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Die Spieler flogen augenblicklich wie wild durcheinander. Jeder war voll und ganz auf seine Aufgabe konzentriert. Ich beobachtete das Spiel genau und ließ meinen Blick genauer über die einzelnen Spieler schweifen. 

Aus dem Team der Ravenclaws kannte ich persönlich eigentlich nur die Sucherin Cho Chang. Sie und Cedric Diggory waren mal ein Paar gewesen, bis Cedric beim Trimagischen Turnier durch den Zauberstab des dunklen Lords getötet wurde. Die arme Cho war damals am Boden zerstört und trauerte ihrem Freund noch sehr lange nach. Später kam sie sogar mit Harry zusammen, da sie schon eine Weile in ihn verliebt war aber die Beziehung der beiden hielt nicht besonders lange, da es zu einem Streit kam, nachdem Cho ihre Freundin Marietta, die damals Dumbledore's Armee verraten hatte, gegenüber Harry verteidigt hatte. Seit diesem Tag haben Harry und Cho nur noch wenig bis gar keinen Kontakt zu einander. Ich glaube das Quidditch der einzige Punkt war, in dem sie noch etwas miteinander zu tun hatten. Ginny hingegen war mehr als erfreut darüber, dass sich die beiden aus dem Weg gingen. Sie war nie mit der Beziehung der beiden einverstanden gewesen, was wahrscheinlich auch daran lag, dass sie schon zu der Zeit in dem Dumbledores Armee gegründet wurde, Gefühle für unseren Harry hatte.
Luna verriet mir später die Namen der anderen Spieler, die ich mir aber nicht wirklich merken konnte. Ich mochte eine schlaue Hexe sein, aber ich war verdammt schlecht darin mir neue Namen zu merken. 

Das Team der Slytherins kannte ich hingegen ein wenig besser, bis auf die Jäger waren mir alle Spieler bekannt. Der Hüter war Miles Bletchley, ein großer, stämmige Slytherin mit etwas brutalen Gesichtszügen. Viel Schüler waren erstmals etwas eingeschüchtert von seinem Auftreten, aber in Wirklichkeit war Miles ein herzensguter Zauberer, der niemandem etwas zuleide tun würde. Es wunderte mich sogar manchmal, warum er nach Slytherin geschickt wurde, denn mit seiner Art hätte er genauso nach Hufflepuff gepasst, der Meinung war auch Draco. Die beiden Treiber waren natürlich Crabbe und Goyle. Die beiden Anhängsel von Draco sind zwar etwas begriffsstutzig und ich selber mochte sie nicht wirklich, aber ihren Job als Treiber machten sie wirklich gut, das musste ich den beiden schon lassen. Nun fehlte nur noch Draco, er war der Sucher der Slytherins und er war wirklich gut. Er ist, neben Harry, einer der besten Spieler, die Hogwarts je hatte und das wusste er auch ganz genau. Zumindest zeigte er es oft genug. Andererseits kannte ich kaum jemanden der auch wirklich so viel Zeit in das Training für diesen Sport investierte, ich glaube nicht mal Harry oder Ron investierten so viel Zeit in das Training wie er. Draco flog auf seinem Besen einmal die gesamte Arena ab, um sich einen Überblick verschaffen zu können. Einige Meter von uns entfernt hielt er an und blickte suchend über die Tribüne. Als er mich in der Menge erblickte, erweichte sein Blick und er schenkte mir eines seiner berühmten Einsprinzlächeln bevor er sich wieder voll und ganz dem Spiel widmete. Natürlich hatte ich sein Lächeln, wenn auch etwas verlegen, erwidert.

Als er mich angelächelt hatte, spürte ich förmlich wie Ginny und Luna neben mir zu Grinsen begannen.
„Hermine Granger, ich bin überrascht. So habe ich Draco Malfoy noch nie erlebt. Er scheint dich wirklich zu mögen." Warf Luna im nächsten Moment ein.

Ich wünschte, du hättest recht. Ich bezweifle aber, dass Draco jemals jemanden wirklich gemocht hat oder mögen wird. 

