Der Dieb am Morgen

268 10 0
                                        

Hey Leute,

jetzt gibt es auch das neue Kapite. Entschuldigt bitte, dass es so spät geworden ist. Allerdings musste ich es noch fast komplett schreiben, da ich die Woche kaum Zeit dafür hatte.
Ich hoffe, dass es euch gefällt.

LG Juzo-chan

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Kapitel 16: Der Dieb am Morgen

~*~ Sichtwechsel Sebastian ~*~

Nachdenklich betrete ich mit dem Servierwagen das Arbeitszimmer dieses kleinen Bastards, wobei dieser in den letzten Jahren doch recht erwachsen geworden ist. Allerdings hat er seine sadistische Art nicht abgelegt. Zum einen kann ich seine verdorbene Seelen wirklich nur bewundern, die sich in den vergangenen Jahren nicht verändert hat. Aber zum anderen ist es auch jedes Mal wieder eine Erinnerung an mein Versagen damals gegen Claude Faustus. Wäre ich diesen einen Moment nur aufmerksamer gewesen, dann hätte ich mir diese vorzügliche Seele einverleiben können und wäre nicht noch immer der Butler dieses Rotzlöffels.
„Da bist du ja endlich, Sebastian.", empfängt der junge Earl mich auch schon gleich.
>So ungeduldig wie eh und je.<, geht es mir durch den Kopf. Allerdings schiebe ich den Servierwagen schweigend, aber lächelnd, zu seinem Schreibtisch und reiche ihm kurz darauf eine Tasse Tee. Als sich unsere Blicke kurz treffen, sehe ich seine Augen rot aufleuchten.
„Ihr solltet demnächst wieder eine Seele verschlingen, junger Herr.", meine ich nur dazu: „Morgen wird Lady Elisabeth eintreffen. Es würde mich zwar sehr reizen zu erfahren, wie sie über Euch denken würde, wenn sie wüsste, dass Ihr ein Dämon seid, aber Ihr wollt dies vermutlich nicht herausfinden."
„Tsk.", kommt es nur von dem mittlerweile jungen Mann: „Das wird sie nicht bemerken."
„Wenn Ihr das sagt.", antworte ich darauf nur. In den vergangenen Jahren hat sich die Rollen Verteilung doch etwas verändert. Der Vertrag besteht nur noch lose, ist allerdings noch nicht ganz aufgehoben. Dafür aber sind diese kleinen Neckereien zur Tagesordnung geworden, wenn kein anderer anwesend ist.
„Konntest du herausfinden, was Lucia ist?", fragt er dann gerade heraus.
„Bedauerlicherweise nein, junger Herr. Ich konnte diesbezüglich nichts herausfinden.", antworte ich, füge aber hinzu: „Allerdings scheint sich mein Verdacht zu verhärten."
„Und worin besteht dieser Verdacht?", fragt der Blaugrauhaarige ungeduldig. Ein Lächeln legt sich auf meine Lippen.
>So neugierig, wie damals. Und genauso ungeduldig.<, geht es mir durch den Kopf.
„Das, mein junger Herr, würde ich gerne vorerst überprüfen.", erkläre ich schließlich. Eine unzufriedene Miene macht sich bei dem Earl breit.
„Und wie lange wird das dauern?", fragt er ungeduldig.
„Es gibt es Möglichkeit, diesen Verdacht zu 100% zu bestätigen, sollte er wahr sein. Das ist allerdings erst wieder am 30. April möglich.", erkläre ich mit ruhiger Stimme. Aus den Augenwinkeln behalte ich genau die Reaktion meines Gegenübers im Blick. Wie zu erwarten, weiten sich kurzzeitig seine Augen.
„Am 30. April? Bist du dir da wirklich sicher?", fragt er unglaublich nach. Natürlich ist ihm dieser Termin nur zu gut bekannt. Es ist ein Höhepunkt für unseres Gleichens im Jahr, ebenso für andere übernatürliche Wesen.
„Ja, my Lord.", antworte ich.
„Gut.", sagt er: „Aber ich werde nicht daran teilnehmen. Das bleibt, wie gehabt." Bei seiner trotzigen Antwort kann ich mir ein leises Kichern nicht verkneifen. Er benimmt sich manchmal wirklich, wie ein Kind. Für einen Teufel mag er zwar noch nicht alt sein, allerdings lebte er als Mensch 12 Jahre lang und ist nun seit 8 Jahren ein Teufel, da sollte er sich durchaus etwas erwachsener benehmen, zumal er mittlerweile wie eben einer jener aussieht. Von dem kleinen Bengel ist nicht mehr viel zu sehen, wenn er sich manchmal noch immer so benimmt.
„Das solltet ihr allerdings langsam in Betracht ziehen. Ihr könntet dort eine Menge über Eure eigene Art und Euren Fähigkeiten lernen.", kontere ich und ernte dafür einen weiteren missbilligenden Laut.
„Das ist deine Aufgabe, falls du es vergessen hast.", meint der Earl nur.
„Natürlich habe ich dies nicht, junger Herr. Ich erwarte euch heute Nacht im Hof zu einer weiteren Lektion.", antworte ich höflich, wie immer.
„Du kannst dann wieder gehen.", sagt er nach einem kurzen Nicken.
„Wie Ihr wünscht, Earl.", sage ich und verlasse auch schon wieder das Arbeitszimmer.
>Das nächste Sabbatfest wird auf jeden Fall interessant werden.<, denke ich mir, als ich mich auf dem Weg zu meinen nächsten Aufgaben mache.

SchattendiebGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt