Wenn du so denkst Draco, wirst du mit Ihnen untergehen."
"Das werden wir noch sehen."

Draco hob seinen Zauberstab und richtete ihn gegen seinen eigenen Vater. Danach beobachtete ich, wie ich Lucius die Zauberstäbe entriss und sie Harry und Ron zuwarf. Und dann wurde ich Zeuge eines Kampfes, musste aber beobachten, wie unkonzentriert ich war. Immer wieder sah ich wie ich immer wieder auf Draco und seinen Vater achtete. Der Schrei von Draco, als ein Fluch von Lucius ihn streifte, ließ alle im Innenhof erstarren und nur wenige Augenblicke später sah ich wie mich ein Fluch aus Lucius' Zauberstab traf und ich im nächsten Moment zu Boden sackte.
Draco fing mich auf, bevor ich auf dem Boden aufschlug und zog mich in seine Arme. Er zitterte, als er mit mir langsam zu Boden glitt und Blut tropfte von seinem Arm.

"Jetzt sind wir wieder da, wo alles angefangen hat, Draco. Es endet so wie es angefangen hat."
In diesem Moment dachte ich wirklich, dass ich sterben würde, daran konnte ich mich noch erinnern. Ich hatte unheimlich Angst gehabt aber er hatte in diesem Moment all meine Angst verschwinden lassen.
"Sag sowas nicht. Wir sind noch nicht am Ende, hörst du? Das hier ist noch nicht vorbei Hermine Granger."
Als ich in Draco's Armen die Augen schloss, konnte ich sehen, wie Draco innerlich zerbrach. Seine Augen füllten sich mit Tränen und sein Körper bebte.
"Hermine! Nein komm schon, mach jetzt keinen Scheiß! Bleib bei mir - bitte!" Schluchzte Draco.
Für einen Moment war wieder alles still und auch mir liefen mittlerweile die Tränen über die Wangen. Es brach mir das Herz Draco so leiden zu sehen und der Gedanke, ihm nicht helfen zu können, zerschmetterte mich. Und immer noch war es total Still im Innenhof.

"Du hast sie umgebracht!" Unterbrach Draco's Schrei das unheimliche Schweigen. In seinem Gesicht, das bis vor wenigen Augenblicken noch voller Trauer und Schmerz war, war jetzt nur noch Wut zu sehen. Behutsam legte er meinen Kopf auf dem Boden ab, bevor er sich langsam erhob. Draco's Körper war voll mit Hass und seine sonst so schönen silbernen Augen waren so dunkel wie noch nie zuvor. Ich erschrak, als ich ihn so sah.
Draco sah aus wie ein Killer, der bereit war alles und jeden zu töten der sich in den Weg stellte. Lucius Lachen verstummte augenblicklich, als Draco seinen Zauberstab erneut auf ihn richtete, doch bevor er sich gegen seinen Sohn verteidigen konnte, entwaffnete ihn Draco. Und dann kamen die Worte, die das Letzte waren, an das ich mich erinnern konnte.

"AVARDA KEDAVRA!"

Mir stockte der Atem, als ich sah wie ein grüner Strahl aus Draco's Zauberstab kam und dieser seinen Vater zu Boden riss. Lucius blieb leblos am Boden liegen und seine Augen starrten ins Nichts. Doch noch bevor sich Draco den Todessern widmen konnte, waren diese bereits verschwunden. Ron und Harry blickten den Slytherin mit großen Augen an und man konnte ihnen ansehen, dass sie sich nicht sicher waren, was Draco als Nächstes tun würde. Der Slytherin wandte sich von der Leiche seines Vaters ab und ging zu meinem regungslosen Körper zurück. Er kniete sich neben mich, bevor er mich hochhob und im Begriff war zu gehen.
Doch weit kam er nicht, denn McGonagall hatte soeben den Innenhof betreten.
Ich dachte eigentlich, dass sie sofort nach Antworten fragen würde, doch stattdessen schweifte ihr Blick nur zwischen Lucius' Leiche und Draco, der meinen Körper nach wie vor auf den Armen hatte. Harry und Ron waren an Draco's Seite getreten, bereit ihn sofort zu verteidigen.
"Sie wissen, dass das was Sie getan haben, bestraft wird Mister Malfoy. Dafür könnten Sie in Askaban landen."
"Ich weiß." Antwortete Draco knapp.
"Doch wenn Sie mich entschuldigen würden, ich muss sie in den Krankenflügel bringen." Fügte er hinzu.
"Ich denke, dass Potter und Weasley das erledigen können, ich würde gerne noch mit Ihnen unter vier Augen sprechen."
Draco zögerte einen Moment, bevor er mich an Ron übergab der mich gemeinsam mit Harry in die Schule zurück brachten.
"Bevor Sie das dem Ministerium melden, würde ich mich noch gern von ihr verabschieden." Begann Draco.
"Ich weiß nicht was sie meinen Mister Malfoy. Sie sollten sich wohl eher von ihrem Vater verabschieden. Ich habe keineswegs vor diesen Vorfall dem Ministerium zu melden."
Draco blickte die Schulleiterin überrascht an.
"Man wird denken, dass Ihr Vater im verbotenen Wald verunglückt sei." Fügte McGonagall hinzu, dann trat sie einen Schritt auf Draco hinzu und legte ihm behutsam eine Hand auf die Schulter.
"Dieser Mann hat schrecklich Dinge getan, aber er ist immer noch ihr Vater. Ich kann Ihnen leider nicht viel Zeit geben aber nutzen Sie die letzten Minuten, die Sie noch mit ihm haben."
Danach verschwand die Schulleiterin wieder in das Schulgebäude und lies Draco mit dem leblosen Körper seines Vaters allein.
Draco stellte sich neben die Leiche seines Vaters und blickte seinem Vater ins Gesicht.
"Ich wünschte, du hättest es eingesehen, aber du hast mir keine Wahl gelassen." Flüsterte er.
Ich starrte auf Draco und wartete. Ich wartete darauf, dass er irgendwelche Emotionen zeigte, aber da war nichts außer seinem eiskalten Ausdruck. Wenige Minuten später kam McGonagall in den Innenhof zurück. Draco entfernte sich von seinem Vater, blickte ihn ein letztes Mal an bevor er den Innenhof verließ.

Ich zog mein Gesicht aus dem Wasser des Denkariums und blickte im nächsten Moment in die dunklen Augen von Draco, der wenige Meter von mir entfernt stand.

pure mudblood - DramioneGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt