Die Tage verstrichen. Mittlerweile war es schon wieder Sonntag und ich hatte mein Bett kaum verlassen. Ich fühlte mich so leer und kraftlos wie nie zuvor.
Noch nie in meinem ganzen Leben hatte ich so etwas derartiges gefühlt, nicht mal die Schmerzen, die mir Bellatrix Lestrange im Malfoy Manor zugefügt hatte, als sie mir meine Narbe zugefügt hat, waren mit dem was ich jetzt fühlte nicht vergleichbar.
Ginny war ein absoluter Engel in dieser Woche. Sie hatte mir alle Mitschriften aus dem Unterricht zu kommen lassen, mich mit Essen versorgt und war auch sonst sehr für mich da. Den anderen hatte sie erzählt, dass ich krank sei und deshalb nicht zum Unterricht kommen konnte und betont, dass ich meine Ruhe brauchte. Sie war einfach die beste Freundin die man sich vorstellen konnte.
Gerade saßen wir beide in meinem Bett und schwiegen uns, wie schon so oft in dieser Woche, an.
"Ich gehe morgen wieder zum Unterricht." Unterbrach ich unser Schweigen.
Ginny blickte erstaunt auf und sah mich an.
"Bist du sicher, dass du bereit dafür bist?"
"Das weiß ich erst wenn ich da bin aber ich werde mir nicht von so einem arroganten Arschloch mein letztes Jahr in Hogwarts und meine Zukunft verbauen. Ich hab mich lange genug verkrochen, es wird Zeit, dass ich zurück in meinen Alltag kehre."
Ginny lächelte mich an.
"Das ist die Hermine Granger, die ich kenne."
Wir beide beschlossen aus dem angebrochenen Abend einen Mädelsabend zu machen. Seit Langem konnte ich wieder lächeln und sogar ein wenig lachen. Die Zeit gemeinsam mich Ginny tat mir unheimlich gut und ließ mich die ganze Scheiße der letzten Tage vergessen. Rechtzeitig zur Nachtruhe verließ Ginny dann den Schulsprecherturm.
Kaum war meine beste Freundin aus meinem Turm verschwunden, holte mich auch schon die Realität wieder ein. Mir wurde plötzlich kalt und ich fühlte mich wieder einsam und verloren. Aber dieses Mal würde mein Unterbewusstsein nicht wieder gewinnen. Ich hatte mir geschworen, dass ich mich von den Ereignissen der letzten Woche nicht mehr runter ziehen lassen würde und damit würde ich hier und jetzt anfangen. Bevor ich also wieder in ein emotionales Tief fallen würde, schnappte ich mir die Unterlagen, die mir Ginny über die Woche täglich aus dem Unterricht mitgenommen hatte, und begann diese durch zu arbeiten. Immerhin wollte ich nicht unvorbereitet in die neue Woche starten.
Gegen halb zwei morgens fühlte sich mein Hirn an wie Matsch aber dafür hatte ich einen großen Teil der Unterlagen abgearbeitet, worüber ich auch sehr stolz war. Ich schlüpfte in mein Schlafoutfit und putzte meine Zähne, bevor ich anschließend schnell in mein Bett schlüpfte.
Auf dem kleinen Nachttisch neben meinem Bett stand eine kleine braune Flasche. In dieser Flasche befand sich Baldrian, den mir Ginny von den Vorräten für Zaubertränke besorgt hatte. Gegen mein Gefühlschaos am Tag konnte ich ankämpfen und daran arbeiten aber gegen mein Unterbewusstsein in meinen Träumen hatte ich keine Chance. Aber ich brauchte meinen Schlaf, damit ich neue Kraft für den kommenden Tag tanken konnte. Ich öffnete das Fläschchen und füllte ein paar Tropfen in mein Wasserglas, bevor ich es in schnellen Schlucken austrank. Es dauerte zwar ein wenig bis der Baldrian zu wirken begann aber ich spürte, dass er den gewünschten Effekt mit sich brachte. Ich schloss meine Augen und schon bald fiel ich in einen ungewöhnlich ruhigen Schlaf.