„Du zweifelst daran, dass seine Gefühle echt sein könnten, nicht wahr?" Hakte Luna weiter nach.
Ich hatte leider komplett vergessen, dass Luna Menschen sehr leicht durchschauen konnte.
„Gut möglich ..." Antwortete ich ihr schließlich.
„Also wenn du mich fragst, ist das ganze schon ziemlich offensichtlich."
„Offensichtlich?" Fragte ich etwas verunsichert.
Aber Luna antwortete mir nicht mehr, denn sie war im nächsten Moment schon wieder in das Spiel vertieft.
Ich mochte Luna wirklich gerne, schon immer eigentlich. Noch dazu schien sich zwischen ihr und unsrem Freund Neville Longbottom mehr, als eine gewöhnliche Freundschaft zu entwickeln. Mal abgesehen davon, war Luna eine Hexe, die vielleicht ab und zu ein wenig verwirrt erscheinen mag, aber auf keinen Fall zu unterschätzen war.

Natürlich hatte ich den Blick durchgehend auf Draco gerichtet und verfolgte jeden seiner Manöver ganz genau. Einige seiner Züge kamen mir sogar bekannt vor, er hatte diese Manöver in seinen Strategien eingeplant und war sie immer wieder im Turm durchgegangen. Draco hatte ein wirklich gutes Auge und konnte den Schnatz schon nach wenigen Sekunden erkennen und verfolgte ihn sofort. Cho hatte den Schnatz auch entdeckt und verfolgte nun Draco. Ich war so auf die beiden Sucher fixiert, dass ich die Tore, die während des Spiels geschossen wurden, kaum wahrnahm. Jedoch zwang ich mich, immer wieder einen kurzen Blick auf den Spielstand zu werfen. Es schein ein sehr faires Spiel zu sein. Die Teams waren beide ziemlich gut drauf, obwohl die Slytherins immer einen kleinen Vorsprung hatten, der von den Ravenclaws immer wieder ausgeglichen wurde. Das Spiel dauerte länger als erwartet und der Himmel war inzwischen dunkelgrau und ein Gewitter braute sich zusammen.

Es schien ein sehr faires Spiel zu sein, bis einer der Klatscher abrupt seine Richtung änderte und direkt in Dracos Richtung flog. Goyle bemerkte das glücklicherweise sofort und verfolgte den schwarzen Ball. Geschickt wehrte er den Ball immer wieder von Draco ab, bis der Ball seinem Schläger gekonnt auswicht und Goyle aus dem Gleichgewicht brachte. Während er versuchte, sich wieder zu stabilisieren hatte der Ball wieder die Verfolgung von Draco aufgenommen, der gar und ganz auf den Schnatz fixiert war, der nur wenige Meter vor ihm seine Haken schlug. Goyle hatte sich mittlerweile wieder gefangen und verfolgte den schwarzen Ball.
Cho und Draco lieferten sich ein Kopf an Kopf Fliegen und kamen dem Schnatz immer näher und näher. Goyle hatte den Klatscher wieder eingeholt und verpasste ihm einen kräftigen Schlag, nach diesem Schlag schien der schwarze Ball das Interesse an Draco verloren zu haben und mischte sich somit wieder und die restlichen Spieler. Goyle erhielt einen kräftigen Applaus, bevor er sich ebenfalls wieder unter die anderen Spieler mischte.

Ich blickte wieder zu Draco und Cho die immer noch versuchten den Schnatz zu fangen. Jedoch war deutlich zu erkennen, dass Draco immer mehr und mehr an Vorsprung gewann und der Schnatz beinahe zum Greifen nah war. Inzwischen hatte es schon zu blitzen und zu donnern begonnen, doch kein einziger Spieler auf dem Spielfeld dachte auch nur daran das Spiel zu beenden. Die beiden Sucher setzten gerade zum Sturzflug an, um den Schnatz zu verfolgen, als es einen gewaltigen Knall gab und es für einen Moment ganz hell wurde. Im nächsten Augenblick konnte man nur einen regungslosen Körper erkennen, der drohte auf den Boden zu knallen. Meine Augen brauchten einen Moment, um sich von dem Hellen wieder zu erholen und bis ich wieder normal sehen konnte. Ich brauchte zuerst einen Moment, aber dann stockte mir der Atem, als ich Draco erkannte, wie er regungslos nach unten fiel. 

pure mudblood - DramioneWo Geschichten leben. Entdecke jetzt