Der Dieb verschwindet

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So Leute,

hier ist nun das nächste Kapitel. Ich hoffe, dass es euch gefällt.
Nun erfahrt ihr auch ein kleines Bisschen mehr von dem Ort, an dem unser Dieb aufgewachsen ist ; )

LG Jzo-chan

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Kapitel 5: Der Dieb verschwindet

Ich schmeiße meinen Koffer auf das Bett und stopfe schnell alles hinein. Zum Glück dauert dies nicht allzu lange, da ich nicht vieles ausgepackt habe. Hätte ich mit so etwas gerechnet, dann wäre der Koffer bereits fertig gewesen. Allerdings ist so etwas noch nie zuvor passiert. Weder wurde ich bisher entdeckt, noch bin ich zuvor einen solchen Menschen begegnet. Kaum habe ich alles in den Koffer geworfen, schließe ich diesen auch schon. Mein Blick geht noch einmal prüfend durch das Zimmer. Nur für den Fall, dass ich doch etwas vergessen haben sollte. Allerdings kann ich nichts mehr sehen. Ich atme einmal durch, ich muss jetzt wirklich schnell von hier verschwinden. Ich rechne zwar nicht damit, dass der Butler in den nächsten Sekunden hier auftaucht. Woher sollte er auch wissen in welcher Herberge ich untergekommen bin und selbst wenn, wie sollte er so schnell hierherkommen?
Um schnell von hier zu verschwinden und diesen Auftrag beenden zu können, immerhin habe ich diese Dokumente durchaus mitgenommen, hebe ich meine Hand und will sie gerade im Kreis drehen, um ein neues Portal zu öffnen. Dieses Mal aber wird mich das Portal außer Landes bringen. Durch die hohe Entfernung muss ich mich genauer konzentrieren. Konkret an mein Zielort muss ich dabei sowieso denken, sonst könnte es sein, dass ich nicht ganz den Ort treffe. Dazu gibt es sogar einige witzige Geschichten, für die ich jetzt aber keine Zeit habe.
Gerade als das Portal beginnt sich zu öffnen, höre ich ein Geräusch vom Dach. Erschrocken zucke ich zusammen und unterbreche dadurch meine Konzentration. Deshalb schließt sich das Portal vor mir auch wieder. Mein Blick geht an die Decke und verweilt dort einen Moment. Natürlich kann ich dennoch nicht durch die Decke hindurch schauen. Aber dafür kann ich weitere Geräusche vom Dach hören.
>Geht da jemand über das Dach?<, frage ich mich. Diese Geräusche klingen wie Schritte, die über das Dach laufen. Verwundert ziehe ich die Augenbrauen zusammen, als die Schritte etwa über mir verstummen. Es bleibt kurz ruhig, dann aber gehen diese Schritte weiter. Das ist nun auch der Moment, an welchem ich mich aus meiner Verwunderung reise.
>Dafür habe ich keine Zeit. Ich muss hier weg.<, denke ich mir und hebe nun erneut meine Hand. Doch noch ehe ich diese zu kreisen beginnen kann, höre ich ein Klirren aus dem Nachbarraum. Erschrocken blicke ich nun auf die Wand, welche die beiden Zimmer trennt.
>War das ein Spiegel?<, frage ich mich. Dann aber wird mir bewusst, dass es die letzten Tage in diesem Zimmer komplett still war und ich niemanden aus dem Zimmer herauskommen oder hereingehen sehen haben. Aber wie kann in einem unbewohnten Zimmer etwas kaputtgegangen sein? Ich verstärke den Griff um meinen Koffer so sehr, dass ich bereits meine Fingernägel in meiner Handfläche spüren kann. Es ist nicht das, was ich höre, das mich beunruhigt, sondern das, was ich nicht hören. Aus dem Nebenzimmer ist überhaupt nichts zu hören. Es ist eine beinahe schon beängstigende Stille. Ein ungutes Gefühl macht sich in mir breit. Dieser ganze Auftrag ist seltsam, er lief nicht so, wie es sollte. Besonders dieser Butler ist mir mehr als nur suspekt. Mit dem stimmt irgendetwas ganz gewaltig nicht. Aber was ist das nur genau?
Durch dieses ungute Gefühl angeregt, hebe ich nun erneut meine und lasse ich schnell kreisen. Sofort öffnet sich das Portal und ich kann bereits hindurchschauen. Auf der anderen Seite ist ein kleiner spartanisch eingerichteter Raum zu sehen. Ich mache einen Schritt nach vorne, sodass ich bereits den leichten Zog um das Portal herum auf meiner Haut spüren kann, da höre ich auch schon, wie die Tür hinter mir leise ins Schloss fällt. Sofort wirble ich herum und blicke direkt in das lächelnde Gesicht des Butlers.
>Wie...?<, frage ich mich und mache schnell einen Schritt nach hinten auf das Portal zu. Der Blick des Butlers geht in dem Moment an mir vorbei und in seinen Augen ist die Unzufriedenheit zu erkennen. Geradeso erkenne ich seine Bewegung und lasse mich einfach nach hinten durch das Portal fallen. Sofort schließe ich es wieder. Und doch kann ich das unzufriedene Gesicht des Butlers sehen. Doch was mich gebannt in die nun herrschende Leere starren lässt, sind seine rot leuchtenden Augen.
>Was war das?<, frage ich mich. Ein Mensch kann dieser Butler definitiv nicht sein. Menschen haben keine rot leuchtenden Augen.
Es dauert ein paar Minuten bis ich mich wieder beruhigt habe. Es schwirren mir so unglaublich viele Gedanken durch den Kopf. Und sie alle wollen sich einfach nicht beruhigen lassen. Es braucht eine gefühlte Ewigkeit bis ich meine Gedanken halbwegs sortiert habe. Erst jetzt stehe ich wieder vom Boden auf und schaue mich langsam um. Alles ist so, wie es immer ist. In Gedanken vertieft, lege ich meinen Koffer auf den Tisch und öffne ihn. Ich brauche erst einmal nur die Akte, die das Zielobjekt dieses Auftrages darstellt.

SchattendiebGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt