Hey Leute,
hier ist nun das Kapitel für diese Woche. Ich hoffe, dass es euch gefällt.
LG Juzo-chan
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Kapitel 18: Der Dieb und noch mehr Besuch
Seufzend schmeiße ich mich auf mein Bett, mit dem Gesicht voraus direkt ins Kissen.
>Vielleicht sollte ich einfach die ganze Zeit hier bleiben?<, frage ich mich: >Bis der Besuch wieder weg ist.< Es klingt zwar nach einer guten Idee – zumindest für mich. Allerdings werden sie wohl länger als eine Nacht bleiben und da morgen auf mich neue Arbeit wartet, wird Sebastian das wohl kaum mitmachen. Also muss ich mir wohl etwas anderes einfallen lassen, um allen aus dem Weg zu gehen.
>Vielleicht sollte ich mich auch einfach daran gewöhnen nun von mehr Menschen umgeben zu sein. Immerhin sind es auch ohne Besuch mit dessen Dienstpersonal ein paar Bedienstete im Anwesen.<, geht es mir durch den Kopf. Es mag vielleicht komisch klingen, was ich da denke. Aber ich hatte nun einmal schon immer ein Problem damit mit Menschen zu tun zu haben. Ich werde dann immer so schnell nervös und unsicher und blamiere mich ständig. Ich habe nun einmal immer nur mit Albert zusammen gelebt und meine Aufträge alleine ausgeführt. Aber jetzt ist es anders und daran muss ich mich auch erst einmal gewöhnen.
Mit einem erneuten Seufzen drehe ich mich auf den Rücken und starre kurz die Decke an. Es wird wohl noch einige Zeit bis zum Abendessen dauern. Dennoch beginnt die Dämmerung, aber das liegt an der Jahreszeit.
>Jetzt wird wohl keiner mehr im Garten sein.<, geht es mir durch den Kopf. Kurzum schaffe ich ein kleines Portal, dass mir einen guten Blick in den Garten bietet. Tatsächlich befindet sich dort nur Finny, welcher noch arbeitet. Ansonsten ist niemand zu sehen.
>Etwas frische Luft ist doch eine gute Idee.<, denke ich mir und setze mich wieder auf: >Aber ich sollte etwas überziehen.<
Es dauert nicht lange und schon betrete ich den Garten. Schlendernd gehe ich auf Finny zu, welcher noch immer in seiner Arbeit vertieft ist und mich nicht einmal bemerkt. Er sitzt vor einem Blumenbeet und rupft munter einiges an Unkraut heraus. Allerdings sind auch ein paar normale Blumen dabei, bei denen ich mir nicht sicher bin, ob sie wirklich heraus gerupft werden sollen.
„Hey Finny.", sage ich fröhlich. Er dreht sich etwas verwundert um und schaut mich einen Moment schweigend an. Dann erstrahlt sein Gesicht und seine grünen Augen scheinen mit nahezu entgegen.
„Hey, Lucia. Was machst du denn hier?", fragt er gerade heraus.
„Ich bin fertig mit meiner Arbeit und wollte etwas frische Luft schnappen.", antworte ich lächeln und hocke mich vorsichtig neben ihm. Darauf achtend mich nicht auf den Rock zu stellen. Das wäre echt peinlich, wenn ich nachher wieder aufstehen will.
„Das ist toll.", kommt es fröhlich von Finny, als er auch schon weiter rupft. Und wieder rupft er ein paar unscheinbare kleine Veilchen aus dem Beet. Etwas mitleidig schaue ich die kleinen Blumen an.
„Du Finny?", frage ich ihn vorsichtig.
„Ja?", fragt er so fröhlich, wie bisher.
„Sollst du wirklich die Veilchen rupfen?", frage ich noch immer vorsichtig. Es könnte ja so richtig sein.
„Die Veilchen?", fragt Finny und schaut nun auf den Haufen mit Unkraut und Veilchen. Sein Blick weicht von Fröhlichkeit zu Entsetzen.
„Nein! Nicht schon wieder. Sebastian wird sicherlich wieder meckern.", sagt er weinerlich und schaut die Veilchen an.
>Passiert das etwa häufiger?<, frage ich mich unweigerlich. Mit einem leichten Seufzen schaue ich von den Blumen zu Finny und dann wieder zurück. Vorsichtig nehme ich es eines der Veilchen in die Hand und schaue es mir genauer an.
>Ein paar haben noch die Wurzeln.<, fällt mir dabei auf.
„Vielleicht kann man ein paar ja wieder anpflanzen. Einige hast du mit kompletter Wurzel herausgezogen. Sie scheinen nicht beschädigt zu sein.", überlege ich und schaue nun wieder zu Finny.
„Meinst du wirklich, dass das noch geht?", fragt Finny hoffnungsvoll. Etwas überrumpelt schaue ich ihn an.
„Ich bin mir nicht sicher. Aber es könnte vielleicht klappen. Ein Versuch wäre es doch wert, oder?", frage ich ihn. Eifrig nickt Finny und sortiert schnell die Veilchen vom Unkraut raus.
Ein paar Minuten später stehen die Veilchen dann wieder im Beet. Aber ob sie auch wirklich wieder anwachsen bleibt noch die Frage. Das werden wir wohl erst mit der Zeit herausfinden. Auf jeden Fall hoffe ich es für Finny. Als Finny dann das Unkraut wegbringt, begleite ich ihn dabei. Er erzählt mir davon, wie er vor einigen Jahren hier als Gärtner angefangen hat zu arbeiten. Er wollte nicht im Inneren arbeiten und wurde so der Gärtner. Allerdings hatte er keine Ahnung von Gartenarbeit und musste einiges lernen. Etwas übereifrig scheint er immer noch zu sein.
Neugierig bleibe ich stehe und schaue mir das Hochbeet genauer an.
>Das sind doch alles Kräuter. Sogar einige Wildkräuter und Wildblumen sind dabei, die ich aus Deutschland kenne.<, denke ich mir, als ich sie genauer sehe. Es befinden sich in diesem Hochbeet unter anderem Lavendel, Johanneskraut, aber auch Kamille und Baldrian.
„Das Hochbeet gab es schon bevor ich hier angefangen habe. Tanaka meinte mal, dass es schon viele Jahre ein Hochbeet mit den verschiedensten Kräutern gibt. Es muss immer etwas für alle Fälle da sein.", erklärt Finny.
>Macht auch Sinn. Hier kann man so schnell keine Medikamente heran bekommen, wenn man sie dringend brauch. Da können Heilkräuter schon viel helfen, wenn man sie dann anwenden kann.<, geht es mir durch den Kopf. In dem Dorf, in welchem ich mit Albert gelebt habe, gab es eine Heilerin, die sich auf Heilkräuter spezialisiert hatte. Sie war zwar etwas schräg, aber ansonsten wirklich lieb und unglaublich gebildet, was ihre Kräuter und ihre Heilkunde anging. Albert hat von ihr auch öfters einige Kräuter gekauft. Er meinte immer, falls einer von uns doch mal eine größere Verletzung haben sollte. Immerhin konnten wir nicht einfach zu einem Arzt gehen. Das hätte nur Fragen aufgeworfen. Deshalb kenne ich mich auch ein bisschen mit Heilkräutern und ihre Wirkung aus.
„Finny?", kann ich die Stimme Maylene hören. Sich umschauend, biegt sie um die Ecke. Als ihr Blick auf den blonden Jungen hängen bleibt, kommt sie zielstrebig näher. Er ein paar Schritte später scheint sie mich ebenfalls zu bemerken.
„Oh, Lucia. Du bist ja auch hier.", stellt sie dabei fest.
„Ja, ich wollte etwas frische Luft schnappen und habe ich dann zu Finny gesellt.", entgegne ich ihr. Verstehend nickt sie.
„Ich wollte nur Bescheid sagen, dass es gleich Abendessen gibt. Ihr könnt also schon einmal in die Küche gehen. Bard, Agni und Herr Welzer warten schon. Ich muss gleich nur noch Tanaka Bescheid sagen.", erklärt das Dienstmädchen.
„Alles klar, dann gehen wir gleich rein.", kommt es wieder fröhlich von Finny.
„Okay, dann bis gleich.", sagt Maylene noch, ehe sie auch schon wieder verschwunden ist.
Maylene hatte recht. In der Küche ist es wirklich voll. Brav sitzen die drei Männer am Tisch und schweigen scheinbar um die Wette. Jeder scheint seinen eigenen Gedanken nachzugehen. Nur als wir die Tür öffnen und in die Küche eintreten, heben sie kurz ihre Blicke. Allerdings nur, um kurz darauf wieder in ihren Gedanken zu versinken.
Die Stille ist unerträglich, als Maylene endlich mit Tanaka im Schlepptau in die Küche komme. Bard springt beinahe schon auf und füllt jeden einen Teller auf und stellt ihn dann auf dem Tisch ab. Es ist Erbsensuppe und dazu gibt es ein großes Stück Brot. Auch, wenn es etwas Simples ist, so riecht es doch echt lecker. Mir ist schon alleine vom Geruch, der die ganze Zeit in der Küche hing, das Wasser im Mund zusammengelaufen. Es war wirklich eine Qual den Geruch die ganze Zeit in der Nase zu haben und nichts davon essen zu können.
„Vielen Dank, Mister Bard.", kommt es höflich von Agni, dem Diener von Prinz Soma.
„Danke.", kommt es irgendwie streng von Herr Welzer, dem Diener von Fräulein Sullivan.
„Danke, Bard!", kommt es dahingegen fröhlich wie gewohnt von Finny. Und so geht es dann weiter bis alle etwas zu Essen vor sich stehen haben und wir mit dem Abendessen beginnen können. Wie immer fehlt nur Sebastian. Aber daran sollte ich mich besser gewöhnen. Auch wenn dieser Butler mir so manches Kopfzerbrechen bereitet.
„Sie haben also erst vor wenigen Tagen Ihre Arbeit hier begonnen, Miss Lucia?", fragt Agni mit einem Lächeln.
„Ja, in der Tat.", antworte ich genauso lächelnd.
„Darf ich verfahren, was Sie zuvor getan haben? Es kommt nicht oft vor, dass der Earl jemanden neu einstellt.", fragt er weiter nach. Obwohl er lächeln, kann ich kurz etwas in seinen Augen aufblitzen sehen.
>Ahnt er etwas? Immerhin war er auch in der Stadtvilla.<, denke ich mir, lächle aber ebenfalls weiter.
„Ich habe zuvor in einem anderen Berufsfeld gearbeitet.", antworte ich nichtssagend.
„Sie ist ein Meisterdieb.", kommt es fröhlich von Finny, als würde er gerade sagen, dass Morgen die Sonne scheinen wird. Entgeistert schaue ich den blonden Jungen an und weiß nicht, was ich dazu sagen soll.
„Dann waren es wohl auch der Dieb, der vor einigen Tagen in die Stadtvilla eingebrochen ist?", fragt Agni ernst nach. Ich schaue ich an, überlege was ich tun soll.
„Ja, das war Lucia.", übernimmt es wieder Finny: „Es ist doch wirklich unglaublich, was sie kann. Oder was meinst du, Agni?"
>Wieso kann er nicht still sein?<, frage ich mich.
„Das kann man wohl so sagen.", kommt es lächelnd vom indischen Butler: „Es wundert mich aber nicht, dass Earl Phantomhive jemanden mit diesen Fähigkeiten einstellt." Nun schaue ich ihn verwundert an.
„Es ist kein Geheimnis, dass der Earl seine ganz eigenen Auswahlkriterien für sein Personal hat.", kommt es von Herr Welzer: „Er ist generell ein sehr besonderer junger Mann. Ohne ihn wäre niemand nun dort, wo er nun ist." Verwundert schaue ich den ehemaligen Leutnant an.
„Wir alle haben dem Earl einiges zu verdanken.", erklärt Agni nun: „Genauso, wie auch unsere Herren. Deshalb helfen wir dem Earl, wo immer wir können. Prinz Soma hat in Earl Ciel einen guten Freund in einem fremden Land gefunden."
„Und Fräulein Sullivan hat er ein schreckliches Schicksal erspart.", fügt Herr Welzer hinzu.
>So ist das also.<, denke ich mir nur.
Mittlerweile ist es deutlich später am Abend und ich liege umgezogen auf meinem Bett. Es war doch noch ein wirklich netter Abend. Zu meinem Erstaunen konnte ich mich sehr gut mit allen Unterhalten, ohne allzu nervös zu werden. Oder besser gesagt, hat sich die Nervosität schnell wieder gelegt. Allerdings kreisen meine Gedanken ständig um den Butler des Hauses seit ich wieder auf meinem Zimmer bin. Ich werde einfach nicht schlau aus ihm und komme auch dem, was er wirklich ist, nicht auf die Schliche. Niemand scheint mir dazu etwas sagen zu können oder zu wollen. Auch Grells Aussage hilft mir nicht weiter. Er meinte zwar, dass ich Sebastian einfach fragen könnte. Aber dann bräuchte ich etwas, dass ich ihm dafür im Gegenzug anbieten könnte. Nur ist die Frage, was genau das heißen soll und ob ich so etwas überhaupt habe.
Seufzend drehe ich mich auf die Seite und schließe meine Augen. Es war ein langer Tag und morgen wird es sicherlich genauso werden. Am besten ist es wohl, wenn ich baldmöglichst einschlafen würde.
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Schattendieb
FanfictionSchon seit einigen Jahren kommen immer wieder Geschichten eines Diebes in ganz Europa auf. Ein Dieb - ohne Namen und Gesicht, aus dem Nichts aufgetaucht und den Titel als Meisterdieb errungen - lässt alle Reichen Europas erzittern und bangen. Das si...