Der Baldrian letzte Nacht hatte mir wirklich gutgetan. Ich fühlte mich viel stärker und entschlossener als in den letzten Tagen. Und genau das war es, was ich heute brauchen konnte.
Heute würde ich ihn wieder sehen. Es fühlte sich an wie eine Ewigkeit, seit ich Draco das letzte Mal gesehen hatte.
Sofort schüttelte ich die Gedanken an ihn wieder ab. Ich konnte es mir nicht erlauben, meine Kraft an unnötige Gedanken zu verschwenden.
Das was Draco und ich hatten war vorbei. Das war das Einzige, an das ich im Bezug auf den Eisprinzen denken durfte.
Mehr nicht.
Nachdem ich mit mich zurechtgemacht hatte und mir meine Schuluniform angezogen hatte, machte ich mich auf zur großen Halle. Als ich den großen Saal betrat, schweifte mein Blick über den Gryffindortisch wo ich Harry, Ginny und Ron sah die gemeinsam frühstückten. Ich spürte das Verlangen in mir hinüber zum Slytherintisch zu blicken aber ich unterdrückte es. Ich musste es mir auch nicht unnötig schwer machen. Ich atmete einmal tief durch und steuerte auf meine Freunde zu, die mich gleich freudig begrüßten.
"Hermine du bist ja wieder fit! Wie gehts dir?" Kam es von Harry.
"Hallo ihr drei. Ja danke es geht mir schon viel besser." Gab ich mit einem knappen Lächeln zurück.
"Schön das zu hören, du hast wirklich gefehlt die letzte Woche." Fügte Ron hinzu.
Ich lächelte etwas mehr.
Die gemeinsame Zeit mit meinen Freunden hatte mir definitiv gefehlt in den letzten Tagen. Während ich meine Freunde darüber ausfragte, was ich denn alles in den letzten Tagen so verpasst hatte, mischte ich mir mein Müsli mit frischem Obst zusammen. Dazu noch eine große Tasse Tee und ein großes Glas Kürbissaft. Ich spürte, wie dankbar mir mein Körper war, dass er nach all den Tagen wieder mal etwas Anständiges zu essen bekam.
Es fühlte sich auf einmal alles wieder normal und ein kleines bisschen leichter an. Wir scherzten miteinander und genossen unser Frühstück bis eine mir all zu bekannte Person die Große Halle betrat. Sofort verflog meine gute Laune von vorhin und fühlte, wie mich die Trauer und die Schmerzen der letzten Tage einholten.
Mein Herz pochte wie wild. Ich hatte ihn über eine Woche nicht gesehen. Und trotz all den Schmerzen, die er mir zugefügt hatte vermisste ich ihn, ich vermisste seine Nähe, seinen Duft seine Stimme, seinen Körper. Einfach alles an ihm.
Draco stolzierte förmlich durch die große Halle aber würdigte dem Gryffindortisch nicht mal einen Blick. Er tat so, als wäre nie etwas gewesen, als wäre die letzten Wochen nie passiert. Sofort schossen mir seine Worte durch den Kopf und ich spürte wieder diesen unerträglichen Schmerz in mir. Aber ich würde mich nicht von einem Mann meine Zeit verderben lassen, das hatte ich mir geschworen. Die nächste Zeit würde nicht einfach werden und ich würde mein Bestes geben und ihm einfach aus dem Weg gehen. Und so weh es mir auch tat ich musste mir eingestehen, dass die Sache zwischen mir Draco vorbei war, er hat mir mein Herz gebrochen und mich einfach nur benutzt. Es war vorbei und ich würde mich nicht mehr auf ihn einlassen.
Nie wieder.
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pure mudblood - Dramione
Hayran KurguDie große Schlacht von Hogwarts ist gewonnen. Harry, Ron und Hermine treten ihr siebtes und somit letztes Schuljahr in Hogwarts, der Schule für Hexerei und Zauberei, an. Dieses Schuljahr hat es in sich, ganz besonders für Hermine ... Die Rechte an d...
